Deutschlands Olympia-Fahnenträger Leon Draisaitl ist in Mailand angekommen. DEB-Kapitän Moritz Müller sieht aktuell keinen größeren Sportstar in Deutschland und hofft auf besondere Aufmerksamkeit. Deutschlands Eishockey-Team ist stolz auf die Wahl von Leon Draisaitl zum Olympia-Fahnenträger und erhofft sich dadurch einen weiteren Schub. "Das ist toll für Leon und insgesamt das deutsche Eishockey", sagte der langjährige Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller nach dem ersten Eistraining des Männerteams in Mailand. "Ich würde ja sagen, dass Leon derzeit der größte deutsche Sportler ist. Ganz nüchtern betrachtet. Es ist einfach schön, dass er und das deutsche Eishockey die Anerkennung bekommen", sagte Müller weiter über den deutschen NHL-Superstar der Edmonton Oilers, der zeitgleich zum deutschen Training heute Vormittag in Mailand eintraf. Obwohl der 30 Jahre alte Weltklasse-Stürmer in der besten Liga der Welt Jahr für Jahr Spielerrekorde bricht und in einem Atemzug mit den weltweit besten Spielern jemals genannt wird, gab es an seiner Wahl auch Kritik. Für Draisaitl ist es notgedrungen die erste Olympia-Teilnahme, da die NHL 2018 und 2022 die Spieler nicht freigegeben hatte. Olympia nicht nur als Chance für deutsches Eishockey "Ich finde das absolut toll", sagte Bundestrainer Harold Kreis zur Wahl Draisaitls, der als erster Eishockeyspieler die deutsche Fahne bei einer Olympia-Eröffnungsfeier trägt. "Es gibt ja viele Athleten, die schon einiges erreicht haben. Es war eine Wahl. Und offenbar waren viele im Publikum begeistert von Leon und seinen Verdiensten bislang", merkte Kreis an. Müller sieht durch Olympia auch für Draisaitl die Chance, in Deutschland mehr auf seine Leistungen aufmerksam zu machen. "Olympische Spiele sind immer eine Chance für das deutsche Eishockey, eine neue Zuschauerschaft zu erschließen. Nur in Deutschland boomt das Eishockey ja. Die Stadien sind voll. Vielleicht ist die Zeit reif, auch ihn noch mal etwas mehr hier ins Rampenlicht zu bekommen", sagte der 39 Jahre alte Verteidiger der Kölner Haie. "Wenn die Leute zur Primetime im Öffentlich-Rechtlichen einschalten, dann erreichen wir mal jemanden, der vorher nicht vorhatte, Eishockey zu schauen." In Deutschland sind die Spiele der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und die meisten Länderspiele vor allem beim Telekom-Sender MagentaSport zu sehen. Andere NHL-Stars kommen erst am Wochenende an Wegen seiner Wahl zum Fahnenträger wurde Draisaitl schon vorab aus Kanada eingeflogen. Die übrigen NHL-Stars aller Nationen werden erst am Wochenende nach der Eröffnungsfeier am Freitagabend in Mailand erwartet. Bis zum ersten deutschen Vorrundenspiel am kommenden Donnerstag (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) gegen Dänemark muss Kreis noch neun Spieler aus Nordamerika ins Team und sein System integrieren.