Krimi im Check: Trotz "Tatort"-Rente: Hat das Münchner Kult-Duo Batic/Leitmayr eine Zukunft?
Die "Tatort"-Ära von Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ist vorbei: Am Ostermontag ermittelten die beiden inzwischen pensionierten Kommissare in ihrem allerletzten Fall. Oder vielleicht doch nicht? Ein Hintertürchen lässt sich der BR nämlich doch noch offen.
Es war die Frage aller Fragen für viele Fans der deutschen Krimi-Unterhaltung: Wie würden sich die beiden Münchner Ermittler-Ikonen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) wirklich nach 35 Jahren vom "Tatort" verabschieden?
Den eigenen Filmtod hatten die Schauspieler im Vorfeld immer wieder mal mehr, mal weniger vehement ausgeschlossen. Und dennoch schien es gegen Ende des 90-Minüters "Tatort: Unvergänglich (2)" am Ostermontag kurzzeitig so, als würde zumindest einer der beiden den letzten Einsatz nicht überleben ...
Wie war die Ausgangslage im "Tatort: Unvergänglich (2)"?
Bei dem Film handelte sich um die Fortsetzung der Krimigeschichte, die bereits mit dem "Tatort: Unvergänglich (1)" am Ostersonntag begonnen hatte: Vier Tage vor ihrem Renteneintritt ermittelten Batic und Leitmayr darin im Fall einer Brandleiche: Die Tote war Micaela Horvat, die für eine slowenische Firma arbeitete, die Reinigungsmittel für Autowaschanlagen vertreibt. In München wohnte Horvat in einer Wohnung, die sie über ein Online-Portal für Kurzzeitvermietungen gefunden hatte.
Der wohnungslose Mike Werner (Daniel Noël Fleischmann) und seine einstige Pflegeschwester Kara Roth (Lara Feith) nutzten das Portal ebenfalls, um kostenfrei in den gerade leerstehenden Wohnungen zu übernachten. Die Schlüssel dafür hatten sie sich in einem ausgeklügelten System nachmachen lassen.
Am Tag von Horvats Tod, so ermittelten Batic, Leitmayr und ihre Kollegen, hätte sich Mike irrtümlich in Horvats Wohnung aufgehalten. Er sei von Micaela in der Wohnung überrascht worden, gestand Mike. Im Affekt habe er sie daraufhin getötet. Nach seinem Geständnis stürzte sich Mike in den Tod. Kara machte eine Aussage und Leitmayr gab ihr seine private Nummer, für den Fall, dass sie in Zukunft noch einmal Hilfe benötigen würde.
Worum ging es im "Tatort: Unvergänglich (2)"?
Zu Beginn von "Tatort: Unvergänglich (2)" fand Leitmayr nun eine Nachricht von Kara auf seiner Mailbox: "Sie müssen mir helfen. Ich werde verfolgt." Sie versprach ihm, die Wahrheit zu erzählen, wenn er ihr helfe. Der Ermittlersinn des Alt-Cops war sofort geweckt. Er alarmierte seinen ehemaligen Kollegen und jetzigen Nachfolger Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer). Doch der steckte mitten in einer Tötungsserie aus dem Drogenmilieu und weigerte sich, den alten Fall neu aufzurollen. Also kontaktierte Leitmayr seinen Ex-Kollegen Batic, der aus Kroatien zurückkam. Gemeinsam begannen sie auf eigene Faust als Rentner zu ermitteln.
Wie sich herausstellte, arbeitete Horvat für ein kriminelles Netzwerk, das unter dem Deckmantel einer Reinigungsmittel-Firma von Constantin Zieringer (Gerhard Wittmann) die Droge Captagon verteilte. Hinter die ganze Geschichte kamen die beiden Münchner Ex-Kommissare auch dank der Hilfe alter Freunde, die wie schon im ersten Film von prominenten Gaststars gespielt wurden.
Welche prominenten Gaststars spielten mit?
