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Mario Adorf: "Nun schaun Se mal böse"

Er war einer der größten deutschen Stars des Nachkriegskinos und arbeitete sich aus kleinsten Verhältnissen bis in den Olymp der Filmwelt empor. Der Weltbürger Mario Adorf blieb stets ein Suchender. Das hätte auch schiefgehen können. Und zwar ganz zu Beginn seiner Schauspielkarriere, als Mario Adorf noch nicht genau wusste, was aus ihm werden sollte, und gleich zwei Premieren an einem Abend absolvierte: die als Darsteller mit seiner studentischen Schauspieltruppe – und kurz zuvor die als Boxer im Ring. Der junge Mann von kräftiger Statur hatte dabei nur eines im Sinn: sich beim ersten Engagement des Abends bloß nicht verbeulen lassen, um sich anschließend noch auf den anderen Brettern sehen lassen zu können. Der Boxkampf ging, wohl nicht zuletzt aus Furcht vor Blessuren, verloren. Und der Karriereweg war vorgezeichnet. Wie sich herausstellen sollte, traf der junge Mario Adorf damals, in den frühen Fünfzigerjahren, wohl die richtige Wahl, obschon er viele Talente und Interessen hatte. Allerdings war sein Lebensweg zunächst überaus steinig. Er wurde 95 Jahre alt: Schauspieler Mario Adorf ist tot Am 9. September 1930 wurde Adorf als uneheliches Kind einer deutschen Röntgenassistentin und eines italienischen Chirurgen in Zürich geboren, wohin sich seine schwangere Mutter geflüchtet hatte aus Angst, ihr Kind könnte ihr in Italien entzogen werden. Doch die Schweiz wies sie aus, und so zog sie ins Örtchen Mayen in der Eifel, wo sie sich mehr schlecht als recht als Näherin verdingte und ihren dreijährigen Sohn aufgrund finanzieller Not ins Waisenhaus geben musste. Dort blieb er bis zum Kriegsbeginn 1939. Eine lieblose, karge Kindheit war das. Aber der vorlaute Schüler schaffte das Abitur , und getrieben vom Wunsch, mehr zu lernen, als seine vom Nationalsozialismus geprägten Lehrer vermitteln konnten, schrieb er sich 1950 an der Universität Mainz ein – und studierte nicht weniger als sechs Fächer: Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur-, Musik- und Theaterwissenschaft. Zudem erwog er eine Karriere als Bildhauer. In den Semesterferien malochte er in 60-Stunden-Wochen auf dem Bau. 221 Filme und TV-Auftritte von Mario Adorf Der Lockruf der Bühne wurde derweil stärker und brachte ihn zunächst an seinen Geburtsort, wo er als Statist am renommierten Schauspielhaus arbeitete. Dann brach er endgültig sein Tausendsassa-Studium ab und machte eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München , die den Kammerspielen angegliedert ist. Dort wurde er schließlich festes Ensemblemitglied. Die Filmwelt wurde auf den attraktiven Darsteller mit dem männlich-markanten Äußeren aufmerksam. 221 Filme und TV-Auftritte sollten es insgesamt werden. Bis ins hohe Alter wusste Mario Adorf mit verschmitztem Charme großartige Anekdoten aus seiner Karriere zu erzählen. Etwa wie er 1954 sein Filmdebüt mit einer kleinen Rolle in der Kriegssatire "08/15" feierte – sich aber nicht einmal die Kinokarte für die Premiere leisten konnte. Doch er erhielt eine Einladung, ging hin, wie er war, nämlich im Pullover – und wurde dann in dieser bescheidenen Aufmachung auf die Bühne zu den Frackträgern gezogen. Drei Jahre später ergatterte er seine erste Hauptrolle im Film "Nachts, wenn der Teufel kam" des in die USA emigrierten deutschen Regisseurs Robert Siodmak – ein Part, den er bekam, nachdem Siodmak ihn erfolgreich aufgefordert hatte: "Nun schau'n Se mal böse". Die Rolle machte Adorf schlagartig international bekannt. Doch später bereute er, sie gespielt zu haben, und distanzierte sich von dem Film. Denn seine reale Figur, der vermeintliche Massenmörder Bruno Lüdke, sollte sich später als Verleumdungsopfer der Nazis entpuppen – ein Umstand, der Adorf veranlasste, sich 2021 bei Bundespräsident Steinmeier für dessen Rehabilitation und das Verlegen eines