Sofia (dpa) - Der britische Premierminister David Cameron hat zum Abschluss eines Besuchs in Bulgarien die EU-Außengrenze zur Türkei besucht. Mit Blick auf die Bemühungen zur Verringerung des Flüchtlingszustroms inspizierte Cameron am Freitag den Grenzschutz und die Videoüberwachung am Grenzpunkt Lessowo. Dort erteilte der bürgerliche bulgarische Regierungschef Boiko Borissow seinem Gast aus London «eine Lektion in Erdkunde»: Bulgariens Grenze zur Türkei samt Seegrenze im Schwarzen Meer sei länger als die Grenze zum EU-Staat Griechenland.Im Raum Lessowo verlängert das Nicht-Schengen-Land den 2014 errichteten, 30 Kilometer langen Drahtzaun entlang seiner 270 Kilometer langen Grenze zur Türkei. Der Zaun kanalisiert die Einreise von Immigranten durch die Grenzpunkte, wo sie registriert werden.Das ärmste EU-Land Bulgarien liegt nicht auf der aktuellen Balkan-Flüchtlingsroute. Seit Anfang 2015 seien 27 000 Immigranten aus der Türkei nach Bulgarien gekommen. Die Zahlen gehen zurück.In der Hauptstadt Sofia hatte sich Cameron am Donnerstagabend um die Unterstützung Bulgariens für die von ihm angemahnten EU-Reformen bemüht. Der britische Premier räumte ein, er erwarte keinen Durchbruch beim EU-Gipfel in Brüssel am 17./18. Dezember.