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Alkoholkonsum in Deutschland: Bier wird zur Identitätsfrage

Zum Karneval und Fasching greifen die Deutschen vergnügt zum Glas. Doch der Kulturkampf lauert auch hier. Der asketische "Dry January" verwandelt sich gerade in beschwipste Karnevals- und Faschingstage. Die Leute trinken wieder Bier und Wein. Doch der Alkoholindustrie ist trotzdem nicht nach Feiern, nicht nur wegen der nächsten Fastenzeit ab Aschermittwoch. Unter dem Strich wird neuerdings ganzjährig weniger getrunken als früher. Das hat erfreuliche Folgen für die Leber. Brauereien, Winzer, Restaurants und Bars dagegen leiden schwer. In Deutschland wird immer noch mehr getrunken als in den meisten anderen Ländern der Welt. 11,2 Liter reinen Alkohol kippen sich Erwachsene pro Jahr durchschnittlich hinter die Binde, so die Weltgesundheitsorganisation. Briten, Italienerinnen, selbst Polen trinken weniger als die Deutschen. Da ist es kein Wunder, dass Suchtexperten, Jugend- und Gesundheitspolitiker nach höheren Alkoholsteuern und Werbeverboten rufen. Sie sollten es sich noch einmal überlegen. Die Wirtschaftsweise: Alle Kolumnen von Ursula Weidenfeld Jeder weiß um die negativen Folgen von Alkoholkonsum Kaum jemand verteidigt ernsthaft zu hohen Alkoholkonsum. Jeder weiß, dass Alkohol süchtig machen kann, dass er Krebs, Übergewicht, Herz- und Kreislaufleiden verursacht. Doch die Frage, ob man trinkt oder nicht, hat immer weniger mit gesundheitlichen Überlegungen zu tun, dafür immer mehr mit Identität. Ähnlich wie Schweinefleisch, Wärmepumpe oder Dieselauto ist auch das Feierabendbier längst ein Kulturkampf-Thema geworden. Anstatt sich gemeinsam anzustrengen, gesünder zu leben, wird missioniert oder trotzig verteidigt. Hoher Alkoholkonsum: Was passiert, wenn Sie jeden Tag fünf Biere trinken Lesen Sie auch: Mit diesen zwei Fragen erkennen Sie Alkoholiker Für eine sachlichere Debatte ist ein Blick in die Kulturgeschichte des Alkoholtrinkens hilfreich: Seit Menschengedenken wird getrunken. Die verbindende Wirkung von Vergorenem kannten schon die Steinzeitmenschen. Manche Anthropologen meinen sogar, Alkohol sei ein Grundbaustein für das Entstehen menschlicher Gesellschaften gewesen. Wer ein bisschen trinkt, ist Fremden gegenüber weniger feindselig, schneller zu einem Gespräch bereit, findet das Gegenüber irgendwie netter. Von aggressiven Ausnahmen einmal abgesehen. Alkohol ausschließlich zu festen Anlässen und in spirituellen Zeremonien zu trinken, war in frühen Gesellschaften möglicherweise eine Strategie, die "guten" Eigenschaften des Nervengiftes zu nutzen, ohne die gewalttätigen Wirkungen des Übermaßes zu riskieren. Auch diese Funktion von Alkohol sollte gewürdigt werden Es ist natürlich einigermaßen durchsichtig, wenn ausgerechnet der Chef des niederländischen Braukonzerns Heineken Bier als "soziales Schmiermittel" verteidigt. Doch Dolf van den Brink hat recht. Auch diese Funktion von Alkohol sollte gewürdigt werden, bevor man Verbote oder neue Steuern verhängt. Sicher ist eine Welt, in der maßvoll gemeinsam getrunken wird, ungesünder als eine, die abstinent ist. Aber vielleicht ist sie ja auch friedlicher. Zumal es ohnehin so zu sein scheint, dass übermäßiges Trinken aus der Mode kommt. In Deutschland wie in den meisten anderen Ländern trinkt vor allem die mittlere und ältere Generation. Unter 30-Jährige dagegen winken immer häufiger ab. Viele trinken gar nicht, andere nur sehr wenig. Das hat nicht einmal viel damit zu tun, dass das Angebot an legalem Cannabis gewachsen ist, sondern mit einem veränderten Lebensstil. Die Senioren sind ebenfalls raus: Ältere Menschen trinken weniger. Je mehr Alterskohorten in das Rentenalter wechseln, desto weniger Alkohol wird tendenziell getrunken. Die Mittelalten sind das Problem. Die einen trinken immer noch zu viel. Gebildete und Gutverdiener greifen häufiger zum Weinglas als andere, Männer trinken mehr und öfter als Frauen. Ein Gespräch über Alkoholgenuss und -konsum wird hier ganz schnell persönlich, maßvolles Trinken ist schließlich ein dehnbarer Begriff. Die Tee-Taliban auf der anderen Seite sind mit umfangreichem Studienmaterial bewaffnet, wonach ein gefahrloses Glas gar nicht möglich ist. Es ist kein Zufall, dass sich die einen in eher traditionellen Milieus wiederfinden, die anderen dagegen im alternativen und grünen Leben. Am Ende wird nicht mehr um das behagliche Glas am Abend gerungen, sondern um Freiheit, Einfluss und den Platz auf der hellen Seite der Gesellschaft. Deutschland versucht, weniger zu trinken Für Bierbrauerinnen, Winzer, Restaurants und Bars ist dieser Konflikt schon heute existenzbedrohend. Sie brauchen die moralische Überlast gar nicht, um zu verzweifeln. Der Absatz sinkt dramatisch. Alkoholfreies geht zwar immer besser, aber immer noch auf niedrigem Niveau. Ein Ersatz für die traditionellen Getränke ist es nicht. Dazu kommt: Mit Wasser, Cola und Kombucha lässt sich nicht so viel verdienen wie mit dem Aperitif im Stehen, der traditionellen Flasche Wein zum Menü und dem Cocktail in der Lounge. Viele Betriebe werden in den nächsten Jahren schließen müssen, wenn ihnen nichts einfällt. Man muss kein Mitleid mit ihnen haben. Doch die neue Diskussion über Steuern und Verkaufszeitbeschränkungen für Alkohol muss man ihnen auch nicht zumuten. Zumal der Trend ganz offensichtlich ohnehin in die richtige Richtung geht. Man könnte es auch so sagen: Deutschland versucht, weniger zu trinken – und ist dabei beängstigend erfolgreich.

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