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Minsk? Geht so. Lehren einer Reise durch Belarus

Die Memel fließt auch durch Grodno mit seinem Alten und Neuen Schloss. (Foto: Wikipedia/Mike1979 Russia)

Zu den Reisebekanntschaften, die René Jakob in Belarus gemacht hat, gehörte auch eine Deutsche. Was sie in dem Land zwischen Polen und Russland zu besichtigen gedachte, waren Minsk und Mir. Die Hauptstadt und das Weltkulturerbe auf dem Lande, ein überaus sehenswertes Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Man ist geneigt zu sagen: ein vernünftiger Plan, wie ihn sich auch ein Reiseveranstalter ausgedacht haben könnte.

Doch René Jakob erzählt die Geschichte als abschreckendes Beispiel. Seine Ortskunde speist sich eher weniger aus traditionellen Sehenswürdigkeiten. Um ein Gefühl für ein Land zu bekommen, läuft er gern mal Dutzende Kilometer durch die Natur, beobachtet Alltagsszenen, treibt sich mehr in den Außenbezirken von Städten mit ihren Wohngebieten herum als in den herausgeputzten Zentren und ist viel mit Bus und Bahn unterwegs. Auch Geschichte und Kultur sind für so manchen Punkt auf seiner To-do-Liste verantwortlich.

Ein „weißer Fleck“ auf der Landkarte

Warum überhaupt Belarus? Die Eltern des 38-jährigen Sachsen hatten einst mit einer DDR-Jugendreisegruppe Minsk und Chatyn besucht, jenes Dorf, das 1943 von den Deutschen ausgelöscht worden war und wo sich eine bekannte Gedenkstätte befindet. Nun wäre es übertrieben, Jugendlichen aus der DDR ein gesteigertes Interesse an der Weißrussischen SSR nachzusagen. Wenn man mal rauskam aus dem eigenen kleinen Land, dann fragte man nicht weiter, wohin die Reise eigentlich gehen sollte.

Ihn zieht es immer wieder nach Osteuropa: René Jakob (Foto: Tino Künzel)

Im Vergleich dazu ist der Sohn der Jakobs sehr gezielt nach Belarus gefahren. Für ihn war das „immer ein weißer Fleck“ auf der Landkarte gewesen. Und nach seiner Russlandreise, von der die MDZ im Sommer 2024 berichtet hatte, setzte er nun auch hier gewissermaßen die Buntstifte an, damit das Bild Farbe bekommt.

Zwei Wochen lang bereiste der studierte Historiker, der vorwiegend in der Landwirtschaft arbeitet, die unterschiedlichsten Gegenden, vom russisch geprägten Witebsk im Nordosten bis zu Landstrichen im Westen, die zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg (wieder) polnisch geworden waren. Viele Stunden verbrachte er in Vorortzügen, freute sich neben dem gut organisierten Verkehr über die Ausstattung der Bahnhöfe, aber ärgerte sich über unfreundliche Schalterdamen. Bei den Unterkünften war auch mal das „Hotel des Fleischkombinats“ dabei.

Lukaschenko und eine Reisewarnung

Belarus ist ungefähr doppelt so groß wie die ehemalige DDR, hat aber weniger als zehn Millionen Einwohner, von denen allein zwei in Minsk wohnen. International von sich reden macht das Land vor allem durch seinen Präsidenten Alexander Lukaschenko, seit 31 Jahren der erste Mann im Staate und im Januar für fünf weitere Jahre wiedergewählt, diesmal mit offiziell 86,8 Prozent der Stimmen.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass das deutsche Auswärtige Amt von Reisen nach Belarus nicht nur dringend abrät, wie im Fall von Russland, sondern sogar explizit davor warnt. Begründet wird das mit der innenpolitischen Lage, die Berlin als „angespannt“ einschätzt, sowie mit der Gefahr „willkürlicher Festnahmen“ und anschließender Verurteilungen zu drastischen Strafen.

