Der Druck von US-Präsident Trump auf Venezuela nimmt zu. Das Auswärtige Amt in Berlin rät jetzt von Reisen in das südamerikanische Land ab. Angesichts der sich verschärfenden Sicherheitslage in der Karibik und einer US-Warnung für den Luftverkehr rät das Auswärtige Amt dringend von Reisen nach Venezuela ab. Die Lage in dem südamerikanischen Land sei angespannt und könne sich auch kurzfristig weiter verschlechtern, heißt es in dem im Internet veröffentlichten Reisehinweis des Auswärtigen Amtes. Neben Straßensperren und Polizeikontrollen seien auch Einschränkungen der Mobilfunknetze und des Internets möglich, warnt das Auswärtige Amt. Zudem komme es in Venezuela immer wieder zu Festnahmen deutscher und anderer EU-Bürger unter dem Vorwurf, den Terrorismus zu unterstützen. Überblick : Alle Entwicklungen im US-Newsblog Analyse: Trump jagt das "Kartell der Sonnen" Das US-Militär zieht derzeit Kräfte in der Karibik zusammen. Zahlreiche angebliche Drogenboote wurden bereits vor Lateinamerikas Küsten aus der Luft zerstört. Dabei wurden nach US-Angaben mehr als 80 Menschen getötet. Nach der Warnung der US-Luftfahrtbehörde vor potenziellen Gefahren setzten mehrere Fluggesellschaften ihre Flüge von und nach Venezuela aus. Das "Kartell der Sonnen" US-Präsident Donald Trump hält Venezuelas linksgerichtetem Staatschef Nicolás Madura Verwicklungen in den Drogenhandel vor. Mit einer ähnlichen Begründung hatten die USA 1989 eine Invasion in Panama gerechtfertigt und den damaligen Staatschef Manuel Noriega abgesetzt. Seit Montag stuft die US-Regierung das "Cartel de los Soles" – Kartell der Sonnen – als ausländische terroristische Organisation ein. Es wird auch des Drogenhandels verdächtigt. Das US-Außenministerium wirft Maduro vor, es anzuführen. Bei dem Kartell soll es sich um ein kriminelles Netzwerk aus Offizieren der venezolanischen Streitkräfte handeln. Sicherheitsexperten sind sich allerdings uneins darüber, ob es als hierarchisch organisierte Gruppe überhaupt existiert. Venezuelas Regierung bezeichnete die Einstufung der Gruppe als Terrororganisation als "lächerliche Farce" und bestritt die Existenz eines solchen Kartells. Es handele sich um eine "infame und abscheuliche Lüge", die das Ziel habe, einen Einsatz gegen Venezuela zu rechtfertigen, erklärte das venezolanische Außenministerium. Offiziell gibt die US-Regierung als Grund für ihr Eingreifen den Kampf gegen Drogenkartelle an. Venezuela wirft Washington vor, einen Regimewechsel in dem ölreichen Land herbeiführen zu wollen.