Добавить новость
World News


Новости сегодня

Новости от TheMoneytizer

Ostsee-Dorsch stirbt aus: Die Menschheit schafft sich langsam selbst ab

Manche Tierarten sind mit dem Menschen seit Jahrhunderten aufs Engste kulturell verbunden. Dazu gehört der Kabeljau, der in der Ostsee Dorsch heißt. Nun wird er dort aussterben. Wie kann das sein? Es gibt Bücher, die sich in die Hirnrinde einprägen wie das Relief einer Blindenschrift. "Kabeljau" von Mark Kurlansky ist so ein Buch. Dem amerikanischen Journalisten gelang es vor Jahren tatsächlich den Untertitel einzulösen, der beim ersten Lesen etwas großspurig daherzukommen schien. "Der Fisch, der die Welt veränderte" – geht das nicht eine Nummer kleiner? Antwort: Nein. Dieser Fisch ist mit der Menschheit eng verbunden. Dieser Fisch hat die Welt verändert. Um den Kabeljau sind zwischen 1958 und 1978 drei Kriege geführt worden, die so genannten "Cod Wars". Diese Kabeljaukriege zwischen Island und Großbritannien drehten sich um Fangrechte im Nordatlantik, insbesondere um die Ausweitung der isländischen Hoheitsgewässer zur Sicherung der Kabeljaufischerei, einer zentralen Einkommensquelle Islands. Island war nach seiner Unabhängigkeit wirtschaftlich stark von der Fischerei abhängig, vor allem vom Kabeljau. Um die Überfischung zu verhindern und die eigenen Ressourcen zu schützen, erklärte das Land einseitig immer größere Fangzonen rund um seine Küsten. Großbritannien drang mit seinen Fangflotten eskortiert von der Kriegsmarine in diese verbotenen Zonen ein. Die Kabeljaukriege gelten als bedeutendes Beispiel für einen gewaltfreien Souveränitätskonflikt. Wie wir von den Falklands wissen, hätte auch dieser Souveränitätskonflikt leicht in einen heißen Krieg münden können. Für den Dorsch, wie der Kabeljau in der Ostsee heißt, sind die Portugiesen mit ihren Fangbooten schon im 16. Jahrhundert bis vor die Küste Neufundlands gefahren, wegen der unfassbar reichen Fanggründe. Der getrocknete Stockfisch, Bacalhau, kommt daher, dessen intensiver, leicht beißender Ammoniakgeruch bis heute durch die Gassen der Altstadt von Lissabon zieht und der die Grundlage eines portugiesischen Nationalgerichts bildet. Der Kabeljau ist ein Vielfraß und Allesfresser mit einem Riesenkopf und einem Maul wie eine Luke, er wächst schnell zu enormen Größen heran. Sein weißes, nach dem Kochen in Schuppen fallendes Fleisch schmeckt so vorzüglich wie kaum ein anderer Fisch. Das Fleisch enthält obendrein so gut wie kein Fett, es besteht zu 18 Prozent aus Protein, in getrockneter Form steigert sich dieser Wert auf unglaubliche 80 Prozent. Gesünder geht nicht. Und schön ist er, marmoriert wie ein Leopard. Wenn er im Tang lebt, geht das Goldene seiner Haut in ein bezauberndes Kupferrot über. Ein Traum von Fisch. Trockenen Fußes über den Atlantik wandeln Er vermehrt sich rasant. Die großen Weibchen (ein Kabeljau oder Dorsch kann bis zu 50 Pfund und schwerer werden) legen bis zu neun Millionen Eier. "Wenn aus allen Eiern ungehindert Jungfische schlüpfen und sämtliche Jungfische heranreifen würden", notierte der berühmte französische Schriftsteller Alexandre Dumas in seinem "Grand dictionnaire de cuisine" von 1873, "so braucht es nach Berechnungen nur drei Jahre, um das Meer so anzufüllen, dass man auf dem Rücken von Kabeljauen trockenen Fußes über den Atlantik wandeln könnte". Noch im Jahr 1885 befand das kanadische Landwirtschaftsministerium: "Wenn die Naturordnung nicht von Grund auf umgestürzt wird, werden unsere Fischgründe noch Jahrhunderte lang reiche Erträge bringen". Der Kabeljau schien als Nahrungsquelle des Menschen für die Ewigkeit gemacht. Und jetzt das. "Den Dorsch haben wir verloren", sagt der Meeresbiologe Rainer Froese vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung "Geomar" in Kiel. Diese dramatische wie lakonische Feststellung traf er nach den gescheiterten Bemühungen der