Kaum eine Entertainerin im deutschen Fernsehen ist so lustig wie sie. Ob als Schauspielerin, Moderatorin oder Comedian: ein Hoch auf Allorundtalent Anke Engelke. Eine Kolumne von Janna Halbroth 60. Sechzig! Während andere bei dieser Zahl womöglich ins Grübeln kommen, dürfte Anke Engelke , die heute ihr Lebensjubiläum begeht, dieser Zahl gelassen entgegenblicken. Schließlich ist sie Anke Engelke, ein Engel auf TV-Erden, eine, wie keine, eine bezaubernde Anke eben. Die gebürtige Kanadierin ist der beste Beweis dafür, dass Alter vor allem eine Frage der Perspektive ist – und der Pointen. Seit Jahrzehnten begleitet sie das Publikum durch die schnelllebige Fernsehlandschaft und ist dabei erstaunlich konstant. Ob in der "Wochenshow" als Ricky auf dem Popsofa, in verschiedensten Situationen bei "Ladykracher" oder unübertroffen an der Seite von Kollege Bastian Pastewka : Sie ist klug, komisch, unprätentiös und dabei kein bisschen peinlich. Stattdessen hat sie eine Art ironische Distanz perfektioniert – zu sich selbst und zu unserer Gesellschaft. Dass Engelke wirklich witzig ist, stellte sie schon öfter unter Beweis, vor allem, wenn sie spontan sein muss. Ihr Interview mit James Franco bei der 65. Berlinale 2015 war ein solcher Moment. "Schön, Sie zu treffen, mein Name ist Helene Fischer", stellte sie sich dem ahnungslosen Hollywoodstar vor und ließ ein improvisiertes ulkiges Gespräch folgen. "Das lag allein daran, dass ich mich so unfassbar schlecht gefühlt habe", erklärte sie später. Zuvor habe sie nämlich bei einem anderen Interview vor aller Augen versagt. "Also habe ich versucht, mich ins Alberne zu retten." Gelungen. Wieder einmal. Sie lacht nicht über andere, sondern über Situationen, oft auch über sich selbst. Das ist selten genug, um es auch nach Jahrzehnten noch erfrischend zu finden. In ihrer Karriere hat Engelke nie versucht, lauter zu sein, sondern genauer. Sie will nicht jünger wirken, sondern lieber wacher. Auch wenn genau das erst kürzlich zum Aufreger wurde. "Ich bin erschrocken, wie sehr sie gealtert ist", schrieb jemand unter ein Video von Engelke. Worum ging es in diesem Video eigentlich? Nur um den nie erreichten Weltfrieden. "Die Welt ist in Unruhe und aus den Fugen, das bereitet mir schon Sorgen", sagt Engelke in dem Clip. Nutzer aus ganz Deutschland nahmen die kurzen Szenen zum Anlass, sich ebenfalls zu sorgen. Allerdings kreisten ihre Gedanken dabei weniger um die aus den Fugen geratene Welt, als vielmehr um die Fugen im Gesicht von Engelke. Menschen sterben unnötige Tode im Krieg, aber diese Frau wagt sich mit Falten (!) vor eine Kamera. "Sie ist sehr alt geworden!", stellte ein Nutzer in den sozialen Medien fest. Während das "sehr" relativ ist, stimmt der Rest natürlich. Um genau zu sein: 60 Jahre alt und somit offiziell dazu berechtigt, Falten zu haben, so wie jeder andere Mensch zu jedem anderen Zeitpunkt seines Lebens auch. Engelke selbst reagierte auf das Age-Shaming so, wie sie alles in ihrem Leben anzugehen scheint: gelassen. "Der Mensch urteilt – und am liebsten ohne Ahnung", sagte sie. Trocken und entwaffnend komisch. Kein Feuerwerk. Ein Volltreffer. Ein Spruch, den man auf Geburtstagskarten schreiben möchte. Aber nicht bei Anke Engelke, da gehört nur ein Spruch hin und der ist sehr kurz: "Danke, Anke!" Teilen Sie Ihre Meinung mit Wie finden Sie die Schauspielerin Anke Engelke? Schreiben Sie eine E-Mail an Lesermeinung@stroeer.de . Bitte nutzen Sie den Betreff "Engelke" und begründen Sie.