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In der Erwart-Bar abgesoffen

In fast 30 Jahren Seitenwahl hat die Redaktion eigentlich nie viel von einem Auswärtsspiel in München erwartet, wurde aber in dem Jahrzehnt so ab 2011 doch verblüffend oft positiv überrascht. Wer den Werdegang beider Teams in den letzten Jahren verfolgt hat, sollte aber nicht verwundert sein, dass der „wahre Klassiker“ der Bundesliga dieses Mal so extrem erwartbar verlief, dass ich nun beim Verfassen dieser Zeilen fast vor Langeweile einschlafe (vielleicht war es aber auch ein Fehler mit dem Schreiben kurz vor Mitternacht zu beginnen).

Vincent Kompany signalisierte schon durch seine Aufstellung, dass ihm bei Borussia Mönchengladbach als Gegner nicht automatisch das Herz in die Hose rutscht, sondern rotierte gleich 7-mal. Wenn dann in dieser B-Elf Spieler wie Goretzka, Musiala und Karl auflaufen ist das mit Risiko solch einer Umstellung aber auch sehr überschaubar, wenn man mal vom Vabanque-Spiel auf der Torhüter-Position absieht, wo Torwart-Greis Neuer anscheinend beim „Schere, Stein, Papier“ gegen Sepp Maier gewonnen hatte und zwischen den Pfosten stehen durfte (aber nur bis zur Halbzeit, dann plagte Opa das Zipperlein).  Eugen Polanski musste einmal notgedrungen wechseln und ersetzt den gesperrten Engelhardt durch Stöger. Der zweite Wechsel war, dass Youngster Mohya durch den Schweden Bolin ersetzt wurde.

Das neue zusammengewürfelte Münchener Star-Ensemble brauchte anfangs ein paar Minuten der Selbstfindung, in denen der Borussia ein paar Offensivaktionen gestattet wurden, wobei eine Ecke (Spoiler: es sollt die einzige für den VFL bleiben) und ein anschließender Schuss von Reitz auf Neuers Tor herumkamen. Der Startschuss für den Rekordmeister war ein Abseitstor von Lennart Karl in der 10. Minute. Danach übernahm der Tabellenführer die Spielkontrolle ohne sich allerdings zunächst  klare Torchancen zu erspielen. Borussia beschränkte sich in der Folge darauf, defensiv aufmerksam zu bleiben und die berühmten Nadelstiche zu setzen und kam nach 23 Minuten tatsächlich zu einer Chance durch Tabakovic, der nach einem schönen Flankenlauf von Bolin aber leider im Fünfmeterraum am Ball vorbeisäbelte. Kurz darauf blendete das Fernsehen die bisherige xG-Statistik von 0.2:0.3 ein und für ein paar kurze Momente durfte man sich als Gladbach-Fan einreden, dass man hier doch eigentlich gut mithält, bis dann ein kleiner Lupfer-Geniestreich von Leon Goretzka mit einem schönen Volleyschuss von Diaz veredelt wurde und das Spiel seinen erwarteten Lauf nahm. Man muss allerdings auch sagen, dass die Gladbacher Defensive die Münchener bei diesem Kabinettstückchen ziemlich unbehelligt ließ und sich auf bewunderndes Zuschauen beschränkte.

Immerhin konnte die Gladbacher Abwehr gegen die nun auf das 2:0 drängenden Bayern zunächst Stand halten und eigentlich sah es so aus als ob man mit einem halbwegs ehrenhaften Ein-Tore-Rückstand in die Halbzeit gehen sollte, bis sich die Borussia etwas übermütig in der 46. Minute in die bajuwarische Hälfte wagte, Bolin den Ball verlor und die Bayern den Konter dann gnadenlos und gekonnt zum 2:0 durch Laimer ausspielten. Es war also die erwartbare Mischung aus individueller Klasse der Bayern und kleinerer Fehler der im Ganzen eigentlich passabel auftretenden Borussia, die dafür sorgten, dass das Spiel schon zur Halbzeit entschieden war.

