Trendschuh: Warum wir Harry Styles diesen Sneaker-Hype verdanken
Harry Styles trägt in seinem neuen Musikvideo sogenannte Sneakerinas, die jetzt angesagt sind. Welches Modell der Sänger genau trägt und wo man Alternativen findet.
Es klingt wie aus dem Wörterbuch der Gen Z: Sohlenlos. Kein Profil – keine Ehre? Von wegen. Kaum ein Begriff beschreibt den Trend, der gerade auf uns zuschlappt, besser als dieser: ultraflache Sneaker. Schon im letzten Jahr sah man sie an den Füßen von Hipstern zwischen New York und Sydney. Auch Harry Styles trug sie in Gelb, als er sich im Sommer inkognito in Berlin aufhielt – und doch damit auffiel wie ein Kanarienvogel.
Harry Styles feiert sein Comeback
Wie sehr er an seinen Sneakern hängt, zeigt das Musikvideo zu "Aperture", der ersten Auskopplung seines neuen Albums "Kiss All The Time. Disco, Occasionally". Der Sänger bewegt sich darin durch die Gänge eines dunklen Hotels, mal rennend, mal tänzelnd. Alles bleibt in gedeckten Farben – nur ein Ton poppt heraus: das Pistaziengrün seiner Sneaker. Styles gleitet damit beinahe über den Boden, so leichtfüßig, als hätte er Ballettschläppchen an den Füßen.
Ein Vergleich, der näher liegt, als man denkt, denn seine Schuhe nennen sich "Sneakerinas", ein Wortspiel aus Sneaker und Ballerina. Getragen werden sie aber nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern. Mit ihrem kaum sichtbaren Profil markieren die Schuhe nun offenbar das Ende klobiger Sohlen, ob Balenciaga-Schiffe oder Buffalo-Treter. Styles Botschaft: Jetzt wird’s flach, Männer!
Sneakerinas von Prada
Die Sneaker aus seinem Video stammen von Prada, ebenso wie sein Retrolook mit dem ikonischen Lippen-Print aus dem Jahr 2000. Und auch die Schuhe selbst stammen aus jener Zeit. Schon damals setzte Adidas neben "Samba" und "Gazelle" auf das Modell "Taekwando": schmal geschnitten, bodennah und vom Kampfsport inspiriert. Puma zog nach und schickte den "Speedcat" ins Rennen. Nicht nur Formel-1-Star Michael Schumacher trug den vom Motorsport inspirierten Schuh damals, er wurde auch fern der Rennstrecke zum Mode-Statement.
Passend zum Y2K-Trend, dem die Gen Z neues Leben eingehaucht hat, feiern diese Silhouetten nun ihr Comeback. Auch deshalb sieht man Sneakerinas immer öfter auf den Laufstegen von Designermarken: bei Dries van Noten, Gucci oder Prada. Meist in knalligen Farben, mit reduziertem Design und ultradünner Sohle.
© Prada
Dass Harry Styles sie nun prominent in seinem Musikvideo trägt, dürfte dem Trend zusätzlichen Aufwind verleihen. Der Brite gilt schließlich als verlässlicher Seismograf guten Stils: Er trug bereits genderfluide Mode, als Pink und Perlen an Männern noch als Tabubruch galten. Zudem zierte er als erster Mann das Cover der US-"Vogue".
Auch seinetwegen werden die Prada-Schläppchen nun gehypt. Der Haken: Sie kosten rund 1000 Euro. Sie sind zwar sohlenlos, aber auch bodenständig mit diesem Preis? Hm. Zum Glück gibt es längst Alternativen in jeder Preislage.