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Für den Katastrophenfall: Rettung von Geschichte - wie Kulturgut geschützt werden soll

Stern 

Wenn in Museen, Archiven oder Bibliotheken das Wasser steigt oder ein Feuer ausbricht, muss es schnell gehen. Neue Ausrüstung soll helfen, wertvolles Kulturgut zu bewahren.

Vorsorge für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall: Neue zentral organisierte Ausrüstung soll an kulturellen Hotspots in Rheinland-Pfalz den Schutz wertvoller Kulturgüter verbessern. Extra zusammengestellte und vom Land finanzierte Sets mit Gerät und Schutzkleidung gehen nach Mainz, Speyer und Trier. Das für die Landeshauptstadt wurde nun an die dortige Berufsfeuerwehr übergeben. Die Sets stehen bereit, wenn es brennt, Wasser eindringt oder bei anderen Notfällen. 

Warum das Ganze? 

"Die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe im Ahrtal haben uns deutlich vor Augen geführt, wie verletzlich unser kulturelles Erbe ist", sagt die rheinland-pfälzische Kulturministerin Katharina Binz (Grüne). Es gehe darum, gefährdete Kulturgüter im Ernstfall schnell und fachgerecht bergen und erstversorgen zu können. 

Die Direktorin des Landesmuseums Mainz, Birgit Heide, verweist auf Dresden. Dort habe sich schon gezeigt, welch fatale Folgen Hochwasser haben könne. 2002 waren durch die Fluten zahlreiche Archive in Mitleidenschaft gezogen worden. Andere Beispiele für Notlagen, in denen Kulturgut zu Schaden kam, waren der Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 oder der Brand in der "Herzogin Anna Amalia Bibliothek" im thüringischen Weimar 2004. 

Natürlich gehe in einer Katastrophe immer die Rettung von Menschenleben vor, sagte Binz. Aber auch die Rettung von Kulturgütern dürfe nicht vergessen werden. "Sie prägen maßgeblich unsere Identität." Wichtig werden kann die Ausrüstung auch schon bei kleineren Vorfällen wie etwa einem Wasserrohrbruch oder einem Heizungsdefekt. Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) erinnerte an einen Wasserschaden in der Stadtbibliothek, der zum Glück glimpflich ausgegangen sei. 

Was gehört zur Ausrüstung?

Zusammengestellt wurden die Ausrüstungssets von der Schempp Bestandserhaltung GmbH aus dem baden-württembergischen Kornwestheim. Sie hat sich auf die Restaurierung und den Erhalt von beschädigten Kulturgütern spezialisiert, war 2021 auch nach der Flutkatastrophe im Ahrtal vor Ort. Thüringen habe nach dem Brand in der "Herzogin Anna Amalia Bibliothek" zuerst die Idee solcher Sets entwickelt. Darauf sei aufgebaut worden, erklärt Geschäftsführer Norbert Schempp, der selbst Buchrestaurator ist. 

Insgesamt rund 5.000 Einzelteile gehören zu einem Ausrüstungsset, darunter Gitterwägen, Räumwerkzeuge, Beleuchtung, Verpackungsmaterialien, ein Nass-Sauger oder ein Notstromaggregat. Auch Schutzkleidung - von Handschuhen bis zu Gummistiefeln mit Stahlkappen - findet sich darin, selbst eine Spitzhacke. Die werde etwa gebraucht, wenn in Regalen stehende Bücher nass geworden seien. Das Papier dehne sich aus, die Bücher seien ohne solches Werkzeug kaum mehr zu trennen, sagt Schempp. 

Gerade die Trennung einzelner Gegenstände ist für die Aufbewahrung und eine spätere Restaurierung wichtig. Nach einer Bergung werden Güter einzeln in sogenannte Stretchfolie verpackt, eingefroren und gefriergetrocknet. Das hilft, damit selbst empfindliche Stoffe wie Leder oder Pergament flexibel bleiben. 

Die gesamte Ausrüstung sei Feuerwehr-Standard, sagt Schempp. Der Satz für Mainz wurde von Ministerin Binz in der Brand- und Katastrophenschutzhalle der Berufsfeuerwehr Mainz übergeben. Letztere lagert und wartet alles. Ein Satz kostet nach Angaben des Kulturministeriums rund 47.000 Euro. Schempp sagt: "Das ist wie eine Risikolebensversicherung. Die schließt man ab in der Hoffnung, dass man sie nie braucht." 

