Steht ein Machtwechsel in Budapest bevor? Laut den letzten Umfragen droht dem Ministerpräsidenten eine Niederlage bei der anstehenden Parlamentswahl am Sonntag. Am 12. April 2026 sind etwa 8,1 Millionen Wahlberechtigte in Ungarn zur Parlamentswahl aufgerufen. Der nationalistische Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Partei Fidesz stehen nach 16 Jahren an der Macht womöglich vor ihrer schwersten Aufgabe. Denn laut der letzten Umfragen vor der Ungarn-Wahl deutet sich ein Sieg des Herausforderers Péter Magyar und seiner Tisza-Partei ab. Telefonat mit Putin: Neuer Ärger für Viktor Orbán vor der Ungarn-Wahl 2026 "Dunkle Wolken ziehen auf": Mutmaßlicher Sabotageakt vor Ungarn-Wahl Letzte Umfrage vor der Ungarn-Wahl: Orbán droht Niederlage Laut der letzten Umfrage vor den Ergebnissen der Ungarn-Wahl kommt Magyars Partei bei der Website "politpro.eu", die die Erhebungen bündelt, auf 49,3 Prozent der Stimmen, während Orbán mit seiner Partei womöglich nur 40,5 Prozent der Stimmen erhalten könnte. Abseits der beiden dominierenden Parteien hat wohl nur noch Mi Hazank (Unsere Heimat/MH) eine Chance auf den Einzug ins Parlament in Budapest. Die rechtsextreme Partei steht in den letzten Umfragen für die Ungarn-Wahl derzeit bei 5,2 Prozent. Rechtsruck in Europa: "Was Orbán tut, ist unter der Gürtellinie" Umsturzpläne: Orbán macht seinem Konkurrenten vor der Ungarn-Wahl Vorwürfe Umfragen vor der Ungarn-Wahl: Gruppe verschärft Orbáns Situation Besonders groß scheint die Enttäuschung über die amtierende Regierung von Viktor Orbán in einer Wählergruppe zu sein. Laut einer weiteren Umfrage wollen nur etwa acht Prozent der Wählerinnen und Wähler zwischen 18 und 29 Jahren ihre Stimme der Fidesz-Partei geben. Das berichtet das unabhängige Institut Zavecz. "Fidesz versteht die jungen Menschen nicht mehr", sagt der Soziologe Daniel Gross. Das könne bei der Parlamentswahl durchaus entscheidend sein. Wenn alle Vollzeit-Studenten gemeinsam die gleiche Partei wählen würden, könnten sie diese über die Fünf-Prozent-Hürde ins Parlament heben, erklärt er. Einer der wichtigsten Gründe für die niedrigen Umfragewerte ist die fehlende Perspektive im Heimatland. Millionen im Visier: Orbán-Regierung setzt wohl auf umstrittene Datenspionage US-Präsident: Trump mischt sich in Ungarn-Wahl zu Gunsten von Orbán ein Umfragen vor der Parlamentswahl in Ungarn: Orbán droht bitteres Ergebnis Kurz vor der Wahl veröffentlichte auch das Meinungsforschungsinstitut Médian eine weitere Umfrage vor der Ungarn-Wahl . Aus der Hochrechnung geht hervor, dass die Partei von Herausforderer Magyar auf einen deutlichen Sieg und sogar auf eine Zweidrittelmehrheit bei der Parlamentswahl in Ungarn hoffen kann. Der Prognose zufolge könnte die Mitte-rechts-Partei Tisza zwischen 138 und 142 der 199 Sitze bei der Parlamentswahl in Ungarn erringen. 133 Sitze sind für eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Orbáns Fidesz käme demnach auf 49 bis 55 Sitze, während Mi Hazank mit fünf oder sechs Mandaten ins Parlament einziehen könnte. Aktuelle Umfragen vor der Ungarn-Wahl: Orbán-Partei glaubt an Sieg Die Schätzung von Médian basiert auf einer Analyse der fünf jüngsten Umfragen des Instituts von Ende Februar und März mit insgesamt 5.000 Befragten vor der Ungarn-Wahl . Médian gilt als eines der zuverlässigsten Meinungsforschungsinstitute in Ungarn. Während die meisten unabhängigen Wahlumfragen vor der Ungarn-Wahl Tisza in Führung sehen, verweist Fidesz auf Erhebungen, die einen Sieg von Orbáns Partei prognostizieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Umfragen meist von Instituten stammen, die finanzielle oder personelle Verbindungen zur Regierungspartei haben. Vorteil bei Ungarn-Wahl 2026: Orbán-Partei änderte Wahlrecht Das heute gültige Wahlrecht begünstigt die Gebiete in Ungarn, in denen die Fidesz-Partei besonders stark ist. Diese hat durch mehrere Wahlrechtsreformen dafür gesorgt, dass ländliche Wahlkreise durch ihren Zuschnitt mehr Gewicht bekommen als städtische, in denen Orban deutlich weniger Sympathie genießt. "Die Regierung hat die Wahlkreise für sich optimiert", sagte Kai-Olaf Lang von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) dem "Handelsblatt". Die Größe der Wahlkreise variiert zwischen 56.000 Wahlberechtigten in dem ländlichen Wahlkreis Tolna und 83.000 Wählern in einem der Budapester Wahlkreise. Bei der letzten Wahlreform 2024 wurden zudem zwei Direktmandate aus der Hauptstadt Budapest auf das ländliche Umland verlagert. Umfragen, in denen Tisza landesweit vorne liegt, könnten deshalb irreführend sein. Denn es kommt darauf an, wie viele Sitze beide Parteien im neuen Parlament in Budapest erringen können. Nach Einschätzung von Daniel Hegedüs vom Institut für Europäische Politik (IEP) braucht Tisza landesweit mindestens einen Vorsprung von fünf bis sieben Prozentpunkten, um eine parlamentarische Mehrheit erhalten zu können.