Der Vorfall reiht sich in mehrere Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Europa in den vergangenen Tagen ein. Die Ermittler suchen nach dem Täter und prüfen mögliche Zusammenhänge. Vor einer jüdischen Schule im Süden Amsterdams hat es in der Nacht zum Samstag eine Explosion gegeben. Die Detonation beschädigte eine Außenmauer der Einrichtung im Stadtteil Buitenveldert, wie Bürgermeisterin Femke Halsema sowie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden blieb nach Behördenangaben gering. Polizei und Feuerwehr seien rasch am Einsatzort gewesen. Die Ermittler gehen von einem gezielten Angriff aus. Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen eine Person zeigen, die einen Sprengsatz an der Außenwand der Schule platziert und gezündet hat. Die Polizei wertet die Bilder aus und fahndet nach dem Verdächtigen. Weitere Hintergründe zu der Tat waren zunächst nicht bekannt. Newsblog : Alle aktuellen Nachrichten zum Krieg in Nahost Öl-Insel Charg : Trump meldet Angriff auf das "Kronjuwel" des Iran Bei der betroffenen Einrichtung handelt es sich nach Medienberichten um die orthodox-jüdische Schule Cheider. Sie liegt im Wohnviertel Buitenveldert im Süden der niederländischen Hauptstadt. Bürgermeisterin spricht von Angriff Bürgermeisterin Halsema verurteilte die Tat scharf. Es handle sich um einen "feigen Akt der Aggression gegen die jüdische Gemeinde", erklärte sie. Jüdinnen und Juden in Amsterdam seien "immer häufiger mit Antisemitismus konfrontiert". Das sei inakzeptabel. "Eine Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder in vollkommener Sicherheit am Unterricht teilnehmen können", erklärte Halsema weiter. Auch der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten äußerte sich bestürzt. "Das ist schrecklich. In den Niederlanden darf es keinen Platz für Antisemitismus geben", sagte er. Er verstehe die Wut und Angst der jüdischen Gemeinschaft und wolle den Kontakt zu ihren Vertretern suchen. Mehrere Angriffe in kurzer Zeit Die jüdischen Schulen und Einrichtungen in Amsterdam werden nach Angaben der Stadt dauerhaft bewacht. Nach jüngsten Vorfällen sei die Sicherheit zusätzlich erhöht worden. Neben besonderen Maßnahmen gebe es eine verstärkte Überwachung. Dadurch hätten Einsatzkräfte nach der Explosion schnell eingreifen können. In der niederländischen Hafenstadt Rotterdam war in der Nacht zum Freitag ein Feuer an einer Synagoge gelegt worden. Die Polizei nahm anschließend vier Verdächtige im Alter von 17 bis 19 Jahren fest. Auch in der belgischen Stadt Lüttich hatte es zuvor eine Explosion vor einer Synagoge gegeben. Die Serie von Vorfällen hat die Sorge vor Angriffen auf jüdische Einrichtungen in mehreren Ländern verstärkt. International wächst die Aufmerksamkeit für solche Vorfälle auch vor dem Hintergrund des Kriegs im Nahen Osten. Nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar und iranischen Gegenangriffen warnen Behörden in verschiedenen Ländern vor möglichen Bedrohungen für jüdische Gemeinden.