Warum diese drei Standorte? 

Weil dort viele Kulturgüter und Kultureinrichtungen sind und es dort Notfallverbünde gibt, das sind Zusammenschlüsse von Kultureinrichtungen zur gegenseitigen Unterstützung bei Katastrophen. Zum Mainzer Notfallverbund gehören unter anderem das Dom- und Diözesanmuseum, das Kabarettarchiv, das Gutenberg-Museum oder das Landesmuseum in Mainz. 

Was bringen Notfallverbünde?

Sie seien ein Gewinn für alle Beteiligten, sagt Direktorin Heide vom Landesmuseum in Mainz. Es sei ein wichtiges Netzwerk, es gebe regelmäßige Treffen, wichtigen Austausch oder Schulungen zum Beispiel mit der Feuerwehr. Zwar habe jedes Haus etwas unterschiedliche Bedürfnisse, aber eine ganze Reihe an Herausforderungen betreffe alle. 

Die Erstversorgung von Kulturgütern sei enorm wichtig, erklärt Heide, um irreversible Schäden zu vermeiden. Es brauche Fachwissen, etwa dazu, wie vorgegangen werden müsse, wenn Löschwasser oder -schaum auf Objekte eingewirkt haben, wenn es Rußschäden gibt oder verschmutztes Wasser eingedrungen ist.

In Trier, wo sich 2024 zehn Archive, Museen und Bibliotheken zusammengeschlossen haben, gehört zur gemeinsamen Strategie auch ein Notfallplan mit klaren Handlungsanweisungen. Jede Institution hat eine verantwortliche Person, die einen Einsatz koordiniert. 

Restauratorin Maria Krämer von der Wissenschaftlichen Bibliothek der Stadt Trier erklärte zum Start des Verbundes 2024, bei eindringendem Wasser komme es insbesondere bei organischen Materialien wie Papier, Holz oder Leder auf die ersten Stunden an. Dann könne Schimmelwachstum stattfinden, und das sei nichts anderes als die Zerstörung dieses Kulturguts. 

Das Netzwerk helfe auch ganz praktisch, sagt Heide in Mainz. Die Telefonnummern der anderen zu kennen, sei wertvoll, wenn kurzfristig Restauratoren gebraucht werden oder wenn es mal helfende Hände brauche, um Kulturgüter auszulagern. 

Was gehört sonst noch zum Schutzkonzept?

Bereits im vergangenen Jahr bekamen einzelne Einrichtungen kleinere Notfallsets untergebracht in Boxen. Rund 100 Häuser seien damit ausgestattet, sagt Binz. Außerdem wurde 2025 ein landesweites Kulturgutkataster gestartet. Das gibt Einsatzkräften einen Überblick, an welchen Standorten sich Kulturgüter befinden. In der Form sei das bundesweit einzigartig, betont die Ministerin. Es sei eine Folge aus der Ahrtalflut, dort sei Einsatzkräften nicht klar gewesen, wo überall wertvolles Kulturgut sei. 

Außerdem sind weitere Großgeräte für Rettungsaktionen ausgeschrieben worden, zum Beispiel ein sogenannter Notfallcontainer und ein Kulturgutschutz-Lkw. Sie sollen einmal an die Berufsfeuerwehr Koblenz gehen. 

Wer koordiniert die Anschaffung der Ausrüstungssätze?

Das obliegt der im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz verorteten Landesstelle für Bestandserhaltung, in Absprache mit Notfallverbünden und Berufsfeuerwehren. Die Landesstelle sei für alle relevanten Einrichtungen eine zentrale Anlaufstelle in Fragen der Bestandserhaltung und Notfallvorsorge, erklärt der stellvertretende Leiter des Landesbibliothekszentrums, Hans-Günter Scheer. Die Leiterin der Landesstelle, Beate Umann, sagt, nun komme es darauf an, mit den Ausrüstungssätzen zu üben, damit alle Beteiligten Routine und Sicherheit für den Einsatz bekämen.

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