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Finanzkriminalität: Steuerbetrug mit Luxusautos? Razzien und Festnahmen

Stern 

Großeinsatz gegen Autohändler: Hunderte Beamte durchsuchten am frühen Morgen Dutzende Objekte in Berlin. In der Hauptstadt sollen einige Köpfe eines EU-weiten Netzwerks sitzen.

Im Rahmen von Razzien in mehreren EU-Ländern gegen eine Gruppe mutmaßlich krimineller Autohändler hat die Polizei auch in Berlin Dutzende Objekte durchsucht. Hunderte Beamte waren am Morgen im Einsatz, rund 60 Einrichtungen waren betroffen, wie die Polizei mitteilte. Es geht um den Verdacht auf Umsatzsteuerbetrug. 

Neben Berlin gab es auch in Köln entsprechende Maßnahmen. Insgesamt nahmen die Beamten in Deutschland vier Personen fest. Die europäische Staatsanwaltschaft vermutet eigenen Angaben zufolge in Berlin sowie im nordrhein-westfälischen Iserlohn die Köpfe eines kriminellen Netzwerks, das in Österreich, Kroatien, Tschechien, Deutschland, Italien und der Slowakei ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell betrieben haben soll.

Die Behörde wirft den Verdächtigen vor, über zum Teil simulierte grenzüberschreitende Verkäufe von teuren Luxusautos die Staaten um Steuern in einer Höhe von insgesamt rund 103 Millionen Euro betrogen zu haben. 

Komplexes Geflecht aus Handelsketten

Innerhalb eines komplexen Geflechts aus Handelsketten sollen Briefkastenfirmen als Zwischenhändler fungiert haben, die ihren Steuerpflichten nicht nachkamen und so die Zahlung der fälligen Mehrwertsteuer umgingen, während der nächste Händler in der Kette Steuerrückerstattungen geltend machen konnte. Die Taten sollen sich im Zeitraum zwischen 2017 und 2025 abgespielt haben. 

Die Beamten beschlagnahmten in Berlin mehrere teure Sportwagen. Einem Bericht der "B.Z." zufolge gab es Durchsuchungen in Neukölln, Charlottenburg und Mitte unter anderem in Geschäftsräumen. Demnach soll auch ein Spezialeinsatzkommando im Einsatz gewesen sein. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht. Den Angaben zufolge waren rund 400 Beamte an den Maßnahmen beteiligt. 

Durchsuchungen auch in anderen EU-Ländern

Auch in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Italien und Polen sowie in der Slowakei gab es Durchsuchungen. Die Einsatzkräfte beschlagnahmten neben den Autos auch Kunst, Bargeld und andere Gegenstände mit einem Wert von insgesamt rund 13,5 Millionen Euro. Die Aktionen liefen unter dem Codenamen "Emily". 

Die Europäische Staatsanwaltschaft ist die unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union. Sie ist verantwortlich für die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU und befasst sich unter anderem mit Fällen von Steuerbetrug, Geldwäsche, Zollbetrug oder Veruntreuung von EU-Mitteln.

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