Jahresbericht: Mehr Arbeit für Schleswig-Holsteins Verwaltungsgericht
Asylverfahren sorgen für höhere Eingangszahlen: 2025 gingen fast 6.000 neue Fälle am Verwaltungsgericht ein, vor allem aus Afghanistan, Türkei und Syrien. Es gibt aber auch positive Entwicklungen.
Die Zunahme der Asylverfahren sorgen für deutlich mehr Arbeit am Schleswig-Holsteiner Verwaltungsgericht. Im Asylbereich gingen 2025 dort 5.792 neue Verfahren ein, wie das Gericht berichtete. Das entsprach einem weiteren Anstieg um knapp 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den meisten Verfahren ging es um Menschen aus Afghanistan (1.234 Verfahren), der Türkei (962) und Syrien (893). Die Ablehnungsquote lag insgesamt bei knapp 63 Prozent.
In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres schwächte sich der Trend hoher Eingangszahlen etwas ab. Bis zum 15. März kamen 944 Asylverfahren hinzu, davon 758 neue Asylklagen und 186 Asyleilverfahren.
Die Gesamtzahl aller neuen Verfahren in erster Instanz stieg zum vierten Jahr in Folge an. 2025 gingen insgesamt 9.322 neue Verfahren ein und damit knapp ein Drittel (32 Prozent) mehr als im Jahr zuvor. Trotz der hohen Eingangszahlen erledigten die Richterinnen und Richter 7.220 Klagen, davon 4.568 Asylverfahren. Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrug knapp zehn Monate.
Mehr Stellen geschaffen – doch Präsidentin warnt
Zwar schuf das Justizministerium 2025 zehn neue Stellen am Verwaltungsgericht. "Aber dieser Pfad muss fortgesetzt werden", sagte die Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts Maren Thomsen. Für 2026 seien vier weitere Stellen geschaffen worden. "Diese werden sich als ein Tropfen auf dem heißen Stein erweisen, wenn der Haushaltsgesetzgeber angesichts der massiv angestiegenen Eingangszahlen nicht noch einmal nachsteuert."
Am Oberverwaltungsgericht blieb die Zahl der neuen Verfahren mit 973 nahezu konstant (2024: 1.016). Auch dort macht das Asylrecht mit knapp 42 Prozent den größten Teil der Neueingänge aus. 410 Asylverfahren gingen 2025 ein (2024: 418). In den meisten Verfahren ging es um Menschen aus der Türkei (131 Verfahren), dem Jemen (49), dem Irak (45) und dem Iran (42).
Die Zahl der abgeschlossenen Verfahren stieg um 14 auf 1.065 Fälle. Im Schnitt dauerten die Verfahren 14,6 Monate.