Der US-Verteidigungsminister feiert am Tag nach der Waffenruhe einen Sieg über den Iran. Doch bei einer entscheidenden Frage herrscht noch Unklarheit. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Krieg gegen den Iran für gewonnen erklärt. "Sie waren 47 Jahre lang eine Bedrohung für uns – jetzt nicht mehr", sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Die Vereinigten Staaten hätten in weniger als sechs Wochen einen "historischen Sieg" errungen. Zugleich räumten US-Offizielle ein, dass wichtige Details der Waffenruhe weiter unklar sind. In der Nacht zu Mittwoch einigten sich die USA , Israel und Iran auf eine Waffenruhe. Damit endet vorläufig der Krieg, der mit einem US-israelischen Angriff am 28. Februar begonnen hatte und seitdem fortlaufend eskaliert war. Nach dem Angriff auf die iranische Führung reagierte Teheran mit Gegenangriffen in der Region. Auch verbündete Gruppen wie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen griffen in den Konflikt ein. Newsblog : Alle aktuellen Nachrichten zum Krieg in Nahost Sinkt jetzt der Spritpreis? Bundesregierung äußert sich Hegseth erklärte nun, die militärischen Ziele der USA seien erreicht worden. "In weniger als 40 Tagen und mit nur rund 10 Prozent unserer militärischen Stärke haben wir gewonnen", sagte er. Die Verteidigungsindustrie des Iran sei "vollständig zerstört", das Raketenprogramm außer Gefecht gesetzt. Der Iran könne keine neuen Raketen oder hochentwickelten Waffen mehr herstellen, behauptete er. Auch Generalstabschef Dan Caine sprach von massiven Schäden im Iran: Ein Großteil der Luftabwehrsysteme, der Marine und der Waffenproduktion sei zerstört. Gleichzeitig betonte der Minister, die US-Streitkräfte würden weiter in der Region "abhängen". "Wir gehen nirgendwo hin", sagte Hegseth. Das Militär werde sicherstellen, dass sich der Iran an die Waffenruhe halte und sei jederzeit bereit, die Angriffe wieder aufzunehmen. Die USA haben derzeit eine riesige Streitkraft aus Flugzeugträgern, Schlachtschiffen und mehr als 50.000 Soldaten im Nahen Osten versammelt. Offene Fragen bei Waffenruhe Trotz der Siegesrhetorik zeigte die Pressekonferenz Unsicherheiten. Hegseth räumte ein, dass der Iran weiterhin in der Lage sei, Raketen oder Drohnen abzufeuern. "Das wäre aber sehr unklug", sagte er. Außerdem ist weiterhin unklar, wie stabil die Lage rund um die Straße von Hormus ist – eine der wichtigsten Ölhandelsrouten der Welt. General Caine sagte dazu: "Ich glaube, die Straße von Hormus ist offen." Kurz darauf meldete das iranische Staatsfernsehen, dass ein erstes Schiff die Meerenge passiert habe. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen könnte die Öffnung zunächst nur eingeschränkt und unter Kontrolle des iranischen Militärs erfolgen. Voraussetzung sei eine Einigung auf ein weitergehendes Abkommen. Auch militärisch bleibt die Lage angespannt. Trotz Waffenruhe kam es zu neuen Angriffen auf Energieinfrastruktur in der Region. Dabei wurde wohl auch eine wichtige saudi-arabische Pipeline getroffen, die das Königreich zur Umgehung der Straße von Hormus nutzt. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Außerdem setzt Israel Luftschläge und eine Bodenoffensive im Libanon fort. Streit um Irans Atomprogramm Offen ist zudem die Zukunft des iranischen Atomprogramms. Hegseth machte deutlich, dass die USA hier eine harte Linie verfolgen. Der Iran werde sein angereichertes Uran übergeben – "oder wir holen es uns", sagte er. Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die Bestände notfalls mit militärischen Mitteln sichern zu lassen. Nach Schätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde verfügt der Iran über mehrere hundert Kilogramm hochangereichertes Uran. Dieses Material könnte theoretisch für den Bau von Atomwaffen oder sogenannter schmutziger Bomben genutzt werden. Die USA überwachen die Anlagen nach eigenen Angaben intensiv per Satellit. Die Waffenruhe soll zunächst zwei Wochen lang gelten und Raum für weitere Verhandlungen schaffen. Der Krieg im Nahen Osten ist jedoch wohl noch nicht beendet.