US-Reise: Howdy Mr. Söder! CSU-Chef reist nach Texas
Nach Wochen und Monaten mit innenpolitischem Schwerpunkt geht es für Bayerns Regierungschef Söder über den großen Teich in die USA. Fernab von Washington hat er sich viel vorgenommen.
Inmitten der Proteste gegen US-Präsident Donald Trump zieht es CSU-Chef Markus Söder erstmals in seiner Amtszeit als bayerischer Ministerpräsident in die USA. Ziele der Reise sind die wirtschaftlich starken US-Bundesstaaten Texas und South Carolina.
Anders als einst Edmund Stoiber 2002 macht Söder um die Hauptstadt Washington mit Präsident Trump einen großen Bogen. In vielen US-Städten waren zuletzt Bürger unter dem Motto "No Kings" gegen die Trump-Regierung auf die Straße gegangen.
Söder: Lage in USA "durchmischt und konfrontativ untereinander"
Söder bezeichnete die Lage in den USA vor seiner Abreise als "durchmischt und konfrontativ untereinander", die Zeiten seien "irr und wirr". Umso wichtiger sei es, jenseits der Regierung in Washington und jenseits der dortigen nicht einfachen Lage gerade auf den regionalen Ebenen, also in Texas, aber vor allem in South Carolina, Kontakte zu knüpfen. "Für Bayern ist wichtig: Wir bringen immer eine Menge mit rein. Wir sind technologisch eines der innovativsten Länder, haben einen sehr guten Ruf auch in der Welt, werden auch unser gesamtes Ziel der Auslandsrepräsentanz neu ordnen, strategisch."
Meilenstein: Besuch bei Nasa in Houston
Söder nannte den Besuch im texanischen Houston auch für ihn persönlich einen Meilenstein. Hier will Bayern die Kooperation mit der Nasa in der Raumfahrt intensivieren. "Das wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Heute sind wir auf einem Level." Vor dem Termin beim Nasa Mission Control Center in Houston am Montag will Söder nach seiner Ankunft am Sonntagnachmittag (Ortszeit) auf einer Cowboy-Ranch auch die typische Kultur im Land Cowboy-Hüte erleben.
Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München hat schon lange eine Standleitung nach Texas – Söder will mit seinem Besuch die Kooperation vertiefen. Unter anderem soll es ein Projekt zum Thema KI-Steuerung in der Raumfahrt geben. "Das künftige Mondkontrollzentrum der Esa ist ja in Bayern, und das wiederum ist dann auch für künftige Missionen Mond, Mars mit der Nasa in Kooperation. Das ist schon was Großes, was da stattfindet."
Bei Söders Reisen geht es immer auch um Land und Leute
Zweimal war Söder nach eigener Aussage schon in den USA, "einmal in New York 2012 und einmal an der Westküste 2014". Nun folgt also die erste Dienstreise als Regierungschef. "Wir wollen Allianzen zu Power-Regionen schließen. Neben Texas ist das South Carolina – auch hier gibt es bereits eine enge Verbindung in den Freistaat: BMW betreibt in Spartanburg sein wichtigstes und größtes Auslandswerk.
Am Mittwoch soll es auch politische Gespräche geben. Unter anderem sind ein Empfang samt politischer Gespräche mit South Carolinas Gouverneur Henry McMaster – wie der US-Präsident ein Republikaner – in Columbia sowie ein Empfang im Senat und im Repräsentantenhaus geplant. Hier dürfte es auch um die gerade auch für Deutschland und Bayern schmerzhaften US-Zölle sowie den Protektionismus gehen.
Zum Abschluss geht es noch um den US-Unabhängigkeitskrieg
Zum Abschluss will Söder passend zum Jubiläum eine historische Stätte zum 250. Jahrestag zum US-Unabhängigkeitskrieg besuchen. South Carolina war bei dem Krieg zwischen Nord- und Südstaaten Schauplatz von mehr als 200 Schlachten.