Schneefall ohne Ende, rutschige Straßen und feststeckende Autos: Nürnberg steckt im Winterchaos. Der Winterdienst kommt kaum hinterher. Für ihn gilt jetzt ein Grundsatz. Winterliches Extremwetter hat Nürnberg seit Sonntagabend fest im Griff. Seitdem läuft der Winterdienst im Hochbetrieb. Wie läuft der Räum- und Streueinsatz unter diesen Bedingungen in der Stadt ab? Die Kräfte müssten priorisieren, weil sie nicht überall gleichzeitig sein können – und immer neuer Schnee nachkommt. Das erklärt Tim Koß vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR), der für den Winterdienst zuständig ist, der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. "Aufgrund der sehr hohen Schneemengen kommen auch die Räumfahrzeuge langsamer als üblich voran." Für sie gelte daher der Grundsatz: "Sicherheit vor Schnelligkeit." Seit Anfang Januar im Dauerbetrieb Ihr Fokus liege zunächst auf den stark befahrenen Verkehrsachsen und wichtigen Verbindungen, um sie befahrbar zu machen beziehungsweise zu halten. Danach seien die kleineren Straßen, Nebenstrecken und Gehwege dran. Rund 390 Einsatzkräfte und etwa 200 Fahrzeuge seien dafür aktuell im Stadtgebiet unterwegs, erklärt Koß weiter. Und das im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Am Sonntagnachmittag hatte der Winterdienst die ersten Straßen vorsorglich mit Sole behandelt, um gefährliche Glätte zu vermeiden. Polizei und Flughafen kämpfen gegen Extremwetter Skifahrer fährt durch Nürnberger Altstadt – Video begeistert Zu gefährlich: Tiergarten Nürnberg bleibt am Montag geschlossen Schneefall legt ÖPNV in Nürnberg lahm Der Sprecher sieht den städtischen Betrieb für die nächsten Tage gut gerüstet, sollte das Extremwetter weiter anhalten. Die Salzlager seien vollständig gefüllt, einen Engpass sehe er nicht. Seit Anfang Januar seien die Mitarbeitenden fast durchgehend im Einsatz gewesen – mit nur wenigen Tagen Pause. "Das sorgt für eingespielte Abläufe und viel Routine im Winterdienst", so Koß. Eine Pause scheint für den Winterdienst vorerst nicht in Sicht. Die Lage bleibt vorerst angespannt – "insbesondere, wenn Räum- und Streueinsätze mit dem Berufsverkehr zusammentreffen und die Fahrzeuge dadurch behindert werden", erklärt Koß weiter. Die Stadt bittet die Bevölkerung daher, möglichst nur notwendige Fahrten anzutreten, auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen und Geduld mitzubringen.