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Aktien-Anleihen: 19 Prozent Zinsen locken – doch diese Risiken lauern

Aktienanleihen gelten als seriöse Geldanlage – selbst dann, wenn sie mit hohen Zinsen locken. Was nach einem guten Deal klingt, birgt ein überraschend hohes Risiko. Wer Werbepost von seiner Bank bekommt oder den Newsletter seines Onlinebrokers liest, stößt schnell auf verlockende Angebote: "19 Prozent Zinsen pro Jahr", "Volle Energie voraus" oder "Wer Zinserträge will, sollte jetzt zugreifen!". Die Namen der Produkte klingen eher harmlos: Aktienanleihe, Aktienanleihe Protect, manchmal noch mit dem Zusatz "Defensiv" oder "Bonus". Für viele Sparer wirkt das wie die Lösung eines Problems: In Zeiten geringer Zinsen auf Tages- und Festgeld bieten Aktienanleihen zum Teil mehr als das Zehnfache an Rendite . Gerade wer Wert auf planbare Erträge legt, fühlt sich von einer festen Verzinsung in Höhe von 10, 15 oder sogar 19 Prozent schnell angesprochen. Zentrale Fragen dabei: Welche Chancen und Risiken hat eine Aktienanleihe? Und sind diese Finanzprodukte wirklich so einfach wie in der Werbung versprochen? Verlockende Werbeversprechen Die Werbebotschaften klingen meist ähnlich: feste Zinsen in kurzer Laufzeit , häufig zwölf Monate, zusätzlicher "Schutz" durch eine Barriere , etwa bei 80 Prozent des Startkurses, bekannte Aktien als Basiswert , zum Beispiel große Dax-Konzerne oder US-Konzerne, die im S&P 500 oder Nasdaq gelistet sind. Viele Banken treten dabei offensiv auf: Sie präsentieren etwa Aktienanleihen Protect als eine Art "Zwischenlösung" zwischen sicherer Anleihe und chancenreicher Aktie. Der Eindruck: Sie tauschen einen Teil des Kursrisikos gegen hohe Zinsen und tragen dafür nur ein "überschaubares" Restrisiko. Der Begriff Protect ist ein frei wählbarer Zusatz der Emittenten (also Banken). Er soll in der Regel darauf hinweisen, dass das Produkt eine gewisse Schutzfunktion beinhaltet, meist in Form einer Barriere oder eines Puffers gegen Kursverluste. Doch so einfach ist es nicht. Hinter den scheinbar klaren Produktnamen stecken strukturierte Wertpapiere, deren Funktionsweise wesentlich komplizierter ist als ein Sparbuch oder ein ETF-Sparplan. Zudem enthalten sie versteckte Kosten, die Sie auf dem Produktflyer nicht auf den ersten Blick erkennen. Und: Die hohen Zinsen sind kein Geschenk, sondern der Preis dafür, dass Sie als Anleger ganz konkrete Risiken übernehmen, die sonst die Bank tragen müsste. Wie funktioniert grundsätzlich eine Aktienanleihe Protect? Eine Aktienanleihe Protect ist ein sogenanntes strukturiertes Wertpapier. Sie vereint Elemente einer klassischen Anleihe – also eines festverzinsten Kredits – mit einem Aktienbezug und einem Risikopuffer. Der Grundmechanismus lässt sich in drei Punkten erklären: Fester Zins (Kupon) – unabhängig vom Aktienkurs: Wenn Sie eine Aktienanleihe Protect kaufen, erhalten Sie über die Laufzeit hinweg eine fest zugesagte Zinszahlung, auch Kupon genannt. Dieser wird meist am Ende der Laufzeit gezahlt. Die Höhe ist von vornherein bekannt – zum Beispiel 19 Prozent pro Jahr. Dieser Kupon wird unabhängig davon gezahlt, wie sich der Kurs der zugrunde liegenden Aktie entwickelt. Das ist der große Unterschied zur Direktanlage in Aktien oder Fonds, wo Dividenden variabel und Kursgewinne ungewiss sind. Aktie als Basiswert – aber nicht im Depot: Das Produkt bezieht sich immer auf eine einzelne Aktie, etwa von BASF, Allianz oder BMW. Allerdings kaufen Sie nicht die Aktie selbst, sondern ein Zertifikat, das an deren Kursentwicklung gekoppelt ist. Der entscheidende Punkt: Die Bank verpflichtet sich, Ihnen am Laufzeitende entweder den vollen Nennwert zurückzuzahlen oder stattdessen die Aktie zu liefern – und zwar dann, wenn diese unter eine bestimmte Kursgrenze gefallen ist. Barriere als Schutz – aber mit Einschränkungen: Der "Protect"-Anteil besteht in einer Barriere – meist bei 80 Prozent des Startkurses. Fällt die Aktie nicht unter diese Barriere, erhalten Sie am Laufzeitende den vollen Nennwert zurück (z. B. 10.000 Euro) plus den Kupon (z. B. 1.900 Euro bei 19 Prozent). Fällt die Aktie unter die Barriere, greift der Schutz nicht mehr. In diesem Fall erhalten Sie keine 10.000 Euro zurück, sondern die zugrunde liegenden Aktien – zu einem festen Bezugspreis, der dem Startkurs entspricht. Das bedeutet: Wenn die Aktie stark gefallen ist, machen Sie trotz Kupon Verluste. Beispiel zur Funktionsweise – stark vereinfacht: Sie investieren 10.000 Euro in eine Aktienanleihe Protect auf BASF . Laufzeit: 1 Jahr Startkurs der Aktie: 52 Euro Barriere: 41,60 Euro (80 Prozent von 52 Euro) Kupon: 19 Prozent (1.900 Euro) Vier mögliche Szenarien zum Laufzeitende: Szenario Ergebnis Aktie bleibt über 52 € oder fällt nicht unter 41,60 € Sie bekommen 10.000 € + 1.900 € Zinsen zurück Aktie war zwischenzeitlich unter 41,60 €, erholt sich aber bis Laufzeitende Sie bekommen 10.000 € + 1.900 € Zinsen zurück Aktie steigt beispielsweise auf 80 € Sie bekommen 10.000 € + 1.900 € Zinsen zurück Aktie fällt unter 41,60 € und bleibt dort Sie bekommen keine 10.000 € zurück, sondern BASF-Aktien zum Preis von 52 €, auch wenn diese z. B. nur noch 40 € wert sind Die vermeintliche Sicherheit durch die Barriere schützt nur bei moderaten Kursverlusten, nicht bei starken Rückgängen. Die hohe Zinszahlung ist also kein Geschenk, sondern der Preis dafür, dass Sie als Anleger das Risiko eines Kursverlusts bei einer einzelnen Aktie übernehmen. Solange der Kurs steigt, stabil bleibt oder nur leicht fällt, funktioniert das Konzept. Gerät die Aktie jedoch unter Druck, bleiben Sie auf den Aktien sitzen – mit entsprechendem Verlustrisiko. Welche Gebühren sind oft versteckt? Wer eine Aktienanleihe Protect kauft, sieht auf den ersten Blick oft: Kein Ausgabeaufschlag, keine Depotgebühren, feste Verzinsung – das klingt transparent und kostengünstig. Doch der Schein trügt. Denn die entscheidenden Kosten dieser Produkte sind nicht offen ausgewiesen, sondern im Produktdesign versteckt. Der wichtigste Punkt: Die Kosten stecken im Kupon. Eine Aktienanleihe besteht – vereinfacht gesagt – aus zwei Komponenten: einer klassischen Anleihe mit fester Verzinsung und einem "verkauften Put", also einer Wette auf fallende Kurse Diesen Put "verkaufen" Sie indirekt an die Bank, denn: Sie tragen das Risiko, die Aktie ins Depot gebucht zu bekommen, wenn sie unter die Barriere fällt. Dafür kassieren Sie einen Kupon – z. B. 19 Prozent. Was dabei oft nicht erwähnt wird: Ein fairer Marktpreis für das Risiko könnte einen Kupon von 22 oder 24 Prozent rechtfertigen. Die Bank bietet aber nur 19 Prozent. Die Differenz von 3 bis 5 Prozentpunkten ist kein Zufall, sondern ihr stiller Gewinn – und damit Ihre versteckte Produktgebühr. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro zahlen Sie also implizit 300 bis 500 Euro, ohne dass irgendwo in der Produktbeschreibung das Wort "Gebühr" steht. Zweitens: Der Kaufkurs ist nicht gleich dem Marktwert. Aktienanleihen Protect werden in der Regel zum Nominalwert von 100 Prozent ausgegeben. Doch der reale Marktwert liegt oft darunter – z. B. bei 98 Prozent. Auch hier verdient die Bank still mit: Der Unterschied zwischen dem Emissionskurs und dem tatsächlichen Wert der Anleihe ist ein weiterer versteckter Kostenblock. Drittens: Handelsspanne (Spread) beim Kauf und Verkauf: Wer Aktienanleihen nicht bis zum Ende hält, muss mit weiteren Verlusten durch Kauf- und Verkaufskurse rechnen. Ein typischer Spread liegt zwischen 0,5 bis 1,5 Prozent, und zwar jeweils beim Kauf und beim Verkauf. Teure Gebühren: So schützen Sie Ihre Wertpapiere vor versteckten Kosten Das bedeutet: Selbst wenn Sie die Anleihe nach nur wenigen Wochen verkaufen, verlieren Sie