29,90 Euro für etwas, das eigentlich gratis ist: Verbraucherschützer warnen vor einem Portal für Rentenunterlagen und erklären, worauf Sie achten sollten. Wer im Internet nach Rentenunterlagen sucht, sollte genau hinschauen. Denn zwischen den offiziellen Angeboten der Deutschen Rentenversicherung tauchen immer wieder private Anbieter auf, die für eigentlich kostenlose Leistungen Geld verlangen. Aktuell warnt die Verbraucherzentrale Hamburg vor dem Portal rentnerauskunft.de und berichtet von einer steigenden Zahl an Beschwerden. Auch die Rentenversicherung selbst machte bereits auf das Problem aufmerksam. Verwechslungsgefahr mit offizieller Seite Der Fall einer Verbraucherin zeigt, wie schnell es gehen kann: Für ihre Steuererklärung wollte sie eine Bescheinigung über ihre Rentenbezüge beantragen. Bei der Online-Suche landete sie jedoch nicht auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung, sondern bei dem privaten Anbieter. Dort wurde ihr unter anderem eine "Information über Meldung an die Finanzverwaltung" angeboten. Das Portal verspricht, die Daten aufzubereiten und an die Rentenversicherung weiterzuleiten. Dafür verlangt der Betreiber, eine Firma mit Sitz in London , 29,90 Euro. Perfide Masche: Rentner verliert 60.000 Euro an falsche Polizisten Verbraucherschützer warnen: Jetzt geraten Heizölkunden ins Visier Zwar weist die Webseite darauf hin, dass kein offizielles Verhältnis zur Deutschen Rentenversicherung besteht. Doch Gestaltung, Sprache und Aufbau erinnern stark an das Original und erhöhen so das Risiko einer Verwechslung. Rechtlich problematisch: Button-Lösung nicht eingehalten Besonders brisant: Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale kommt auf der Seite gar kein wirksamer Vertrag zustande. Der Grund liegt im Bestellbutton. Dieser ist lediglich mit "Anfordern" beschriftet. Nach deutschem Recht muss bei kostenpflichtigen Online-Verträgen jedoch klar erkennbar sein, dass mit dem Klick eine Zahlungspflicht entsteht – etwa durch Formulierungen wie "zahlungspflichtig bestellen". "Die sogenannte Button-Lösung ist auf dem Portal rentnerauskunft.de nicht ordnungsgemäß umgesetzt", sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg . "Rechnungen müssen daher nicht bezahlt werden." Sensible Daten in falschen Händen Neben den Kosten warnen die Verbraucherschützer auch vor einem weiteren Risiko: Wer Rentenunterlagen anfordert, gibt hochsensible persönliche Daten preis. Verbraucher sollten daher genau prüfen, ob sie sich auf der offiziellen Seite einer Behörde befinden oder bei einem Drittanbieter. Der Umweg über kostenpflichtige Anbieter ist ohnehin unnötig. Die Verbraucherzentrale rät, Rentenunterlagen direkt gratis bei der Deutschen Rentenversicherung zu beantragen. Die Steuerbescheinigung für die Steuererklärung wird beispielsweise nach einmaliger Anforderung automatisch jedes Jahr zwischen Januar und Februar per Post verschickt. Kosten entstehen dafür nicht. Ein Antrag ist direkt über die offizielle Webseite der Deutschen Rentenversicherung möglich.