2. Fußball-Bundesliga: Hertha-Aufholjagd vorbei? "Hatten dieses Spiel tausendmal"
Pfosten, Paraden, Pech: Hertha vergibt gegen Kaiserslautern wieder eine große Chance – könnte im Aufstiegsrennen endgültig den Anschluss zu verlieren.
Hertha-Kapitän Fabian Reese sackte nach dem Abpfiff auf den Rasen nieder und riss sich frustriert das Stirnband vom Kopf. Auch bei Mitspieler Paul Seguin war die Enttäuschung nach der nächsten vergebenen und vielleicht letzten Gelegenheit im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga riesig.
"Vom Gefühl hatte ich dieses Spiel schon tausendmal in dieser Saison. Wir kriegen es irgendwie nicht hin, die entscheidenden Dinger dann auch mal reinzumachen", sagte der Mittelfeldspieler nach dem 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern im heimischen Olympiastadion. "Dann kriegst du ein Glücks-Gegentor von denen und du läufst wieder hinterher."
Wie schon so oft in dieser Saison verpasste die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl die Chance, wirklich nah an die Aufstiegsränge heranzukommen. Der Abstand auf Relegationsrang drei kann an diesem Spieltag wieder auf acht Zähler anwachsen, wenn es schlecht läuft. Die kleine Aufholjagd der Hertha in den letzten Wochen könnte fünf Spieltage vor Schluss endgültig vorbei sein. "Wir müssen ehrlich sein, es wird sehr schwer, eigentlich fast unmöglich", sagte Seguin.
Die Berliner dominieren, aber schießen keine Tore
Hertha hatte die Partie vor 53.419 Fans in Halbzeit eins dominiert, war vor dem Tor aber nicht zwingend genug. Reese ließ zwei Chancen aus. Distanzschüsse von Kevin Sessa und Jungstar Kennet Eichhorn parierte FCK-Keeper Julian Krahl stark. Die Berliner kamen zu Beginn mit klugem Passspiel immer wieder zwischen die Linien der Pfälzer. Die Gäste kamen kaum aus der eigenen Hälfte.
Kurz nach dem Seitenwechsel fiel dann fast aus dem Nichts das Tor des Tages für den FCK. Mergim Berisha, der im vergangenen Sommer auch in Berlin ein Thema war, profitierte nach einer Ecke von den viel zu zaghaften Klärungsversuchen der Hertha-Abwehr.
Die Sicherheit der Hausherren war zunächst dahin. Doch in der Schlussphase kamen die Berliner noch zu einigen hervorragenden Gelegenheiten - aber der Ball wollte nicht ins Tor. Der eingewechselte Luca Schuler scheiterte an Krahl. Seguin traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten. "Es lag häufig am letzten Pass, an der letzten Idee, die nicht gepasst hat", sagte Schuler.
Im ersten Spiel der Berliner nach den heftigen Krawallen in Dresden am vergangenen Wochenende, an denen auch Hertha-Fans beteiligt waren, blieb es immerhin auf den Rängen und um das Stadion laut Polizei ruhig.