Paukenschlag in der Bundesliga: Erstmals wird eine Frau an der Seitenlinie stehen. Marie-Louise Eta übernimmt die Männermannschaft von Union Berlin. Sie hat die U19 des Bundesligaligisten FC Union Berlin trainiert und den nächsten Job bereits in der Tasche. Doch Marie-Louise Eta muss erstmal die Frauen alleine lassen. Denn völlig überraschend hat sich der Verein am Samstagabend von Trainer Steffen Baumgart getrennt. Bis zum Saisonende soll jetzt Marie-Louise Eta übernehmen. Nach der Sommerpause soll sie dann wie bereits geplant die Frauenmannschaft übernehmen. "Der Verbleib in der Bundesliga ist angesichts der Punkteabstände in der unteren Tabellenhälfte noch nicht gesichert. Ich freue mich, dass mir der Verein diese anspruchsvolle Aufgabe anvertraut. Eine Stärke von Union war und ist es, in solchen Situationen gemeinsam alle Kräfte zu bündeln. Und natürlich habe ich die Überzeugung, dass wir mit dem Team die entscheidenden Punkte holen", so Marie-Louise Eta zum Saisonendspurt. Die 32-Jährige schreibt damit Fußballgeschichte. Sie ist die erste Frau, die eine Bundesliga-Mannschaft trainiert. Eta war selbst eine erfolgreiche Spielerin: Unter ihrem Geburtsnamen Bagehorn lief sie beim FFC Turbine Potsdam auf. Sie gewann mit dem Verein dreimal die Deutsche Meisterschaft und gewann 2010 die Champions League . Die gebürtige Dresdnerin spielte außerdem für die Nationalmannschaft. Mit der U17 wurde sie 2008 Europameister, mit der U20 wurde sie 2010 Weltmeister. Erste Frau mit Pro-Lizenz Wegen ihrer Verletzungen beendete sie bereits mit 26 Jahren ihre aktive Zeit und wechselte auf die Trainerbank. Bei Werder Bremen wurde sie 2014 Trainerin der U15-Frauen. Dann kam der Anruf aus Frankfurt: Der DFB wollte sie für die U-15-Nationalmannschaft haben und macht sie zur Co-Trainerin. Marie-Louise Eta absolvierte parallel Lehrgänge und absolvierte 2022 als einzige Frau den Pro-Lizenz-Lehrgang der DFB-Akademie, wie bundesliga.de berichtet. Seitdem ist Eta berechtigt, als Coach bei Mannschaften der Bundesliga und der 2. Bundesliga zu arbeiten. Vor drei Jahren wechselte sie dann in die Hauptstadt und stand als Co-Trainerin dem Frauen-U19-Team von Union Berlin unter Führung von Marco Grote zur Seite. Irgendwie hat sie wohl geahnt, dass dies nicht die letzte Station ist. "Ich kann mir vieles gut vorstellen", sagte Eta vor einiger Zeit laut bundesliga.de auf die Frage, wohin denn die Reise als Trainerin in Zukunft gehen soll und fügte hinzu: "Irgendwann eine Jugend-Nationalmannschaft zu übernehmen, als Co-Trainerin in den Männer-Profiligen zu arbeiten, einen Frauen-Bundesligisten zu coachen, genauso U-17- oder U-19-Jungs." Jetzt ist es sogar der Chefposten geworden.