Geisteswissenschaften: Utopisches Denken - Millionenförderung für Zukunftsforschung
Was bringt uns die Zukunft? Die Gerda Henkel Stiftung gibt Millionen für wissenschaftliche Forschungen zum künftigen Zusammenleben der Menschen. Und schaut dabei in die Geschichte.
Wie werden die Menschen in Zukunft miteinander leben? Utopisches Denken können promovierte Wissenschaftler im Programm "Prospekt Utopia" der Gerda Henkel Stiftung entwickeln. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen legt die Stiftung ein Förderprogramm zu Utopien im Umfang von 2,5 Millionen Euro auf. Es richte sich an Forschende von der Archäologie bis zu Geschichts- und Sozialwissenschaften, teilte die Stiftung mit.
Die Bewerber sollen sich mit Zukunftsvorstellungen und deren Deutungs- und Gestaltungsmöglichkeiten auseinandersetzen. "Unser Ziel ist es, in unsicheren Zeiten mehr Utopie zu wagen", sagte Mathias Winde vom Vorstand der Stiftung.
Utopien in der Geschichte
Das Förderprogramm sei bewusst offen angelegt. Die Themen reichen von der Frage, wie frühere Gesellschaften sich Fortschritt vorgestellt haben, bis zuZukunftsperspektiven der Gegenwart. Denkbar seien auch kulturvergleichende Studien zu Fragen, welche Bedeutung etwa Zukunftsbilder für die Orientierung von Gesellschaften haben oder wie Gemeinschaften mit Unwägbarkeiten umgehen.
Gefördert werden 50 Projekte mit jeweils bis zu 50.000 Euro. Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Die Antragsfrist für die erste Runde endet am 15. April. Alle Fördermittel dürfen frei verplant werden. "Alternative und experimentelle Darstellungen der Ergebnisse sind ausdrücklich erbeten", so die Stiftung.
Gerda Henkel Stiftung fördert Geisteswissenschaften
Die 1976 gegründete Gerda Henkel Stiftung hat im Laufe ihres 50-jährigen Bestehens rund 340 Millionen Euro für etwa 9.000 Forschungsprojekte bereitgestellt. In Schwerpunktprojekten setzt sich die Stiftung unter anderem auch für den Erhalt kulturellen Erbes in Krisenregionen wie Syrien ein. Die Stiftung vergibt alle zwei Jahre auch den mit 100.000 Euro dotierten Gerda Henkel Preis. Zuletzt wurde der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel damit ausgezeichnet.