Aber gibt es neben Münchener Qualität und eigener Fehler nicht noch andere typische Elemente, wenn man in der Allianz-Arena spielt? Ja, na klar, die die Bevorteilung der Bayern durch den Schiedsrichter! Die kam dann nach 10 Minuten in der zweiten Hälfte: Der von hinten heranstürmende Jackson gewinnt einen Zweikampf gegen Reitz im  Strafraum, wobei er dem Gladbacher übrigens zunächst auch mit der Hand ins Gesicht greift, kommt zum Abschluss, scheitert aber am wieder mal fehlerlosen Nicolas. Sieht man sich die Wiederholung der Szene an, fällt als erstes auf, dass sich der am Boden sitzende Reitz über den Einsatz von Jackson beschwert und einen Freistoß zu fordern scheint. Aber wir sind ja in München, Ergebnis daher: Elfmeter für Bayern, rote Karte für Reitz und allgemeine Fassungslosigkeit bei der Borussia. Ja, Reitz hat seine Hände am Trikot von Jackson, wie das schon mal in Zweikämpfen vorkommen soll, und ja, rein geographisch ist der Gladbacher Kapitän in dieser Situation der letzte Mann, aber aus einer Szene, die im Spiel wie ein ganz normaler Abschluss unter Bedrängung wirkte, eine Notbremse zu konstruieren bedarf  schon einer gewissen Fantasie und ich hypothesiere hier einfach mal dreist, dass die gleiche Situation bei einem Spiel in Heidenheim nicht gepfiffen worden wäre. VAR-Hassern mag es ein Trost sein, dass Schiedsrichter Schröder den Elfer selbst entschied und der Kölner Keller anscheinend nur die letzte Mann-Thematik bestätigte. Es war wieder mal so eine Szene wo eine Entscheidung rein technisch vertretbar ist, aber komplett dem gesunden Fußballverstand (gibt’s sowas? Oder ist ein von Fußball geprägter Verstand automatisch krank? Ok, das klären wir ein andermal) widerspricht. Was noch mehr weh tut, ist die automatische Doppelbestrafung. So knapp und umstritten die Entscheidung sein mag, wenn sie einmal gefallen ist, gibt es keine Möglichkeit Reitz vielleicht nur zu verwarnen, sondern der Platzverweis ist regeltechnisch unvermeidlich. Für die Borussia ist dies auch die schlimmere Konsequenz der Szene: Ob man nun in München mit 2 oder 3 Toren hinten liegt, ist ziemlich egal, aber dass der Kapitän nun mindestens gegen St. Pauli fehlen wird, ist schmerzhaft.

Um noch einmal auf das Spiel zurückzukommen, so war das natürlich nach dieser Szene endgültig entschieden, gegen 10 Gladbacher gab es dann noch ein 4:0 durch Jackson. Die erfreulichste Szene des Spiels für Gladbach war der Debüttreffer des eingewechselten Mohya kurz vor Schluss.

Letztendlich war es genau das komplett irrelevante Spiel, das man erwarten konnte. Die Borussia war bemüht, aber das allein reicht nicht um bei den Bayern zu bestehen. In den entscheidenden Szenen war der Klassenunterschied zwischen den Teams doch zu deutlich und wenn man etwas positives aus dem Spiel mitnehmen will, dann, dass man zu zehnt immerhin eine komplette Demontage verhindern konnte.

Die wirklich wichtigen Spiele für die Borussia kommen nun: St. Pauli, Köln, Heidenheim. In der Hinrunde gab es drei Siege aus diesen Partien, die Eugen Polanski einen dauerhaften Job bescherten und die Borussia aus dem Tabellenkeller befreiten. Eine Wiederholung dieser Serie wird nicht so einfach sein, aber angesichts der Lage sind mindestens 2 Siege fast schon Pflicht. Man wird sehen, wie die Mannschaft mit dem Druck klarkommt. Ein Auswärtstrip nach München mag zwar ergebnistechnisch unangenehm sein, hat aber den Vorteil, dass sowieso keiner etwas von einem erwartet (zu Recht, wie sich gestern zeigte). Das wird in den nächsten Wochen ganz anders sein und dummerweise muss man dabei zunächst mal ohne Rocco Reitz auskommen. Man kann nur hoffen, dass zumindest das DFB-Sportgericht die Lächerlichkeit dieser roten Karte erkennt und es bei einem Spiel Sperre belässt. 

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