Landgericht Dortmund: Schüsse und Explosionen im Rocker-Milieu: Haftstrafen
Zwei ehemalige Mitglieder eines Rocker-Clubs sollen für drei Anschläge auf Wohnhäuser im Ruhrgebiet verantwortlich sein. Das Gericht verhängt hohe Haftstrafen.
Das Dortmunder Schwurgericht hat am Montag zwei ehemalige Mitglieder eines Rocker-Clubs zu jeweils acht Jahren Haft verurteilt. Die beiden 26 und 34 Jahre alten Männer sollen im Februar 2025 mehr als 50 Schüsse aus einem Maschinengewehr auf ein Wohnhaus in Holzwickede abgegeben haben. Wenige Tage später sollen sie in Bochum und Oberhausen zwei Sprengstoffanschläge auf Mehrfamilienhäuser verübt haben.
Aus dem Club geworfen
Die Richter sind davon überzeugt, dass Hintergrund aller Taten Streitigkeiten im Rocker-Milieu waren. Der 34-Jährige war vor dem Anschlag in Holzwickede aus dem Motorrad-Club geworfen worden und galt fortan als "vogelfrei". In dieser Situation habe er sich dazu entschlossen, selbst in die Offensive zu gehen und Angst und Schrecken zu verbreiten, hieß es in der Urteilsbegründung.
Das Haus in Holzwickede gehörte offenbar dem Präsidenten des Clubs, der den 34-Jährigen hinausgeworfen hatte. Auch in den Häusern in Bochum und Oberhausen sollen Club-Mitglieder oder deren Angehörige leben.
Hoher Sachschaden, keine Verletzten
Bei allen Taten entstand ein erheblicher Sachschaden. Menschen wurden jedoch nicht verletzt.
Der 34-jährige mutmaßliche Haupttäter hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Außerdem stützen sich die Richter auf die Zeugenaussage seiner Ex-Partnerin, die ebenfalls umfassende Angaben gemacht hatte. Der 26-Jährige hatte seine Beteiligung an den Taten dagegen bis zuletzt bestritten.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.