unter Umständen 150 bis 300 Euro, ohne dass der Kurs der zugrunde liegenden Aktie sich überhaupt bewegt hat. Viertens: Kosten für Verwaltung und Strukturierung. Obwohl keine laufenden Gebühren ausgewiesen werden, entstehen für die Bank sehr wohl Kosten, beispielsweise für die Strukturierung und die Risikomodellierung. Dabei geht es um den technischen Aufbau eines Finanzprodukts – also darum, wie eine Bank ein Wertpapier konstruiert, damit es am Ende genau die versprochenen Eigenschaften hat. Auch diese Kosten werden nicht separat dargestellt. Sie sind im Preis der Anleihe bereits eingerechnet und somit ebenfalls vom Kupon "abgezogen". Und schließlich: Versteckte Provisionen für Vermittler: In vielen Fällen erhalten Banken oder Finanzberater Provisionen für die Platzierung dieser Produkte – ähnlich wie bei Lebensversicherungen oder Fonds. Auch diese gehen zulasten des Kunden, sind aber nicht transparent nachvollziehbar. Während klassische Fonds ihre Gebühren klar ausweisen (z. B. Verwaltungsgebühr, TER) , bleiben bei Aktienanleihen viele Kosten unsichtbar. Wer denkt, er bekomme "19 Prozent Zinsen geschenkt", zahlt in Wahrheit oft mehrere Hundert Euro an verdeckten Gebühren – allein durch die Produktgestaltung. Rat an Anleger: Welche Risiken tragen Sie wirklich? Auf den ersten Blick erscheint die Aktienanleihe Protect wie ein ausgewogener Kompromiss zwischen hohen Zinsen, einer Barriere als Sicherheitsnetz und großen Dax-Werten als Basis. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Anleger drei entscheidende Risiken tragen, die in der Produktwerbung oft nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden. Verlust trotz 19 Prozent Zinskupon möglich: Der Kupon ist fix, ja – aber er schützt nicht vor Verlusten, wenn die Barriere gerissen wird. Und das ist gar nicht so unwahrscheinlich. In diesem Fall bekommen Sie keine Rückzahlung in Euro, sondern in Aktien. Das bedeutet: Sie tragen das volle Kursrisiko unterhalb der Barriere. Sie erhalten keine weitere Kompensation, außer dem schon versteuerten Kupon. Die Aktie kann nach Lieferung sogar noch weiter fallen – und mit ihr Ihr Kapital Sie partizipieren nicht an steigenden Kursen: Während Sie bei einer Direktanlage in Aktien oder ETFs von Kursanstiegen profitieren, ist Ihre Rendite bei der Aktienanleihe Protect nach oben gedeckelt. Steigt der Kurs der Aktie um 10, 20 oder 50 Prozent, bekommen Sie trotzdem nur die 19 Prozent Zinsen und Ihre Anfangsinvestition zurück. In der Praxis heißt das: Die Chance-Risiko-Balance ist damit unausgewogen. Während Sie das Risiko nach unten übernehmen, verdient die Bank an der Kurssteigerung, nicht Sie. Steuerliche Nachteile häufig unklar kommuniziert: Auch steuerlich unterschätzen viele Anleger die Eigenheiten dieser Produkte. Der Kupon unterliegt der Abgeltungsteuer. 25 Prozent Steuer plus Solidaritätszuschlag plus ggf. Kirchensteuer. Effektiv bleiben von 19 Prozent nur etwa 14 Prozent netto übrig. Bei Aktienlieferung droht außerdem ein steuerlicher Stolperstein: Die gelieferten Aktien gelten als neu angeschafft – zum ursprünglichen Basispreis. Wenn Sie die Aktien später mit Verlust verkaufen, können Sie diesen Verlust erst dann auch steuerlich geltend machen. Der Verlust aus der Gesamtanlage wird also zeitlich in die Zukunft verschoben und ist zudem nicht mit dem Zinsgewinn verrechenbar. Trotzdem kann sich eine Aktienanleihe Protect lohnen: für erfahrene Anleger, die das Risiko bewusst eingehen, die Aktie gut kennen und ohnehin einen Einstieg planen. Auch wer bei stabilen Märkten auf planbare Zusatzerträge setzen möchte und die Produkte bis zum Ende hält, kann von den hohen Kupons profitieren. Wer hingegen vor allem Sicherheit sucht, sollte sich vom Zinsversprechen nicht blenden lassen und lieber zu alternativen Anlageformen greifen.

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