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Agrarchemie: Gericht genehmigt Bayers Glyphosat-Deal mit Klägern vorerst

Stern 

Mit einem milliardenschweren Vergleich mit US-Klägern möchte Bayer den Rechtsstreit zu Glyphosat endlich in den Griff bekommen und abhaken. Daumen rauf, signalisiert ein Gericht - vorerst.

Der Agrarchemiekonzern Bayer kommt seinem Vorhaben ein Stück näher, die milliardenschweren Rechtsrisiken wegen Glyphosat-Klagen in den USA in den Griff zu bekommen. Nachdem die Leverkusener Mitte Februar einen Sammelvergleich mit der Klägerseite bekanntgegeben hatten, vermeldeten sie nun die vorläufige Genehmigung durch das zuständige Gericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri. 

Der Mitte Februar bekanntgegebene und bei Gericht eingereichte Deal umfasst Zahlungen von maximal 7,25 Milliarden US-Dollar (aktuell 6,23 Milliarden Euro) über bis zu 21 Jahre. Seine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten musste Bayer deswegen um vier Milliarden auf 11,8 Milliarden Euro erhöhen. Mit dem Sammelvergleich sollen sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden, bei denen eine Krebserkrankung geltend gemacht wird (Non-Hodgkin-Lymphom/NHL). 

"Das ist der erste wichtige Schritt für die Umsetzung des Sammelvergleichs", teilte Bayer nach der vorläufigen Entscheidung des Gerichts mit. "Wir sind überzeugt, dass der langfristige und solide finanzierte Vergleichsvorschlag, der von führenden Klägerkanzleien unterstützt wird, durch das Gericht endgültig genehmigt werden sollte." 

Konzernchef Bill Anderson hatte am Vormittag die Jahreszahlen des Herstellers von Unkrautvernichtern und Saatgut für das Jahr 2025 vorgestellt und sich dabei zuversichtlich gezeigt, dass das grüne Licht aus St. Louis bald kommen würde. Schon wenige Stunden später war es so weit. 

Nur ein Schritt von mehreren 

Das grüne Licht ist allerdings nur ein Schritt hin zur finalen Genehmigung. Nach Angaben von Bayer informieren die Klägeranwälte nun ihre Mandanten. Denen wird eine Frist bis Anfang Juni eingeräumt, um den Vergleich abzulehnen oder Einwände bei Gericht einzubringen. Nach dieser Frist gibt es noch eine Anhörung von dem Gericht, danach steht die finale Genehmigung an. Gegen diese können allerdings wieder Rechtsmittel eingelegt werden. 

In den USA führten Zehntausende Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück. Während eine zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Einrichtung den Wirkstoff, der in dem Unkrautvernichter Roundup enthalten ist, 2015 als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft hatte, waren zahlreiche andere Einrichtungen von der WHO und von diversen Ländern anderer Meinung. Bayer betont stets, dass die Anwendung von Glyphosat sicher sei. Außerdem hoffen die Leverkusener auf ein positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts. Das soll ebenfalls helfen, die Klagewelle zu beenden - dieses Urteil wird im Juni erwartet.

Mitteilung von Bayer

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