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"OAZ: Chefredakteur geht – nur drei Wochen nach dem Start

Gerade erst gestartet, schon steht die "OAZ" vor einem Führungswechsel. Nach dem schnellen Abschied von Dorian Baganz bleibt die Stelle des Chefredakteurs vorerst offen. Wenige Wochen nach der Erstveröffentlichung der "Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung" (OAZ) verlässt Dorian Baganz die Chefredaktion. Er scheide umgehend auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus, hieß es in einer Mitteilung der Ostdeutschen Medienholding. Baganz selbst sprach in einer Mitteilung davon, dass er am 11. März von der Möglichkeit Gebrauch gemacht habe, das Arbeitsverhältnis während der Probezeit mit kurzer Frist zu beenden. "Bei dieser Entscheidung spielten unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung ebenso eine Rolle wie Fragen der persönlichen Zusammenarbeit." Erst Anfang Februar hatte Verleger Holger Friedrich Baganz als Chefredakteur der "OAZ" vorgestellt. Baganz war maßgeblich an der Aufbauphase des neuen Medienprojekts beteiligt. Friedrich dankte ihm "für seinen Einsatz in der intensiven Aufbauphase unseres Projekts". Er habe maßgeblich dazu beigetragen, die "Ostdeutsche Allgemeine Zeitung" auf den Weg zu bringen. Geschäftsführer Jehmlich: "Nehmen Feedback sehr ernst" Die Nachfolge in der Chefredaktion ist den Angaben der Ostdeutschen Medienholding zufolge noch offen. "OAZ"-Geschäftsführer Dirk Jehmlich betonte, dass sich viele Leser eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur mit ostdeutscher Biografie wünschen. "Dieses Feedback nehmen wir sehr ernst." Baganz stammt aus Duisburg . Friedrich hatte Mitte Februar die "OAZ" an den Markt gebracht. Die Zeitung erscheint freitags in Print und an den übrigen Tagen digital. Herausgegeben wird sie vom neu gegründeten Ostdeutschen Verlag. Der 60-jährige Unternehmer hat den Anspruch formuliert, die neu gegründete Zeitung zum "publizistischen Leitmedium für Ostdeutschland" zu machen, wie es auf der Webseite der Zeitung heißt. Friedrich: "Ich will nicht stigmatisiert werden" Doch die Kritik an dem Verleger reißt auch mit dem "OAZ"-Projekt nicht ab. So bemängelte der Journalistikprofessor Volker Lilienthal angesichts der Erstausgabe der Zeitung etwa einen "tendenziösen Gastbeitrag" in Sachen China , die mangelnde Abgrenzung zur AfD , oder die unmissverständliche Russlandfreundlichkeit des Blatts. "OAZ": Die ganze Blattkritik von Lilienthal lesen Sie hier. Verleger Friedrich sieht sich ohnehin seit Jahren Vorwürfen übermäßiger Russlandtreue ausgesetzt. Er befeuere in seinen Publikationen einen populistischen Diskurs, gehe auf "Kuschelkurs mit Autokraten", hieß es 2025 in einem Beitrag der "taz". Auch übe er unbotmäßigen redaktionellen Einfluss auf seine Mitarbeiter aus. Bei einer Podiumsdiskussion in Berlin warf selbst Springer-Chef Mathias Döpfner seinem Verlegerkollegen vor, er habe "auffallend oft" Verständnis für die AfD, Russland und China. "Ist da unterschwellig eine Sympathie für das Autoritäre?", fragte Döpfner. Friedrich selbst versteht sich wohl als publizistische Avantgarde. Er nannte die Gründung der "OAZ" im Gespräch mit der "Welt" eine "Fuck-you-Geste" in Richtung des politischen und gesellschaftlichen Establishments. Häufig beklagt er, dass die Wiedervereinigung letztlich zulasten der Ostdeutschen verlaufen sei. Auch fordert er Entschuldigungen für die Kränkungen, die Ostdeutsche erlitten hätten – etwa vom Bundespräsidenten. Zu seiner persönlichen Motivation für die Zeitungsneugründung sagte Friedrich: "Ich will nicht stigmatisiert werden, und viele Menschen in Ostdeutschland wollen es ebenso nicht." Die "Süddeutsche Zeitung" wollte noch etwas anderes bei Friedrichs verlegerischem Engagement entdeckt haben: "Trotz als Geschäftsmodell".

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