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3.845 Tonnen Strauchbeeren: Heidelbeer-Rekord - aber Verband bei Aussicht verhalten

Stern 

Boom bei Heidelbeeren in Brandenburg. Trotz der Rekordergebnisse von 2025 sagt der Gartenbauverband, warum eine gute Obst-Ernte keineswegs sicher ist.

Trotz einer Rekordernte bei Heidelbeeren im vergangenen Jahr in Brandenburg bleibt der Gartenbauverband mit einer Prognose für die diesjährige Beerensaison vorsichtig. Denn die Betriebe wissen: Spätfröste können zu Ertragseinbußen führen.

Der Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, Klaus Henschel, zeigte sich nicht verwundert von den Ernteergebnissen 2025: "Im Jahr davor gab es hohe Frostschäden und viele Betriebe haben nur mit staatlicher Hilfe überlebt." Generell sei ein guter Ertrag dann zu erzielen, wenn verschiedene Kriterien stimmten: ausreichend Sonne für genügend Photosynthese, richtige Bewässerung der Pflanzen und kein Pech mit Schädlingen, sagte Henschel auf Anfrage. Deshalb lasse sich eine erfolgreiche Ernte auch nicht vorhersagen. Unter anderem der anstehende Spätfrost sei gefährlich für die Blüten der Obstpflanzen. 

Rekordergebnis bei Ertrag 2025 

Kulturheidelbeeren wurden 2025 auf 405 Hektar angebaut - das sind 20 Hektar weniger als im Vorjahr, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in dieser Woche mitgeteilt hatte. Dennoch wurde mit einer Erntemenge von 2.955 Tonnen und einem Hektarertrag von 7,29 Tonnen ein Rekordergebnis für Brandenburg erzielt. Einen ähnlich hohen Ertrag gab es zuletzt 2014. 

Rund 10 Prozent der Heidelbeeren wurden laut Behörde im ökologischen Anbau produziert. Nach Niedersachsen gehört Brandenburg zu den bedeutendsten Produzenten dieser Strauchbeerenart. Es gibt aber auch starke Importe aus dem Ausland.

Setzen Betriebe stärker aufs Selbstpflücken? 

Viele Obst-Betriebe leiden nach Darstellung Henschels unter der Anhebung des Mindestlohns, zumal der Verkaufspreis der blauen Beeren im Einzelhandel nicht entsprechend steige. Deshalb setzten viele Betriebe auf das Selbstpflücken, weil sie sich so etwa Personal sparen lasse. Doch für eine erfolgreiche Selbsternte vom Feld brauche man "einen langen Atem", so Henschel. Das müsse sich bei den Kunden herumsprechen, und die Beeren müssten gut schmecken. 

Seit Januar 2026 gilt ein Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde. Anfang 2027 soll der Mindestlohn weiter auf 14,60 Euro steigen.

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