Maximilian Schafroth spielte den kleinkriminellen Ausweisfälscher Stutzki, der die Theorie um einen gefälschten Ausweis von Horvats angeblicher Tante bestätigte. Es ist nicht der erste "Tatort"-Auftritt des Allgäuer Satirikers, der zuletzt unter anderem wegen eines missglückten Auftritts als angeblicher US-Gesandter in Grönland für die NDR-Show "extra 3" in der Kritik stand. Im Münchner "Tatort: Ein neues Leben" (Erstausstrahlung: Oktober 2012) spielte Schafroth den Polizeianwärter Gabriel Fechner, der Batic und Leitmayr einmalig bei den Ermittlungen zur Seite stand.
Dass er nun in einer ganz anderen Rolle zu sehen war, mag eingefleischte Fans überraschen, weniger jedoch als ein zweiter, im "Tatort"-Kosmos weitaus prominenterer Gastauftritt: Michael Fitz kehrte in einer Szene als Batic und Leitmayrs ehemaliger Kollege Carlo Menzinger zurück. Im "Tatort: Der Traum von der Au" (Erstausstrahlung: Oktober 2007) hatte er einst nach einer Erbschaft gekündigt und war nach Thailand ausgewandert. Sechs Jahre später war er im "Tatort: Macht und Ohnmacht" in einer Privatangelegenheit noch einmal in München zu Besuch. Im aktuellen Film nun entpuppte sich Carlo plötzlich als Mitarbeiter des BKA, der Batic in einer brenzligen Situation das Leben rettete.
Wie endete der letzte Fall für Batic und Leitmayr?
Reinigungsmittel-Boss Zieringer, so erzählte Carlo, sei er seit Monaten auf der Spur. Alles, was ihm zur Überführung fehlte, war eines der verschlüsselten Kryptohandys, mit denen Zieringer und seine Handlanger kommunizierten. Ein eben solches Gerät fanden Batic und Leitmayr schließlich bei Kara: Die junge Frau hatte sich auf der Flucht vor Zieringer in einem Wasserwerk versteckt. Sie gestand, dass sie Micaela Horvat im Gerangel mit Mike erschossen hatte. In der Wohnung habe sie außerdem einen Rucksack gefunden. Neben Drogen befand sich darin auch das Handy.
Da Zieringer den Kommissaren inzwischen dicht auf den Fersen war, half Batic Kara zu fliehen. Leitmayr lenkte Zieringer ab und wurde dabei von einer Kugel aus dessen Pistole getroffen. Während er blutend am Boden lag, stürzte Batic auf Zieringer zu, der schließlich von Kalli in letzter Sekunde erschossen wurde.
So geht es mit Batic, Leitmayr und dem Münchner "Tatort" weiter
Das gegenseitige Versprechen, im letzten Fall nicht draufzugehen, konnten letztlich sowohl Batic als auch Leitmayr einhalten: In einer letzten Szene des 90-Minüters sah man die beiden an einem kroatischen Hafen sitzen. Sie telefonierten mit Kalli, der berichtete, dass Karas Tat wohl als Notwehr bewertet würde. Dank des Krypto-Handys habe das BKA außerdem Drogennetzwerke in ganz Europa hochnehmen können.
Batic verfolgte derweil schon eine neue Idee für den Lebensabend: Gemeinsam mit Leitmayr hatte er eine Privatdetektei gegründet: "Unser erster Fall wartet schon: eine Tierschützerin", erklärte er. Das Hintertürchen für einen späteren Gastauftritt der beiden Alt-Kommissare hält man sich beim BR also noch offen.
Offiziell ermittelt im Münchner "Tatort" künftig allerdings ein anderes Team: Nikola Buvak (Carlo Ljubek), der als Leiter des SEK bereits im "Tatort: Unvergänglich (1)" kurz zu sehen war, wird der neue Partner von Kommissar Kalli Hammermann. Der erste gemeinsame Einsatz von Hammermann und Buvak wird noch 2026 im Ersten zu sehen sein. Der Film trägt den Arbeitstitel "Zwischenwelten" und erzählt von einem brutalen Raubmord.
Ein zweiter Film unter dem Arbeitstitel "Der sichere Tod" spielt auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) und sorgte durch seine Dreharbeiten am Rande der echten MSC 2026 Anfang des Jahres für lokale Schlagzeilen.