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Nach der Landtagswahl: Im Warten erprobt: Baden-Württemberg harrt neuer Regierung

Stern 

Die Regierungsbildung im Ländle zieht sich. Doch die Parteien haben Zeit. Dass es manchmal etwas länger dauert, daran sind Menschen (nicht nur) im Südwesten gewohnt. Mal mehr, mal weniger ausdauernd.

Gut einen Monat nach der Landtagswahl herrscht in Baden-Württemberg weiter Ungewissheit, ob das mit Grün-Schwarz noch was wird. Und wenn ja, wann die beiden Parteien in Koalitionsverhandlungen eintreten. In Rheinland-Pfalz sind CDU und SPD in Sachen Regierungsbildung schon einen deutlichen Schritt weiter - obwohl dort zwei Wochen später gewählt wurde.

Ein neidvoller Blick über die Landesgrenze ist aber nicht nötig - ist man im Südwesten das Warten doch gewohnt. Sei es auf einen Kitaplatz, die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 oder die Wiederherstellung des Onlineshops der Landesmarke "The Länd" nach einem Cyberangriff Ende Dezember. Und auf die nächste Fußball-Meisterschaft warten VfB-Fans seit 2007.

Konkretere Daten gibt es etwa für Wartezeiten auf einen Arzttermin: Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag der Krankenkasse AOK Baden-Württemberg wartet mehr als jeder fünfte Patient (22 Prozent) länger als vier Monate auf eine fachärztliche Behandlung, 8 Prozent sogar mehr als ein halbes Jahr. Zur Bearbeitung von Steuererklärungen wiederum brauchten die Finanzämter im Südwesten im vergangenen Jahr durchschnittlich 45 Tage - und damit vier mehr als 2024, wie das Finanzministerium mitteilte. 

Das Bearbeiten von BAföG-Anträgen - vom Eingang des Erstantrags bis zur ersten Auszahlung der Förderung - dauert indes beim Studierendenwerk Karlsruhe im Schnitt 8 Wochen, wie aus Zahlen des Wissenschaftsministeriums hervorgeht. In Freiburg und Ulm seien es 12, in Mannheim 24. 

Warten kann sich lohnen

Am Beispiel Studium wird deutlich, dass Wartezeiten auch etwas Positives haben können: Für zulassungsbeschränkte Studienfächer (außer etwa Medizin und Pharmazie) werden laut dem Ministerium 10 Prozent aller Plätze nach Wartezeit vergeben. Für den Rest zähle die Abiturnote als Qualifikation. Dass langes Warten sich lohnt, zeigte sich beispielsweise auch Anfang des Jahres, als die reaktivierte Hesse-Bahn nach mehreren Verschiebungen eröffnet wurde.

Apropos: Da die Pünktlichkeitswerte im Schienenpersonennahverkehr in den vergangenen Jahren laut dem Verkehrsministerium gesunken sind, heißt das im Umkehrschluss, dass Menschen immer öfter auf einen Zug warten müssen. 

Warten als Alltagsphänomen

Überhaupt ist Warten nichts Besonders. Im Gegenteil: Es sei allgegenwärtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens, heißt es auf der Internetseite der Uni Konstanz zu einem Projekt, das sich genau mit diesem Thema befasst. "Wir warten an Supermarktkassen und Bankschaltern, auf Bahnhöfen und Behörden; wir warten auf den Kellner und die Briefträgerin, auf den Urlaub und aufs Christkind", schreibt das Team um Projektleiter Andreas Göttlich. 

In einer westlich geprägten Sichtweise werde Zeit jedoch als knappe Ressource betrachtet und Warten folglich als Ressourcenverschwendung. "So sehr wir uns auch bemühen, Wartezeiten zu vermeiden, sind wir doch andauernd zum Warten gezwungen und müssen Mittel und Wege des Umgangs mit ihm finden."

Gerade passives Warten könnte richtig stressig sein, sagt Psychologin Susanna Strauß aus Neuweiler (Landkreis Calw). "Genau dann richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf das Warten selbst." Starrt man etwa den Toaster an und wartet darauf, dass das Brot herausspringt, zieht sich die Zeit gefühlt endlos. Deckt man währenddessen den Tisch, vergeht dieselbe Zeit plötzlich schneller.

"Hinzu kommt: Warten bedeutet fast immer, dass jemand anderes die Kontrolle hat - und ich selbst nicht", sagt Strauß. "Und Menschen sind nun mal nicht dafür gemacht, passiv zu reagieren, sondern aktiv zu handeln." Ein solches Gefühl von Kontrollverlust sei ein zentraler Stressfaktor. Je bedeutsamer der Ausgang sei, desto schwieriger werde das Warten - etwa beim Arzt. Fühlt man sich eingeschränkt, werde man ungeduldig, gereizt, manchmal sogar ärgerlich.

Wartezeit verkürzen, Stress vermeiden

Monitore im Wartezimmer mit Informationen schafften Ablenkung. Lange Wege am Flughafen sorgten für weniger Stillstand vor dem Gepäckband. In Aufzügen hängen Spiegel, damit man sich beschäftige - etwa sich selbst oder andere beobachte - statt auf die Stockwerk-Anzeige zu achten. "Auch in politischen Prozessen wäre oft schon viel gewonnen, wenn nicht nur Ergebnisse kommuniziert würden, sondern der Weg dorthin", so Strauß. "Wer versteht, was gerade verhandelt wird und warum es dauert, erlebt weniger Ohnmacht."

Ein Ansatz sei, den Fokus bewusst zu verschieben und die Selbstwirksamkeit zu stärken: "Weg von dem, worauf ich keinen Einfluss habe, hin zu dem, was ich gestalten kann." Statt sich zu ärgern, wenn der Bus vor der Nase wegfährt, was man selbst nicht mehr ändern kann, könnte man die Zeit zum Beispiel für einen Anruf bei jemandem nutzen, mit dem man lange schon sprechen wollte. 

Kein Zeitdruck für Regierungsbildung

Manchmal ist es auch wichtig, dass das Warten nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Im Notfall zum Beispiel. So sieht die umstrittene Reform des hiesigen Rettungsdienstgesetzes unter anderem vor, dass die Retter künftig in 95 Prozent der Fälle innerhalb von zwölf Minuten am Unfallort sein sollen.

Wenn Warten auf ein Ereignis oder eine Person hingegen eher sinnlos erscheint, spricht man gerne vom "Warten auf Godot". Die Redewendung stammt aus Samuel Becketts gleichnamigem Theaterstück. Godot selbst taucht darin niemals auf. Das Stück dauert - je nach Inszenierung - übrigens mehr als zwei Stunden. 

Völlig aussichtslos dürften die Verhandlungen von Grünen und CDU in Baden-Württemberg nicht sein, zumindest klangen die Verhandlungsführer Cem Özdemir und Manuel Hagel zuletzt nach Sondierungstreffen zuversichtlich. Andere realistische Koalitionsoptionen gibt es zudem nicht. 

Zeitdruck haben sie keinen: Die Landesverfassung gibt vor, dass spätestens drei Monate nach der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags eine Regierung gebildet und bestätigt sein muss. Diese erste Sitzung ist für den 12. Mai angesetzt. Damit bliebe für die Regierungsbildung Zeit bis Anfang August.

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