Ihr Name verspricht klare Kante: Claudia Effenberg hat sich durch ihre Teilnahme an TV-Shows wie dem Dschungelcamp einen Namen gemacht. Im Interview wird sie ihrem Ruf gerecht. Claudia Effenberg nahm 2023 an der 16. Staffel "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" teil. Noch heute gilt sie als die historische Spitzenverdienerin: Rund 500.000 Euro soll die heute 60-Jährige für ihre zwei Wochen im australischen Dschungel kassiert haben. Jetzt spricht sie im t-online-Interview über ein Angebot, das sie nicht ausschlagen konnte, gesundheitliche Rückschläge und warum sie bis heute traurig ist, wenn sie an die RTL-Show und ihren Ehemann Stefan denkt. t-online: Frau Effenberg, wenn Sie ehrlich auf das Dschungelcamp 2023 zurückblicken: Gab es Momente, in denen Sie abbrechen wollten? Claudia Effenberg: Ehrlich gesagt: ja. Aber ich habe nie diesen einen Satz gesagt: "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" Das hätte bedeutet, dass ich meine Gage verliere. Und mal ehrlich: Natürlich geht man auch wegen des Geldes da rein. Sie gelten als Spitzenverdienerin unter den bisherigen Kandidaten. Stimmt das? Ich darf natürlich keine Zahlen nennen. Aber ich sage mal so: Es war eine hervorragende Gage. Ich wurde über 15 Jahre lang mehrfach angefragt – und eines Tages zahlt sich das aus. Mein Management hat gut verhandelt. Und mein Mann sagte: "So viel Geld verdienst du nicht jeden Tag – das machst du jetzt!" War es das wert? Für das Geld und die Erfahrung – ja. Aber zwischendrin ist es hart. Dafür hätte ich Stefan gerne eine reingehauen, dass er mich dazu überredet hat. Vor allem, nachdem er mir im Camp nur einen Satz geschrieben hat: "Du machst das schon." Kein "Ich liebe dich", kein "Ich vermisse dich". Ich war echt traurig. Wie hat Ihr Mann das begründet? Stefan meinte, dass die Öffentlichkeit dies nichts angehe. Liebesbekenntnisse wolle er nur persönlich mitteilen, es sei eine private Sache für ihn. Aber in diesem Moment im Dschungel dürstet man nach Liebe und Zuneigung – und ich hätte das wirklich gut gebrauchen können. Dieses Jahr polarisiert vor allem ein Kandidat: Gil Ofarim . Wie finden Sie die Entscheidung von RTL, ihn einzuladen? Ganz ehrlich: Ich finde das nicht vertretbar. Wer sich mit einer solchen Lügengeschichte und solch einer schwerwiegenden Antisemitismus-Heuchelei in die Öffentlichkeit stellt, sollte nicht auch noch eine Bühne bekommen. Ich habe seine Interviews verfolgt, und das wirkt alles aufgesetzt. So jemand bekommt dann noch die größte Gage Das ist schon bitter. Sie selbst äußern sich öffentlich kaum zu politischen Themen. Warum? Weil ich weiß, wie viel Gegenwind man bekommt. Ich diskutiere viel mit meinem Mann, auch über Politik. Aber in der Öffentlichkeit halte ich mich zurück. Ich bin eine, die sagt, was sie denkt – aber man sollte nicht zu allem seinen Senf dazugeben. Wenn Sie auf das Abenteuer Dschungel zurückblicken: Was war das Schlimmste? Ganz klar die Tiere in der Nacht. Blutegel, riesige, cremefarbene Vogelspinnen! Ich habe nachts meine Hose in die Socken gestopft, weil ich Angst hatte, dass mir etwas hereinkriecht. Und das Essen … Känguruschwanz, Bisonratte – ohne Salz, ohne Gewürze. Unvergesslich – im negativen Sinne. Was hätten Sie rückblickend anders gemacht? Ich hätte sagen sollen, dass ich Vegetarierin bin! Die Veganer im Camp haben viel besseres Essen bekommen. Aber die Formulare zum Ausfüllen kamen weit vor dem Sendungsbeginn. Wir mussten alle möglichen Fragen beantworten und bei der Frage danach, was ich esse oder nicht, habe ich einfach offen gesagt: 'Ich esse alles.' Am 23. Januar startet die neue Staffel des Dschungelcamps. Wer sind Ihre Favoriten? Ich kenne Simone Ballack und Mirja du Mont gut – Simone ist eine enge Freundin. Unsere Kinder waren früher zusammen im Kindergarten. Dass die beiden mitmachen, freut mich riesig. Ich drücke ihnen ganz fest die Daumen. Was trauen Sie Simone Ballack im Camp zu? Simone ist eine unfassbar starke Frau. Was sie erlebt hat – den Verlust ihres Sohnes etwa – hat sie geprägt. Ich bewundere sie sehr. Aber ich muss ehrlich sagen: Ich habe ein bisschen Angst, dass sie im Camp irgendwann die Geduld verliert. Nicht, weil sie nicht tough ist – im Gegenteil. Aber sie hat eine klare Meinung, und ich kann mir vorstellen, dass es da im Lagerfeuerkreis krachen könnte. Besonderer Deal: RTL kommt Simone Ballack beim Dschungelcamp entgegen Sky du Mont reagiert auf Dschungelcamp-Teilnahme: Mirja schockiert Haben Sie ihr Tipps gegeben? Na klar! Ich habe ihr zum Beispiel geraten, als Luxusgegenstand unbedingt ein Kissen mitzunehmen. Und ich habe erzählt, was ich durchmachen musste – besonders bei den Essensprüfungen. Ich werde nie vergessen, wie ich ein Krokodilauge mit einem Zahnstocher herauspulen musste. Der Geschmack verfolgt mich heute noch. Klingt nach einem Trauma. Ja! Insgesamt fünf Prüfungen – und die waren alles andere als harmlos. Ich hatte sogar einen Bänderriss, bevor es richtig losging. Trotzdem musste ich kilometerweit durch den Dschungel laufen. Das sieht man im Fernsehen kaum, aber diese Wege sind brutal. Da sind Spinnen, Schlangen, Moskitos – und die Ranger sind nicht zum Spaß dabei. Sie hatten danach massive gesundheitliche Probleme. Ich habe mir durch die falsche Belastung die Hüfte ruiniert. Der Arzt zeigte mir später zwei CT-Bilder – vor dem Dschungel und danach. Der Hüftkopf war zur Hälfte abgeschliffen. Ich bekam Thrombose , konnte nicht operiert werden und musste fünf Monate auf Krücken laufen. Dann kam noch eine Lungenembolie dazu. Es war wirklich eine harte Zeit. Wie geht es Ihnen heute? Toi, toi, toi – heute ist alles gut. Ich nehme keine Blutverdünner mehr und habe mich komplett erholt. Aber das Camp hat mich an meine Grenzen gebracht – körperlich und psychisch. Das kommende Dschungelcamp startet am 23. Januar 2026. Es ist bereits die 19. Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!". Seit Beginn der RTL-Show im Jahr 2004 haben mehr als 200 Promis teilgenommen, Claudia Effenberg war im Jahr 2023 eine von ihnen – und belegte am Ende den siebten Platz.