Mehr als drei Prozent Zinsen wirken plötzlich wieder lukrativ. Warum Anleger trotzdem genau hinschauen sollten, bevor sie ihr Geld umschichten. Der Konflikt zwischen dem Iran , Israel und den USA treibt den Ölpreis nach oben und verursacht deutliche Schwankungen an den Aktienmärkten. In solchen Phasen ziehen sich viele Anleger aus riskanteren Anlagen wie Aktien oder ETFs zurück und suchen nach sicheren Alternativen. Besonders Tagesgeld und Festgeld stehen dann hoch im Kurs, weil sie planbare Zinsen bieten und das Geld jederzeit verfügbar bleibt. Derzeit locken Banken wieder mit Zinssätzen von mehr als drei Prozent auf Tagesgeld. Doch diese Angebote gelten meist nur für kurze Zeit und unter bestimmten Bedingungen. Wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Nach Ablauf der Aktion können die Zinsen stark sinken. Lohnt sich der Wechsel zum Tagesgeld also wirklich? Bis zu 3,4 Prozent Zinsen – aber nur vorübergehend Aktuell (Stand März 2026) bieten mehrere Banken Aktionszinsen von rund drei Prozent oder mehr für neue Tagesgeldkunden. Solche Angebote richten sich häufig an Neukunden oder an Anleger, die frisches Geld von einer anderen Bank mitbringen. Dann lieber Zinsen: "Es bringt nichts, wenn es einem nachts den Schlaf raubt" So zahlt die Consorsbank laut eigenen Angaben derzeit 3,40 Prozent Zinsen pro Jahr für drei Monate auf Guthaben bis zu 1.000.000 Euro. Für Beträge darüber gilt ein Zinssatz von 0,80 Prozent pro Jahr. Das Konto ist kostenlos, teilnehmen können allerdings nur Privatkunden, die in den vergangenen sechs Monaten kein Konto oder Depot bei der Bank hatten. Auch die Norisbank wirbt mit 3,33 Prozent Zinsen pro Jahr auf ihr Tagesgeldkonto . Der Sonderzins gilt laut Norisbank jedoch nur bis zum 30. Juni 2026 und ausschließlich für Geld, das zuvor nicht bei Unternehmen der Deutsche-Bank-Gruppe angelegt war. Das Guthaben mit Aktionszins ist auf 250.000 Euro begrenzt. Danach fällt die Verzinsung auf den variablen Standardzins von aktuell 0,75 Prozent pro Jahr zurück. Festgeld auf Schwedisch: So viel Zinsen zahlt Klarna KI-Agenten beim Shopping: Wie viel Geld würden Sie einer Maschine anvertrauen? Ähnliche Bedingungen gelten bei der Postbank . Dort wird der Aktionszins in Höhe von 2,8 Prozent nur auf sogenanntes Neugeld gezahlt, also auf Geld, das zuvor nicht bei der Postbank oder der Deutschen Bank lag. Der Einzahlungszeitraum läuft vom 2. Februar bis zum 25. März 2026, der Aktionszins wird anschließend vom 1. April bis zum 31. Juli 2026 für vier Monate gezahlt. Voraussetzung sind mindestens 2.500 Euro Neugeld, maximal werden 250.000 Euro verzinst. Danach gilt auch hier wieder der variable Standardzins von derzeit 0,75 Prozent pro Jahr. Hohe Zinsen, aber mit Bedingungen Hohe Aktionszinsen wirken auf den ersten Blick attraktiv. Trotzdem sollten Sie genau prüfen, unter welchen Bedingungen sie gelten. Wichtig ist vor allem die Laufzeit des Aktionszinses. Viele Angebote gelten nur drei bis sechs Monate. Danach sinkt der Zinssatz meist deutlich und kann jederzeit angepasst werden. Entscheidend ist daher nicht nur der Aktionszins, sondern auch der spätere Standardzins. Zudem gelten die Angebote häufig nur für Neukunden oder frisches Geld , das von einer anderen Bank kommt. Oft ist der Zinssatz außerdem auf eine bestimmte Einlagesumme begrenzt. Ein weiterer Punkt ist die Einlagensicherung . In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Das bedeutet: Sollte eine Bank insolvent werden, sind Guthaben bis zu dieser Grenze abgesichert. Bei Banken aus dem Ausland lohnt sich ein Blick darauf, welchem nationalen Sicherungssystem sie angehören. Tagesgeldkonten sind in der Regel gebührenfrei , einzelne Angebote können aber an ein zusätzliches Girokonto oder Produkt gekoppelt sein. Prüfen Sie, ob es Mindest- oder Höchsteinlagen, versteckte Kontogebühren oder zwingende Produktbündel, etwa ein Girokonto, gibt. Fazit: Aktionszinsen genau durchrechnen Bevor Sie ein neues Tagesgeldkonto eröffnen, sollten Sie den tatsächlichen Zinsertrag berechnen. Bei 20.000 Euro bringt ein Zinssatz von 3,4 Prozent für drei Monate brutto nur rund 170 Euro. Danach entscheidet der deutlich niedrigere Standardzins darüber, ob sich das Konto weiterhin lohnt. Tagesgeld eignet sich deshalb vor allem als Notgroschen oder als Parkplatz für Geld, das Sie in den nächsten 6 bis 24 Monaten sicher verfügbar halten möchten. Für den langfristigen Vermögensaufbau reichen drei Prozent Zinsen jedoch meist nicht aus – vor allem, wenn die Inflation höher liegt. Viele Experten setzen deshalb weiterhin auf eine Mischung aus sicheren Zinsen und breit gestreuten Aktienfonds oder ETFs.