Protestaktion: Kita-Beschäftigte demonstrieren für bessere Bedingungen
Mehr Betreuende pro Kind, keine Kürzung bei den Sachkosten: Gut 1200 Kita-Beschäftigte protestieren vor dem Landtag gegen Reformpläne.
Kita-Beschäftigte aus Schleswig-Holstein haben am Donnerstag vor Beginn der Landtagsberatungen vor dem Kieler Landeshaus für bessere Bedingungen in den Einrichtungen demonstriert. Nach Polizeiangaben beteiligten sich an dem Protest gut 1200 Menschen. Auf Plakaten stand unter anderem "Kita... come in & burn out" oder "Was ist klein, bunt und hat kein Personal?".
Am Donnerstagnachmittag (gegen 15.30 Uhr) wollte der Landtag auf Antrag von SPD und SSW über den Fachkräfte-Bedarf an den Kitas in den kommenden zehn Jahren beraten. Sie haben von der schwarz-grünen Landesregierung einen entsprechenden Bericht gefordert.
Neben Landtagsabgeordneten stellte sich auch Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) den Demonstranten. "Wir wollen mehr Verlässlichkeit in den Kitas, starke Fachkräfte und eine faire Finanzierung unter allen Beteiligten", sagte Touré. "Es ist ein wichtiges Signal, wenn so viele Menschen wie heute in Kiel auf die Straße gehen und diese Anliegen teilen."
Eine Sprecherin der Interessengemeinschaft Kitas in Gefahr forderte, die Anzahl der Fachkräfte pro Kind in den Kitas zu erhöhen. Außerdem gebe es zu viel Bürokratie und zu wenig Nachwuchs. Eine selbstständige Tagesmutter aus Glückstadt (Kreis Stormarn) kritisierte Kürzungen bei den Sachleistungen. "Das ist eine absolute Vollkatastrophe."
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigte sich solidarisch mit der Demonstration der Landeselternvertretung der Kitas für bessere Bedingungen. "Die Eltern setzen heute ein wichtiges Zeichen für Kitas, in denen sich ihre Kinder wohlfühlen können", sagte der Co-Landesvorsitzende Henning Schlüter. "Dazu zählen kleinere Gruppen, ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel, Verlässlichkeit, eine solide Finanzierung - und aus gewerkschaftlicher Sicht natürlich ganz obenan die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten." Mehr Kita-Plätze und eine höhere Verlässlichkeit könne es nur mit deutlich mehr qualifiziertem Personal geben.