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Sehenswert: Kunst-Entdeckungen 2026 in Mecklenburg-Vorpommern

Stern 

Spektakuläre Kunstmomente bietet das neue Jahr im Nordosten. Große Namen locken. Dafür muss man mitunter aber schnell sein.

Das Kunstjahr 2026 bietet in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Entdeckungsmöglichkeiten. Eine Auswahl:

Baselitz-Gemälde 72 Stunden in Prerow

Wer dieses Kunstereignis erleben will, muss schnell sein: Für ganze 72 Stunden, vom 22. Mai um 15.00 Uhr bis zum 25. Mai um 15.00 Uhr, wird in der Seemannskirche Prerow ein drei mal vier Meter großes Gemälde von Maler-Star Georg Baselitz gezeigt. Es trägt den Titel "Mein Vater sieht einen Engel".

Das Gemälde entstand 1996 in Aufarbeitung seiner Familiengeschichte, wie der Förderverein der 300 Jahre alten Seemannskirche Prerow berichtet. "Es greift auf die gemeinsamen Urlaube der Familie Kern, so der Geburtsname des Künstlers, auf dem Zeltplatz in Prerow sowie Besuche in der Seemannskirche zurück. An diese Zeit erinnert sich der Künstler, wie er im Gespräch mitteilte, noch sehr gerne." Baselitz stelle das Bild dem Förderverein kostenfrei zur Verfügung – und auch der Eintritt zu "Georg Baselitz – 72 Stunden nonstop in Prerow" ist den Angaben zufolge frei.

Eröffnung auf Schloss Ludwigslust

Ludwigslust ist eine besondere Perle in Mecklenburg-Vorpommern: Die Barockstadt wurde im 18. Jahrhundert als Residenzstadt von Herzog Friedrich dem Frommen erbaut, wozu natürlich auch ein Schloss gehörte. Rund 15 Jahre lang ist es mit Millionenaufwand und Liebe zum Detail restauriert worden: zuerst bis 2016 der Ostflügel, jetzt der Westflügel und der Goldene Saal in der Mitte.

Am 30. Mai sollen Westflügel und Goldener Saal festlich wiedereröffnet werden und das Schloss dann auch wieder komplett erlebbar sein. So viel kann verraten werden: Im Westflügel wird sich viel um Alexandrine drehen. Die Tochter der berühmten preußischen Königin Luise heiratete 1822 den mecklenburgischen Erbprinzen und brachte großstädtischen Glanz aus Berlin mit auf Schloss Ludwigslust.

Janosch und Mattheuer in Rostock

Unter dem Leitmotiv "Wo ist dein Panama?" würdigt eine große Janosch-Ausstellung in der Kunsthalle Rostock (5. Juli bis 13. September) den bedeutenden Zeichner zu dessen 95. Geburtstag. Neben erwachsenen Fans dürfte die Schau auf 700 Quadratmetern auch viele Familien anziehen. Die Kunsthalle stellt sich darauf ein und bietet unter anderem ein Tigerenten-Café und einen Tigerenten-Express. In einem "Wohnzimmer von Tiger & Bär" gibt es Hörstationen, wie die Kunsthalle weiter mitteilte. Janosch soll aber auch als künstlerischer Gesellschaftskritiker zu erleben sein.

Den gezeichneten Reise-Erinnerungen des bedeutenden DDR-Künstlers Wolfgang Mattheuer (1927-2004) ist eine weitere Ausstellung in der Kunsthalle gewidmet (18. April bis 21. Juni). Die Papierarbeiten seien noch nie ausgestellt worden, so die Kunsthalle. "Eine Entdeckung aus dem umfangreichen künstlerischen Nachlass des Leipziger Bildermachers, der von der Galerie Schwind betreut und inventarisiert wird." Ein Großteil halte Mattheuers Landschaftseindrücke des Vogtlandes sowie seiner zahlreichen Reisen im In- und Ausland fest. Mattheuer-Fans können den Angaben zufolge auch das zeichnerische Frühwerk des Malers aus den 1940er und 1950er Jahren kennenlernen, das laut Kunsthalle bisher völlig unbekannt ist.

Picasso und ein Berliner Künstlerduo in Güstrow

Die Barlach-Museen bringen Werke von Picasso nach Güstrow und setzen sie in Beziehung zum in Berlin lebenden Künstlerduo Thomas und Renée Rapedius (8. März – 31. Mai). Die Ausstellung lässt Arbeiten auf und aus Papier aufeinandertreffen, wie die Ernst Barlach Museen Güstrow mitteilen. 

Für Picasso sei Papier oft der Ausgangspunkt für seine Innovationskraft gewesen. "In Zeichnungen und Druckgrafiken testete er neue Techniken, brach mit Sehgewohnheiten und entwickelte seine Bildsprache stetig weiter. So schuf er eines der umfangreichsten grafischen Œuvres des 20. Jahrhunderts." Mit Arbeiten aus der Sammlung Klewan mache die Ausstellung einen Zeitraum von über drei Jahrzehnten in Picassos grafischem Werk sichtbar. Auch in den Arbeiten von Renée und Thomas Rapedius spielt Papier den Angaben zufolge eine zentrale Rolle.

Projekt "Hyparforum" auf Rügen für Baumeister Müther

Die futuristischen Beton-Schalenbauten des Rügener Bauingenieurs Ulrich Müther (1934-2007) sollen auf Deutschlands größter Insel stärker in den Fokus gerückt werden. Das neue Projekt "Hyparforum" soll laut Landestourismusverband im Frühjahr greifbar werden, wenn im Haus des Gastes in Binz eine neue Dauerausstellung öffnet. "Diese soll Interessierte und künftige Generationen begeistern und die Entstehungsgeschichte seiner Bauten präsentieren." Geplant ist demnach auch ein Architektur-Erlebnispfad auf Rügen. Ulrich Müther gilt als bedeutender Vertreter der Ostmoderne in der Architektur.

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