Venezuela: Oppositionspolitiker offenbar kurz nach Freilassung entführt
Rätsel um Juan Pablo Guanipas Schicksal: Der Oppositionspolitiker ist laut Venezuelas Friedensnobelpreisträgerin Machado nach seiner Freilassung entführt worden.
In Venezuela soll der prominente Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis verschleppt worden sein. Das teilte Oppositionsführerin María Corina Machado, die Ende vergangenen Jahres den Friedensnobelpreis erhalten hatte, auf der Plattform X mit. "Vor wenigen Minuten wurde Juan Pablo Guanipa in der Siedlung Los Chorros in Caracas entführt", schrieb sie.
Schwer bewaffnete Männer in Zivilkleidung seien in vier Fahrzeugen gekommen und hätten ihn gewaltsam mitgenommen. "Wir fordern seine sofortige Freilassung", erklärte Machado. Die venezolanische Staatsanwaltschaft ihrerseits teilte mit, sie habe die Festnahme Guanipas beantragt, da er gegen Auflagen verstoßen habe. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.
Venezuela: Guanipa im Mai 2025 festgenommen
Guanipa, der Vorsitzende der Partei "Primero Justicia", war im Mai 2025 festgenommen worden. Die Regierung des damals noch amtierenden autoritären Staatschefs Nicolás Maduro warf ihm vor, Terroranschläge geplant zu haben, um die Parlaments- und Regionalwahlen zu stören.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal gibt es in dem südamerikanischen Land rund 800 politische Häftlinge. Viele waren bei den Protesten gegen die von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl Maduros 2024 festgenommen worden.
Wenige Tage nach der Intervention der USA und der Festnahme Maduros Anfang Januar kündigte die Regierung der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez die Freilassung einer großen Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener an.