Vor knapp zwei Jahren hatten Michael Vogt und sein Team in Altenberg einen schweren Unfall. Jetzt wollen sie auf der Bahn nicht mehr antreten – und kritisieren die Betreiber. Das Viererbob-Team um die Schweizer Nummer eins Michael Vogt will die diesjährige Weltcup-Station im sächsischen Altenberg auslassen. Das verkündete Vogt im Interview mit dem Schweizer "Blick". "Ich fahre nicht auf einer Bahn, wo einer unserer Anschieber fast gestorben wäre und sich seither nichts geändert hat", erklärte Vogt seinen Verzicht auf das letzte Weltcup-Rennen vor Beginn der olympischen Spiele im Februar mit deutlichen Worten. Der Bob-Star und sein Team sind nach eigenem Bekunden mit der Aufarbeitung des Unfalls im Februar 2024 nicht einverstanden. Damals war der Viererbob von Vogt in Altenburg schwer gestürzt und Anschieber Sandro Michel aus dem Bob geschleudert worden. Der bewusstlose Michel wurde anschließend von dem Bob überfahren. Dabei zog er sich Verletzungen an Becken, Oberschenkel und Brustkorb zu, musste in Dresden notoperiert werden und schwebte in Lebensgefahr. Michel überlebte und arbeitet aktuell noch an seinem Comeback. Kritik am Zielauslauf Nachdem Vogt im letzten Jahr ohnehin wegen einer Rücken-OP gefehlt hatte, lässt er Altenberg auch in diesem Jahr aus und tritt stattdessen lieber beim Europacup-Event in Innsbruck an. Damit protestiert er dagegen, dass seit dem Unfall in Altenburg keine Änderungen an der Bahn vorgenommen und stattdessen schnell zur Tagesordnung zurückgekehrt wurde. Die Kritik bezieht sich dabei vor allem auf den Zielauslauf der Bahn, der ansteigend gebaut ist, sodass der Bob nach einem Sturz in die Strecke zurückrutschen und wie im Fall von Michel dort bewusstlos liegende Athleten verletzen kann. Für seinen Boykott hat Vogt deshalb auch die Rückendeckung des Schweizer Verbandes. "Die Selektionskommission hat Verständnis für diese außerordentliche Situation", hieß es in einer Mitteilung.