Die deutschen Tennisspielerinnen verlieren erst gegen die Türkei, haben dann ohne Zutun Glück – und patzen direkt noch einmal. Wie geht es nun weiter? Die deutschen Tennis-Frauen sind erstmals seit 2012 wieder aus der Weltgruppe des Billie Jean King Cups abgestiegen. Im entscheidenden zweiten Playoff-Duell mit Belgien verlor auch Ella Seidel beim 0:6, 4:6 gegen Hanne Vandewinkel ihr Einzel, dem großen Druck konnte sie bei ihrem ersten Nationenturnier nicht standhalten. Nach der Auftaktniederlage von Anna-Lena Friedsam war die stark ersatzgeschwächte Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) bereits zum Siegen verdammt gewesen – mit dem 0:2-Rückstand steht der Gang in die Zweitklassigkeit nun schon vor Ende des Abschlusstages fest. "Das ist natürlich sehr enttäuschend, alle sind am Boden zerstört. Das haben wir uns anders vorgestellt", resümierte Teamchef Rainer Schüttler und blickte zugleich voraus: "Wieder aufzusteigen ist nicht einfach. Da muss natürlich alles zusammenkommen." Seine Zukunft hat der Ex-Profi derweil offen gelassen. "Wir sind erstmal platt und leer. Dann gucken wir uns das an." Schüttler wolle im Dezember mit den Spielerinnen sprechen, kündigte Schüttler an. Er ist seit 2020 Teamchef und erzählte, dass er normalerweise beim DTB immer Einjahresverträge habe, die verlängert werden. "Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die man verändern sollte", sagte er noch. Er meinte damit Aspekte etwa im Training oder in der Organisation der Nationalmannschaftszusammenkünfte. Aus nur um wenige Stunden vertagt Der erste Rückschlag ereilte die deutschen Frauen am Sonntag bereits vor dem ersten Auftritt auf dem Court: Die deutsche Nummer eins Eva Lys konnte aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht antreten – nach den kurzfristigen Ausfällen von Tatjana Maria und Laura Siegemund vor dem Turnierstart fehlten der Mannschaft des DTB dadurch alle Top-50-Spielerinnen. Ihr Spiel am Freitag hatte Lys überraschend deutlich verloren. Vor 1.415 Zuschauern im ausverkauften Tennisklub von Ismaning geriet Friedsam im ersten Einzel früh ins Hintertreffen, kämpfte sich jedoch zurück. Ihre Gegnerin war 13 Jahre jünger, und dennoch zeigte Friedsam große Anstrengungen – gepaart mit vielen Eigenfehlern und Problemen beim eigenen Aufschlag. Seidel, die im Anschluss spielte, wirkte zu Beginn sichtlich überfordert. Im zweiten Satz zeigte sie mehr Stabilität, konnte die Partie aber nicht drehen. Bereits am Samstag hatte die DTB-Auswahl hauchdünn vor dem Aus gestanden, der knappe 2:1-Sieg der Belgierinnen über die Türkei vertagte allerdings die Vorentscheidung.