Europäischen Union, dem Dorsch in der Ostsee mindestens ein Jahr, am besten drei Jahre die Chance zu geben, sich wieder zu erholen. Der Druck der Lobby war zu groß. Es wird weiter gefischt. Damit, da sind sich alle Experten einig, ist der Dorsch in der Ostsee dem Tod geweiht. Die Naturordnung wurde eben, in den Worten des kanadischen Ministeriums, von Grund auf umgestürzt. Durch den Menschen. Schon seit Jahren "verbuttet" die Population. Verbutten ist ein Fachbegriff dafür, dass die Exemplare immer kleiner werden, weil die großen Fische gefangen werden und so nur der Genpool der kleinen erhalten bleibt. Jetzt werden weiter die Netze ausgebracht und bis an die Fangquoten heran die Ostsee nach dem Dorsch durchkämmt. Das kann er als Art nicht mehr überleben. Nicht nur eine Art stirbt damit aus. Ein jahrhundertelanges Kulturgut der Ostsee geht verloren. Das Beispiel des Dorsches im Mare Baltikum wirft einmal mehr die existenzielle Frage auf: Ist der Mensch als Art nicht imstande, diesen Planeten, der ihm ein Paradies ist, zu erhalten in seiner Fruchtbarkeit und Schönheit? Ist er nicht imstande zu begreifen, dass Artenvielfalt keine zoologische Liebhaberei ist, sondern Grundlage unser aller Seins? Es ist wie ein Fluch: Da hat die Natur dem Menschen ein Gehirn geschenkt wie sonst keinem Lebewesen auf dieser Erde, und er ist trotzdem zu blöde zu erkennen, wohin der rauschhafte Raubbau an diesem nach bisherigem Kenntnisstand einzigartigen Planeten im Universum führen wird. Der Mensch herrscht durch das Feuer – und zerstört damit Bitter-ironischerweise hat die Beherrschung des Feuers den Menschen vermutlich über die Intelligenz der anderen Lebewesen dieser Erde erhoben. Weil das gekochte Essen die Nährstoffe besser erschließt und so das menschliche Gehirn wachsen konnte. Zugleich hat die Beherrschung des Feuers und die schier unermesslichen Vorräte an fossilen Brennstoffen dazu geführt, dass der Mensch die Erde in gerade mal 200 Jahren Industrialisierung regelrecht verbrannt hat. Dieser Tage war ich im Kino in einem Film, der sich auch für immer in meine Hirnrinde eingebrannt hat. "Bugonia". Unbedingt anschauen. Man darf nicht zu viel verraten hier. Am besten, vorher gar nichts lesen über den Film. Sonst geht sein irrer Twist verloren. Aber sagen wir so: in "Bugonia" wird der Menschheit am Ende die Hegemonie über die Erde entzogen. Weil sie sich als unfähig erwiesen hat, verantwortungsvoll über sie zu herrschen. Damit zum Schluss zu einem dritten Fall von eingebrannter Erinnerung. Die Künstliche Intelligenz war noch nicht das neue Ding, da konnte man schon von einem Digital-Guru mit dem schönen Namen Ray Kurzweil lesen, dass in absehbarer Zeit (er sagt: 2029) der Schnittpunkt der künstlichen Intelligenz mit der menschlichen Intelligenz erreicht sein werde. Die Maschine also von dem Moment an intelligenter sei als der Mensch und sie dessen kognitivem Leistungsvermögen dann exponentiell enteilt. Im ersten Moment hört sich das schrecklich an. Dystopisch. Aber vielleicht ist es für die Erde besser, wenn die Maschine die verantwortungsvolle Herrschaft übernimmt. Weil der Mensch sich einfach als zu dumm dafür erwiesen hat.

Читайте на сайте


Smi24.net — ежеминутные новости с ежедневным архивом. Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. Абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть —онлайн с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии. Smi24.net — живые новости в живом эфире! Быстрый поиск от Smi24.net — это не только возможность первым узнать, но и преимущество сообщить срочные новости мгновенно на любом языке мира и быть услышанным тут же. В любую минуту Вы можете добавить свою новость - здесь.




Новости от наших партнёров в Вашем городе

Ria.city
Музыкальные новости
Новости России
Экология в России и мире
Спорт в России и мире
Moscow.media










Топ новостей на этот час

Rss.plus