Die dunkle Vergangenheit der Heinzelmännchen
- was düstere Hexenwesen und Dämonen mit den Heinzelmännchen zu tun haben,
- warum Menschen an Hausgeister glauben,
- dass eine Sage aus dem sächsischen Eilenburg Vorbild für die Kölner Heinzelmännchen gewesen sein könnte,
- warum Neugierde in Erzählungen bestraft wird.
Erstmals taucht die Figur des "Heinzelmanns" im 16. Jahrhundert auf. Der Theologe Erasmus Alberus schildert ihn als lästigen Störenfried, Martin Luther sogar als "teufliches Heintzlein", das den Tod bringt.
Der Kölner Pädagoge und Karnevalist Ernst Weyden holt die Sage 1826 an den Rhein und verwandelt die düsteren Gestalten in freundliche, fleißige Hausmeister. Zehn Jahre später lässt August Kopisch die Kölner in seiner Ballade seufzen: "Wie war zu Cölln es doch vordem. Mit Heinzelmännchen so bequem!"
Auch wenn der Geschichte nach die kleinen Wichtel Köln verlassen haben, begegnet man ihnen heute noch überall – am Heinzelmännchen-Brunnen, auf dem Heinzel-Weihnachtsmarkt, in den Buchläden und Souvenirgeschäften.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Hans-Jörg Uther, Literaturwisschenschaftler und Erzählforscher
- August Kopisch: Die Heinzelmännchen zu Köln. Köln 1836
- Ernst Weyden: Cöln`s Vorzeit. Geschichten, Legenden und Sagen Cöln´s, nebst einer Auswahl cölnischer Volkslieder. Cöln 1826
- Brednich et. al. (Hgg.): Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Göttingen 2015.
- Pisarek, Janin / Schäfer, Florian: Hausgeister! Fast vergessene Gestalten der deutschsprachigen Märchen- und Sagenwelt. Köln / Weimar 2024.
Weiterführende Links:
- Zeitzeichen: 06.01.1845 - Todestag des Märchensammlers Ferdinand Philipp Grimm
- Zeitzeichen: 21.12.1844 - Hans Christian Andersens "Die Schneekönigin" erscheint
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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Frank Zirpins, Jakob Schiffer ]]>