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Nach tödlichen Schüssen: Umstrittener Grenzschutz-Chef muss gehen – plötzlich versöhnliche Töne von Trump

Stern 

Gregory Bovino ist zum Gesicht der umstrittenen Einsätze von Bundesbeamten in Minneapolis geworden. Jetzt soll er wohl abgezogen werden. Trump bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung.

Der umstrittene Kommandeur der Grenzschutzbehörde, Gregory Bovino, soll nach Medienberichten bald Minneapolis verlassen. Neben ihm sollen in Kürze auch einige seiner Grenzschutzbeamten abgezogen werden, wie die US-Sender CNN und CBS News berichteten. Sie stützen sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Nach Informationen von CNN sollen die Beamten am Dienstag die Stadt verlassen. 

Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, bestätigte auf der Plattform X nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump, dass einige Bundesbeamte am Dienstag damit beginnen würden, die Region zu verlassen. Nähere Angaben dazu, wen beziehungsweise wie viele Beamte das betrifft, machte er nicht. In dem Telefonat habe Trump zugestimmt, dass "die aktuelle Situation nicht weitergehen kann", erklärte Frey.

Die Medienberichte über Bovinos geplanten Abzug folgten wenige Stunden auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass er nach den tödlichen Schüssen auf einen US-Bürger bei einem Einsatz von Bundesbeamten den früheren kommissarischen Leiter der Einwanderungsbehörde ICE, Tom Homan, in den Bundesstaat Minnesota schickt. "Er war bisher nicht in diesem Bereich tätig, kennt aber viele Menschen dort und mag sie", erklärte Trump. "Tom ist hart, aber fair und wird direkt an mich berichten."

Regierungssprecherin Leavitt fügte an, dass Homan die Einsätze vor Ort überwachen solle. Homan ist schon länger mit der Oberaufsicht über Trumps Abschiebepolitik betraut und gilt als Hardliner.

Donald Trump plötzlich um Schadensbegrenzung bemüht

US-Präsident Trump selbst war am Montag um Schadensbegrenzung bemüht. Er schrieb in mehreren Posts, er habe "sehr gute" Telefonate mit Jacob Frey und dem Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, geführt. Man habe "viele Fortschritte" gemacht. Frey werde sich morgen mit Tom Homan treffen, um die Diskussion fortzusetzen.

In einem weiteren Posting schrieb Trump, er werde auch ein Gespräch zwischen Homan und Walz veranlassen, damit alle "Kriminellen" in dem Bundesstaat verhaftet würden.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte: "Niemand im Weißen Haus, einschließlich Präsident Trump, möchte sehen, wie Menschen auf Amerikas Straßen verletzt werden oder zu Tode kommen." Zugleich machte sie die regierenden Demokraten im Bundesstaat Minnesota für die Gewalt verantwortlich. Der eigentliche Grund für die "Tragödie" sei der "feindliche Widerstand" der Demokraten gegen die Abschiebepolitik Trumps, sagte sie in Washington.

Am Samstag war der US-Bürger Alex Pretti durch Schüsse bei einem Einsatz von Bundesbeamten in der Stadt im Norden der USA gestorben. Seither baute sich immer mehr Protest in der Stadt und landesweit gegen die Trump-Regierung und ihre rigorose Abschiebepolitik auf. Eine Reportage von den Protesten in Minneapolis lesen Sie hier.

Für Gregory Bovino sind die Bundesbeamten die "Opfer"

Der jetzt abgezogene Gregory Bovino ist ein zentraler Akteur der umstrittenen Einsätze der Bundesbeamten in der demokratisch regierten Stadt im US-Bundesstaat Minnesota geworden. Er hatte nach dem Tod Prettis in einem CNN-Interview gesagt, dass die Beamten die "Opfer" seien. Auch wegen seines rigorosen Auftretens, gekleidet mit einem auffälligen Mantel, hatten Kritiker Vergleiche zu Nazi-Methoden gezogen. Bovino hatte das zurückgewiesen.

Regierungssprecherin Karoline Leavitt hatte am Mittag (US-Ortszeit) auf die Frage nach Journalisten, ob Bovino in Minnesota bleiben werde, nicht eindeutig geantwortet: Er sei ein "hervorragender Profi" und werde weiterhin die Grenzschützer im ganzen Land leiten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert und um aktuelle Informationen ergänzt.

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