Trump setzt sein Ultimatum gegen den Iran vorübergehend aus – und spricht von einem möglichen Deal. Teheran widerspricht der Darstellung des US-Präsidenten. US-Präsident Donald Trump hat mit neuen Aussagen über ein angeblich bevorstehendes Abkommen mit dem Iran für Aufmerksamkeit gesorgt. Die USA und der Iran seien sich bei rund 15 Punkten einer möglichen Vereinbarung einig geworden, sagte Trump vor Reportern in Florida . Der Iran habe demnach zugestimmt, niemals in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Man stehe möglicherweise kurz vor einem Deal, sagte Trump. Es gebe in den meisten Streitpunkten wesentliche Übereinstimmungen, beide Seiten wollten den Krieg beenden. Noch am Montag soll es voraussichtlich ein weiteres Gespräch stattfinden. Trump erklärte zudem, dass die USA das Pentagon anweisen würden, militärische Angriffe auf iranische Kraftwerke und andere Teile der Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Diese Pause hänge jedoch vom Erfolg laufender Gespräche ab, teilte er am Montag mit. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, es habe in den vergangenen beiden Tagen gute und produktive Gespräche über eine vollständige Beilegung der Feindseligkeiten mit dem Iran gegeben. Newsblog : Alle aktuellen Nachrichten zur Eskalation in Nahost Ölpreis sinkt drastisch : Europas Börsen wieder im Plus Der US-Präsident sagte zunächst nicht ausdrücklich, mit wem auf iranischer Seite verhandelt wird. Klar machte Trump allerdings, dass es sich dabei nicht um das geistliche und politische Oberhaupt Ajatollah Modschtaba Chamenei handle. Der Iran habe "noch einige Anführer übrig", sagte Trump und fügte hinzu: "Wir verhandeln mit dem Mann, der meiner Meinung nach am meisten respektiert wird und der Anführer ist." US-Medien berichteten, die amerikanischen Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner stünden mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf in Kontakt. Demnach werde versucht, noch in dieser Woche ein Treffen in Islamabad zu organisieren, an dem auch US-Vizepräsident JD Vance teilnehmen könnte. Iran dementiert Trump-Kontakt Der Iran weist Trumps Darstellung allerdings entschieden zurück. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte auf der Plattform X, es gebe keine Gespräche mit den USA. Trump verbreite "Fake News", um die Öl- und Finanzmärkte zu beruhigen. Auch aus dem Außenministerium in Teheran hieß es laut iranischen Staatsmedien, in den vergangenen 24 Tagen habe es keine Verhandlungen oder Gespräche mit den USA gegeben. Irans Position zur Straße von Hormus und zu einem Ende des Kriegs sei unverändert. Nach Angaben iranischer Medien wirft Teheran dem US-Präsidenten zudem vor, bewusst die Unwahrheit zu sagen, um die Märkte zu beeinflussen. Aus iranischer Sicht sei Trump von seinem Ultimatum abgerückt, nachdem Teheran mit Gegenangriffen auf Energieinfrastruktur in der Region gedroht habe. Die Revolutionsgarden erklärten, ein Angriff auf das iranische Stromnetz werde in gleichem Maße beantwortet Im Machtapparat in Teheran bleibt die Lage zugleich unübersichtlich. Nach dem Tod des früheren Sicherheitschefs Ali Larijani richtet sich der Blick stärker auf Parlamentspräsident Ghalibaf. Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi bleiben ebenfalls wichtige Akteure. Unklar ist weiter, wer auf Seiten der Revolutionsgarden derzeit den Ton angibt und ob die Organisation einen möglichen diplomatischen Kurs mitträgt. Trump äußert sich auch zur Straße von Hormus Trump äußerte sich außerdem zur Straße von Hormus, einer für den Welthandel zentralen Schifffahrtsroute. Er sagte, die Meerenge könne bald wieder geöffnet und künftig gemeinsam von den USA und dem Iran kontrolliert werden. In der Nacht zum Sonntag hatte Trump dem Iran noch ein 48-Stunden-Ultimatum gesetzt: Sollte die Blockade der Straße von Hormus nicht aufgehoben werden, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen. Diese Frist wäre in der Nacht zu Dienstag ausgelaufen. Die Börsen reagierten erleichtert auf Trumps Kehrtwende. Der Ölpreis gab deutlich nach, auch Europas Aktienmärkte drehten ins Plus. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Verschiebung der angedrohten Angriffe und sagte, er habe Trump seine Bedenken gegen Attacken auf iranische Kraftwerke in einem Telefonat geschildert. Unterdessen gingen die gegenseitigen Angriffe in der Region weiter: Israel meldete neue Attacken auf Teheran, aus dem Iran wurden weitere Raketenangriffe auf Israel berichtet.