sogenannten Stolpersteins einzusetzen. "Ich habe einem Menschen, der wirklich gelebt hat, eine monströse Geschichte gegeben, die überhaupt nicht stimmt", sagte er 2020 im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". In Siodmaks Film stellte Adorf Lüdke als klassischen Schurken dar, und dieser Rollentypus sollte seine Karriere prägen. Etwa für seinen Auftritt als Santer in "Winnetou I" (1963), den Gegenspieler der Hauptfigur und Mörder von dessen Schwester Nscho-Tschi – noch viele Jahre später, so erzählte Adorf einmal, hätten ihn Leute darauf angesprochen und gesagt, sie würden ihm diesen Mord niemals verzeihen. Mario Adorf, der "charmante Kotzbrocken" Einmal Schurke, immer Schurke? Das kam für Adorf nicht infrage, wenngleich er diesen Part und auch den des "charmanten Kotzbrockens", wie er es selbst nannte, noch oft spielte. Indes hatte er sich zeit seines Lebens als "halber Italiener" gefühlt – und wollte ein ganzer werden. Die römischen Filmstudios von Cinecittà wurden in den 1960er-Jahren zu einem der wichtigsten Zentren der Filmkunst, und so siedelte er nach Italien um, nur um dort, wie er sagte, auf antideutsche Ressentiments zu stoßen – und selbst zu erkennen, dass er sich sehr deutsch fühlte. Trauer um Mario Adorf: Das ist seine berühmte Ex-Frau So wurde er kein "ganzer" Italiener, aber ein echter Weltbürger, pendelte zwischen Frankreich , Italien und Hollywood , wo er etwa 1963 unter der Regie von Sam Peckinpah und neben Charlton Heston im Western "Sierra Charriba" einen Mexikaner spielte, seiner südländischen Anmutung entsprechend. Zu einem Höhepunkt seines Schaffens wurde der Neowestern "Deadlock" (1970) des deutschen Regisseurs Roland Klick – und damit begann ein überaus fruchtbares Jahrzehnt in seinem Heimatland, wo im sogenannten Oberhausener Manifest "Papas Kino ist tot" proklamiert und die Ära des Neuen Deutschen Films begründet wurde. Besonders erfolgreich wurde dabei seine Zusammenarbeit mit Volker Schlöndorff, unter dessen Regie er auch zwei große Literaturverfilmungen drehte: 1975 "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" nach Heinrich Böll sowie 1979 den internationalen Großerfolg "Die Blechtrommel" nach Günter Grass´ Roman; der Film wurde sowohl mit der Goldenen Palme von Cannes als auch dem Oscar für den Besten ausländischen Film ausgezeichnet. 1981 übernahm Adorf in Rainer Werner Fassbinders Film "Lola" erstmals eine Rolle, die bald auch zu einem Markenzeichen werden sollte: die des Großunternehmers und Patriarchen, später etwa auch in den TV-Mehrteilern "Der große Bellheim", "Der Schattenmann" oder "Der letzte Patriarch". Und einer dieser Rollen, ins Selbstironische gedreht, ist auch sein legendärer Auftritt von 1986 in der Kultserie "Kir Royal" zu verdanken, dieser bissigen Satire auf die Münchner Schickimicki-Szene. Dort trifft Adorf als rheinländischer Klebstoff-Fabrikant Haffenloher mit großkotziger Attitüde, aber nur im Bademantel, auf den Klatschreporter Baby Schimmerlos (Franz Xaver Kroetz), den er mit diesem Spruch für eine Story zu bestechen versucht: "Ich scheiß´ Dich so was von zu mit meinem Geld, dass Du keine ruhige Minute mehr hast." Mit dem Drehbuchautor Helmut Dietl und unter dessen Regie nahm er die Münchner Szene noch mal aufs Korn, in "Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" (1997). Sich selbst bezeichnete Adorf als "Glückssucher", und treffend ist auch der Titel eines Dokumentarfilms über ihn aus dem Jahr 2019: "Es hätte schlimmer kommen können". So ist es, denn auch privat fand er sein Glück: Nach einer gescheiterten ersten Ehe mit der Schauspielerin Lis Verhoeven (eine Schwester des Regisseurs Michael Verhoeven) traf er 1985 die Liebe seines Lebens und zweite Ehefrau, die französische Fotografin Monique Fay. Am 8. April 2026 ist Mario Adorf im Alter von 95 Jahren in Paris gestorben.

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