Steigende Kosten bei gleichbleibenden Vergütungssätzen bringen die Caritas Bocholt in finanzielle Schieflage. Der Betrieb in allen Einrichtungen soll trotz des Insolvenzverfahrens normal weiterlaufen. Der Caritasverband für das Dekanat Bocholt hat beim Amtsgericht Münster ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag des Wohlfahrtsverbands bereits stattgegeben, wie der WDR berichtet. Von der Insolvenz sind 904 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Die Mitarbeiter wurden am Freitagnachmittag bei einer Versammlung über die finanzielle Situation informiert. Claudia Soggeberg, Leiterin der Caritas Bocholt, bezeichnete die Eigenverwaltung als "besten Weg, unsere aktuelle Situation erfolgreich zu bewältigen". Nach Angaben des Verbands sei diese Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung aller Optionen getroffen worden. 1931 gegründet: Parfümeriekette pleite Wegen Benko-Pleite: 120 Jahre altes Unternehmen insolvent Für die kommenden drei Monate erhalten die Beschäftigten anstelle ihrer regulären Vergütung Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit . Der Wohlfahrtsverband betonte, dass die Löhne und Gehälter weiterhin gesichert seien. Auch der Betrieb in den betroffenen Einrichtungen soll ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Caritasverbands spiegeln ein branchenweites Problem wider: Freie Wohlfahrtsverbände stehen unter zunehmendem Kostendruck. Während Sach-, Personal- und Energiekosten steigen, zahlen Kommunen, Land und Bund weiterhin alte Kostensätze. Der Verband plant daher, mit den Kostenträgern neu zu verhandeln. Ein Team aus Rechtsanwälten unterstützt den Caritasverband bei den anstehenden Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen. Der gemeinnützige Verein spielt in Bocholt und Umgebung eine wichtige Rolle in der Pflege von Senioren und Menschen mit Behinderung sowie in der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Familien.