38. Verhandlungstag: Kriminalbeamtinnen im Block-Prozess als Zeuginnen geladen
An Silvester 2023/24 wurden die Block-Kinder vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark entführt. Was geschah danach? Dazu sollen zwei Kripo-Beamtinnen im Hamburger Prozess um die Entführung befragt werden.
Im Hamburger Block-Prozess hat das Landgericht Hamburg für Donnerstag (9.30 Uhr) zwei Kriminalbeamtinnen als Zeuginnen geladen. Sie sollen zum Geschehen unmittelbar nach der Entführung der beiden Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark befragt werden. Am vergangenen Prozesstag hatte eine Mitarbeiterin des Hamburger Jugendamts ausgesagt, sie habe bei einem Besuch im Haus der Mutter Christina Block keine Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung bei dem Jungen und dem Mädchen festgestellt.
Am Neujahrstag 2024 waren der damals Zehnjährige und die 13-Jährige von den Entführern zu einem Bauernhof in Baden-Württemberg gebracht worden. Von dort holte Christina Block sie nach eigenen Angaben nach Hamburg. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, bestreitet das.
Die 52-Jährige führt seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder. Die Kinder waren im Sommer 2021 nicht wie vereinbart nach einem Wochenendbesuch bei ihrem Vater in Dänemark nach Hamburg zurückgekehrt.
Es gibt sechs Mitangeklagte in dem Prozess, darunter auch der Lebensgefährte von Christina Block, Gerhard Delling (66), dem Beihilfe vorgeworfen wird. Der frühere Sportmoderator bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben. Hensel ist als Nebenkläger beteiligt, weil er bei der Entführung der Kinder verletzt wurde.