Visafreie Einreise vorerst bis Ende 2025

Belarus hat seinerseits im Juli 2024 die Visapflicht für Bürger aus 35 europäischen Ländern zunächst bis zum Ende des vorigen Jahres ausgesetzt – ein Schritt, der angesichts des angespannten Verhältnisses zum Westen reichlich unerwartet kam. Später wurde das Experiment um ein weiteres Jahr verlängert. Aber was war nun die Quintessenz der Erkundungstour von René Jakob durch dieses Land, das touristisch ein krasser Außenseiter ist, zumindest aus deutscher Sicht? Die Erfahrungen des Deutschen wollen wir in einigen Punkten zusammenfassen.

1. Wer sich mit dem Gedanken trägt, die Visafreiheit auszunutzen, um sich in Belarus umzuschauen, sollte wissen, was er will. Die Landschaft beschreibt Jakob als „durchaus reizvoll, aber nicht sehr abwechslungsreich“, mit großen Naturschutzgebieten, aber auch ausgedehnten Ackerflächen speziell im Westen und in der Mitte, den Prypjat-Sümpfen im Süden und zunehmenden Wäldern im Osten. Das fast durchgehend flache Land kann das Auge ermüden, touristisch relevante Highlights gibt es nicht auf Schritt und Tritt, sie wollen bewusst angesteuert werden. Das verlangt nach einer intensiven Vorbereitung.

2. Reich ist Belarus an Zeugnissen geschichtlicher Ereignisse, die viel Zerstörung über das Land und Leid über die Zivilbevölkerung gebracht haben. Doch längst nicht nur der Zweite Weltkrieg hat hier seine Spuren hinterlassen. So wurde bei der Stadt Borissow im Spätherbst 1812 auch die letzte Schlacht von Napoleons Russlandfeldzug geschlagen, als die Reste seiner Grande Armée beim Übergang über die Beresina der totalen Vernichtung entgingen.

Warten am Grenzübergang und Überwachung

3. Minsk fand René Jakob „spektakulär unspektakulär“. Die Stadt wirke „eher ein wenig provinziell“, weil sie auf den ersten Blick nicht viel Verlockendes zu bieten habe. Gerade das Zentrum sei „fürchterlich langweilig“, mit einer „komplett uninteressanten“ Altstadt in der kriegszerstörten Mitte. Beeindruckt hätten ihn dagegen die „kommunistischen Prunkbauten“ aus der Vor- und Nachkriegszeit, darunter das Traktorenwerk. Und immerhin als Farbtupfer erwiesen sich dörfliche Siedlungen im Stadtgebiet, wie sie in Moskau inzwischen praktisch ausgestorben sind.

4. Die längste Begegnung mit der Staatsmacht hatte René Jakob gleich bei der Einreise mit dem Bus aus Polen. Am Grenzübergang Terespol-Brest dauerte die Abfertigung zwischen vier und fünf Stunden, in der Nacht hat man nicht so genau auf die Uhr geschaut. Auf der belarussischen Seite wurden westliche Ausländer getrennt befragt, allerdings ohne ihnen sonderlich zuzusetzen. Das hätte ja auch dem Sinn der Visafreiheit widersprochen. Zu denken gegeben hat Jakob die Menge an Überwachungskameras an allen Ecken und Enden. Das sei „extrem“ gewesen und das „Doppelte und Dreifache“ dessen, was er in jedem anderen Land erlebt habe.

5. Mit Deutsch oder Englisch kommt man nicht weit. Die kyrillischen Schriftzeichen sollte man zumindest lesen können, so Jakob. „Ansonsten hat man nicht viel Spaß.“

Insgesamt habe sich die Reise durch Belarus für ihn „total gelohnt“, meint René Jakob, es sei „fantastisch“ gewesen. In der Riege der europäischen Völker, die er persönlich kennenlernen durfte, hätten nur auch die Weißrussen ihren gebührenden Platz. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Tino Künzel

Запись Minsk? Geht so. Lehren einer Reise durch Belarus впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.

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