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Bahnverkehr: Neuer Anlauf: Betreiber für Bahnlinie München - Prag gesucht

Stern 

Die Bahnlinie München - Prag ist ein Problemfall: Bei der letzten europaweiten Ausschreibung 2024 fand sich kein Bahnunternehmen, das die Strecke noch befahren wollte. Nun beginnt die Suche von vorn.

Nach einem Flop bei der ersten Ausschreibung starten Bayern und Tschechien einen neuen Anlauf bei der Suche nach dem künftigen Betreiber der Bahnlinie München - Prag. Dafür haben Bayerische Eisenbahngesellschaft und das tschechische Verkehrsministerium die Anforderungen für den Betrieb etwas abgesenkt. Vergeben wird der Auftrag für fünfzehn Jahre von Ende 2031 bis Ende 2046, wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft in München mitteilte.

Bedingungen nachgebessert

"Ich hoffe, dass mehrere Interessenten für diese prestigeträchtige Strecke ihren Hut in den Ring werfen werden", sagte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der in einer Zweitrolle dem Aufsichtsrat der BEG vorsteht. Die erste Ausschreibung war 2024 gescheitert - laut BEG war kein wirtschaftlich akzeptables Angebot eingegangen. Im zweiten Anlauf sind demnach die Bedingungen für an die erhofften Bieter kostendämpfend vereinfacht worden. "Künftig sind weniger Loks, weniger Rangierfahrten und entsprechend auch weniger Personal nötig als heute", sagte BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs. 

Gebrauchtwaggons unerwünscht

Eine zentrale Anforderung jedoch bleibt: Der künftige Betreiber soll neue Waggons mit WLAN und Klimaanlage anschaffen. Nur die Loks dürfen gebraucht sein. Derzeitiger Betreiber auf deutscher Seite ist die Länderbahn, deren Züge mit renovierten Gebrauchtwaggons unter dem Namen "Alex" fahren. Die künftigen Züge sollen mindestens 500 Sitzplätze aufweisen und damit zwischen Regensburg und Pilsen mehr Fahrgäste aufnehmen können. 

Regionalzüge auf der Fernstrecke

Die Bahnlinie in die tschechische Hauptstadt ist auch in zweiter Hinsicht ein Sonderfall, weil es sich um eine internationale Fernverbindung handelt, die von Regionalzügen befahren wird. Dementsprechend lang sind die Fahrzeiten: Die Direktzüge brauchen für die 440 Kilometer - ohne Verspätung - über fünfeinhalb Stunden. Die Strecke ist auch 35 Jahre nach Ende des Kalten Kriegs nicht durchgehend elektrifiziert. Laut BEG ist der Betrieb auf der Linie besonders anspruchsvoll, weil elektrifizierte und nicht elektrifizierte Abschnitte abwechseln und drei unterschiedliche Stromsysteme auf der Strecke existieren.

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