Mehr als Folter: Die Motive hinter der päpstlichen Inquisition
- worum es bei innerchristlichen Auseinandersetzungen um den rechten Glauben geht,
- wie die Denunziation zum wichtigen Instrument der Inquisition wird,
- dass nicht die Bestrafung oberstes Ziel der Inquisition ist,
- warum die Inquisition auch als der Urtyp repressiver Institutionen wie Stasi oder KGB gilt.
Im 11. Jahrhundert gibt es viele spirituelle Gruppen, die ein anderes Christentum predigen. Das schwächt die Macht der Päpste. Sie fragen sich: Wie gehen wir mit Abweichlern um?
Um die Ketzer zu ermitteln, reisen die Bischöfe durch ihre Bezirke. In Bußpredigten rufen sie zur Denunziation von Ketzern auf und setzen diesen eine Gnadenfrist für ihre Läuterung. Der Erfolg ist jedoch eher mäßig. Deshalb ernennt Papst Gregor IX. im Jahr 1231 zusätzlich eine Reihe von Sondergesandten der Kurie als Inquisitoren.
Zunächst werden nur wenige Todesurteile ausgesprochen. Später wird die päpstliche Inquisition weiterentwickelt und mehrfach neu gegründet. Die Verfahren werden nach einheitlichen Vorgaben durchgeführt und Aussagen schriftlich protokolliert. Geständnisse werden teilweise mit Haft und Folter erpresst.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, Historiker, TU Dresden
- Gerd Schwerhoff: Die Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit
- Theresa Breslin: Prisoner of the Inquisition
- John H. Arnold and Peter Biller: Heresy and inquisition in France, 1200-1300.
- Henry Charles Lea: Die Inquisition
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Christentum - Die katholische Kirche
- Planet Wissen: Inquisition
- Planet Wissen: Ordensleute - Dominikaner-Mönche
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann
Redaktion: Matti Hesse ]]>