Die zweite Runde im DFB-Pokal startet mit einer Überraschung. Ein Zweitligaklub eliminiert den VfL Wolfsburg. Hertha und Hamburg dürfen wiederum jubeln. Holstein Kiel hat überraschend das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Der Zweitligist siegte am Dienstagabend mit 1:0 (1:0) bei Bundesligaklub VfL Wolfsburg . Den Treffer des Tages erzielte Alexander Bernhardsson per Foulelfmeter (42. Minute). Für den VfL und Trainer Paul Simonis ist das unerwartete Aus ein herber Schlag. Mit Hertha BSC darf sich derweil ein weiteres Team aus der 2. Bundesliga über das Weiterkommen freuen. Die Berliner fuhren einen letztlich ungefährdeten 3:0-Heimsieg (1:0) gegen Ligakonkurrent SV Elversberg ein. Auch der Hamburger SV ist eine Runde weiter. Die "Rothosen" gewannen ihr Gastspiel in Heidenheim durch ein spätes Elfmetertor von Robert Glatzel (83.) mit 1:0 (0:0). VfL Wolfsburg – Holstein Kiel Die Gastgeber taten sich schwer gegen die konzentrierte Defensive der Kieler. Eine Kombination über Saël Kumbedi und Mohamed Amoura, die Dženan Pejčinović mit einem Direktschuss ans Außennetz abschloss (27.), war zunächst die einzige nennenswerte Torchance der Wölfe. Noch schwieriger wurde es, als Abwehrspieler Jenson Seelt wegen Haltens an der Mittellinie mit Gelb-Rot vom Feld musste. Der Zweitligist wurde mutiger und belohnte sich mit der Führung: Nach einem Foul von Vinícius Souza an Adrian Kapralik verwandelte Bernhardsson den fälligen Foulelfmeter. Nach der Pause jubelten die Niedersachsen über den vermeintlichen Ausgleich: Doch Torschütze Amoura stand im Abseits (63.). Hertha BSC – SV Elversberg Die Elversberger, die nach dem 2:0 am 4. Zweitliga-Spieltag mit guten Erinnerungen nach Berlin zurückkehrt waren, hatten zunächst mehr vom Spiel. Die Saarländer traten spielstark auf und drängten Hertha in die Defensive. Die erste Großchance hatte dennoch Berlin – und nutzte sie. Nach starker Balleroberung von Kapitän Fabian Reese landete der Ball über Diego Demme bei Cuisance, der sehenswert vollendete (15.). Demme stand kurz darauf wieder im Fokus: Der Mittelfeldspieler lenkte eine scharfe Hereingabe von Tom Zimmerschied mit dem Ellbogen ab, Hertha-Torhüter Tjark Ernst parierte den Ball spektakulär an die Latte (20.). Der VAR stand Schiedsrichter Tom Bauer in der zweiten Pokalrunde nicht zur Verfügung. In der Folge ging dem Spiel Tempo verloren, vor den Toren passierte nicht viel. Hertha kam mit frischem Schwung aus der Kabine, verpasste es zunächst aber, aus den Offensivaktionen Kapital zu schlagen. Dann aber erhöhte Grönning nach einer Ecke aus kurzer Distanz per Kopf (58.). Die Berliner zeigten weiter großen Einsatz und standen defensiv zumeist stabil. Erst in der Schlussphase kam Elversberg zu guten Möglichkeiten. Thorsteinsson machte alles klar (90.+5). Er verwandelte einen von Pinckert verursachten Elfmeter. Der Elversberger flog wegen der Notbremse mit Rot vom Platz. 1. FC Heidenheim – Hamburger SV Zunächst hatten die Gastgeber Glück, nicht früh in Rückstand zu geraten. Erst vergab Hamburgs Miro Muheim (3.), kurz darauf scheiterte Mannschaftskollege Ransford Königsdörfer (7.) völlig freistehend am gut reagierenden Diant Ramaj. Bayern-Leihgabe Peretz erlebte auf der anderen Seite dagegen zunächst einen entspannten Abend. Der FCH, der in der ersten Runde Regionalligist Bahlingen ausgeschaltet hatte (5:0), fand keine Lücken. Chancen vor der Pause: Fehlanzeige. Die Hamburger, die bei Oberligist Pirmasens (2:1 n.V.) eine Blamage mit Mühe verhindert hatten, wirkten in einer zähen ersten Hälfte entschlossener – wie auch Königsdörfer, der kurz vor der Pause schneller am Ball war als Siersleben. Der riss den HSV-Angreifer als letzter Mann um und sah Rot (45.). In Überzahl bestimmte der HSV klar das Geschehen, doch lange ohne Durchschlagskraft. Erst ein umstrittener Elfmeter, den Glatzel entschlossen verwandelte, brachte den erhofften Treffer.