Nach dem knappen Sieg gegen Ghana gibt es Redebedarf bei den deutschen Spielern. Nicht wegen der Leistung, sondern des Verhaltens der Fans. Die deutschen Nationalspieler haben sich hinter den von Fans ausgepfiffenen Leroy Sané gestellt. Nach dem 2:1-Sieg im WM-Testspiel gegen Ghana stellte Torhüter Alexander Nübel klar: "Absoluter Schwachsinn. Ich weiß nicht, was das soll. Wir wollen als Nation zusammen nach Amerika fahren und die WM spielen und nicht getrennt." Die Euphorie, die er und sein Team "jetzt entfachen wollen, geht nur zusammen". Der umstrittene Sané war bei seiner Einwechslung in der 78. Minute von Teilen des Stuttgarter Publikums mit Pfiffen bedacht worden. Sehr deutlich Position bezog nach der Partie in seinem Heimstadion VfB-Angreifer Deniz Undav , der auf Kopfballvorlage von Sané das späte Siegtor erzielt hatte. Deniz Undav: Als das Interview schon vorbei war, wollte er noch etwas loswerden "Ich appelliere noch mal an die Fans: Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht, wir werden ihn brauchen. Wir wissen um seine Qualität. Und wir sind eine Mannschaft, wir sind eine Nation, wir müssen zusammenhalten, da darf man keinen ausgrenzen", sagte Undav. Der Stürmer hatte sich bereits im Anschluss eines ARD-Interviews dazu geäußert, da ihm eine Verteidigung Sanés am Herzen lag. Nagelsmann: "Das ist der falsche Weg" An die Fans richtete sich auch Bundestrainer Julian Nagelsmann . Der 38-Jährige wolle die Anhänger zwar nicht kritisieren. "Generell finde ich es aber wichtig, dass wir, egal, ob man jetzt zufrieden ist mit der Leistung oder nicht, den Spieler zumindest bei der Einwechslung so lange unterstützt, wie er den Adler auf der Brust trägt", betonte er. Beim 4:3 in der Schweiz hatte Sané am vergangenen Freitag von Beginn an eine durchwachsene Leistung gezeigt. Auch bei seinen WM- und EM-Einsätzen hatte der 30-Jährige nie sein ganzes Potenzial abgerufen. Im November hatte Nagelsmann den Offensivmann von Galatasaray Istanbul dann öffentlich angezählt und betont, dass dieser unter ihm als Bundestrainer nicht mehr viele Chancen im DFB-Team bekommen werde. Anschließend hatte Sané beim wichtigen 6:0 gegen die Slowakei zum Abschluss der WM-Qualifikation zweimal getroffen. Nun forderte Nagelsmann Unterstützung. "Wenn wir anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen, in Anführungszeichen, wird es garantiert nicht besser. Das ist in meinen Augen der falsche Weg", sagte der Bundestrainer. Kapitän Joshua Kimmich stellte sich ebenfalls hinter seinen früheren Bayern-Mitspieler: "Bei Leroy wirkt vielleicht vieles nicht so positiv, wie es dann auch ist. Er ist schon einer, dem immer daran gelegen ist, dass wir gut spielen, dass wir gewinnen."