Die Zollpolitik der USA hat auch dem Sportartikelhersteller zuletzt zugesetzt. Der Konzernchef zeigt sich dennoch zufrieden. Der weltgrößte Sportartikelkonzern Nike tritt auf der Stelle und gerät beim Gewinn durch die hohen Einfuhrzölle in die USA ins Hintertreffen. Der Umsatz stagnierte im dritten Quartal (per Ende Februar) des Geschäftsjahres 2025/26 bei 11,28 Milliarden Dollar, wie Nike am Dienstagabend in Beaverton im US-Bundesstaat Oregon mitteilte. Rückgänge in Europa und Asien hätten nur teilweise durch Zuwächse auf dem Heimatmarkt kompensiert werden können. Dabei kamen Nike Wechselkurseffekte zugute. Allein in China lag das Minus währungsbereinigt bei zehn Prozent. Der Gewinn brach um 35 Prozent auf 520 Millionen Dollar ein. "Bedeutende Schritte" Die Bruttomarge verschlechterte sich zum sechsten Mal in Folge auf 40,2 (Vorjahr: 41,5) Prozent. Nike machte dafür die höheren Einfuhrzölle auf die eigenen Schuhe und Kleidungsstücke verantwortlich, die fast ausschließlich in Asien gefertigt werden. Trotzdem übertraf der Gewinn je Aktie mit 35 US-Cent die Erwartungen der Analysten deutlich, der Umsatz lag marginal über den Prognosen. Die Nike-Aktien gaben nachbörslich leicht nach. Vorstandschef Elliott Hill zeigte sich dennoch zufrieden. "In diesem Quartal haben wir bedeutende Schritte unternommen, um den Zustand und die Qualität unseres Geschäfts zu verbessern." Wie schnell das gehe, unterscheide sich aber je nachdem, worauf Nike das größte Augenmerk gelegt habe. "Die Arbeit ist noch nicht getan, aber die Richtung ist klar", sagte Hill. Er richtet das Geschäft wieder stärker auf den Verkauf über den Großhandel aus, der im Quartal um fünf Prozent wuchs. Der Verkauf über das Internet und eigene Läden ging dagegen um vier Prozent zurück. Die Marke "Converse" setzte ihre Talfahrt fort. Sie büßte im dritten Quartal mehr als ein Drittel ihres Umsatzes ein. Für den Fall, dass Nike sich von der Marke trennen wolle, hat der Sport- und Medienkonzern Authentic Brands nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg Interesse angemeldet. Authentic Brands hatte bereits Adidas die Tochter Reebok abgekauft. Dem Konzern, der zwei Finanzinvestoren gehört, hat sich ein Portfolio von mehr als 50 Lifestyle- und Mode-Marken zusammengekauft.