Kurz vor dem Start des dritten Laufs disqualifiziert Israels olympisches Komitee das eigene Viererbob-Team. Ein Teammitglied löste eine Lüge um eine Krankheit auf. Das israelische Olympische Komitee (OIC) hat sein Viererbob-Team um Pilot Adam Edelmann am Sonntagmorgen noch vor dem dritten Lauf im Viererbob-Rennen disqualifiziert. Wie das nationale Komitee der "Times of Israel" mitteilt, habe ein Athlet die olympischen Offiziellen angelogen, um seinem Teamkollegen Ward Fawarseh die Teilnahme zu ermöglichen. "Das Bobteam bat darum, Ward als Ersatzmann am Wettbewerb teilnehmen zu lassen. Laut Reglement ist dies nur zulässig, wenn einer der Athleten verletzt oder krank ist", erklärte das Komitee. Daher soll sich Uri Zisman laut des israelischen Verbandes auf Anraten seiner Teamkollegen krankgemeldet haben. "Er unterzog sich sogar einer ärztlichen Untersuchung und unterzeichnete eine eidesstattliche Erklärung, damit das Olympische Komitee die Genehmigung für einen Ersatzmann beantragen konnte." Nach Olympia-Aus: Deutscher Athlet giftet gegen eigenen Verband Fawarseh wäre bei einem Start der erste drusische Athlet Israels bei den Olympischen Spielen gewesen. Das Drusentum ist eine eigenständige, arabischsprachige Glaubensgemeinschaft. Israelischer Bob-Pilot meldet sich bei Instagram Doch noch vor dem Start hatte Zisman die Lüge gegenüber Offiziellen zugegeben. "Er gab gegenüber dem Delegationsleiter zu, unkorrekt gehandelt zu haben. Dies zwang das Olympische Komitee Israels, den Antrag zurückzuziehen und den Versuch zu disqualifizieren." Der israelische Verband bezeichnete das Verhalten als "unangemessen" und Verstoß gegen "faire und sportliche Verhaltensweisen". Nach den ersten beiden Läufen lag der Viererbob auf Platz 24. Pilot Edelmann reagierte bei Instagram, ohne jedoch auf die Vorwürfe einzugehen. "Da unsere Platzierung vor dem letzten Lauf so gut wie feststand, war es uns wichtiger, dass unser Ersatzmann die Möglichkeit hatte, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das Team entschied sich für den Wechsel." Er bedauere, dass der Wettbewerb nicht das gewünschte Ende genommen habe, sei jedoch stolz auf die Geschichte, "die wir geschrieben haben."