Beim Eurovision Song Contest sorgten sie nicht für das erhoffte Wunder. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Der Höhenflug um Abor & Tynna ist real. Am Ende reichte es nur für Platz 15 beim Eurovision Song Contest in Basel. Das europäische TV-Publikum war vom Hit "Baller" des Wiener Duos Abor & Tynna nicht ganz so angetan. Stefan Raab , der maßgeblich an der Auswahl der Geschwister für den Musikwettbewerb beteiligt war, hatte offenbar den falschen Riecher. Fernab der großen ESC-Bühne könnten Abor & Tynna aber doch punkten – sind teilweise sogar angesagter als Countertenor JJ, der für Österreich den Sieg errang. Platz sechs bei den Spotify-Abrufen Tatsächlich hat der Song "Baller" derzeit 13,6 Millionen Aufrufe bei Spotify (Stand: 19. Mai 2025, 9.30 Uhr). JJs Gewinnerlied "Wasted Love" hat "nur" etwas mehr als halb so viele Aufrufe: 7,3 Millionen. Und "New Day Will Rise" von der ESC-Zweitplatzierten, der Israelin Yuval Raphael, wurde auf Spotify bloß 4,6 Millionen Mal aufgerufen. Deutsche ESC-Pleite: Sie können nichts dafür "Völlig unpassend": Hazel Bruggers ESC-Moderation löst Diskussionen aus Mehr gehört als "Baller" wurde hingegen mit 16,6 Millionen Klicks "Espresso Macchiato" des Esten Tommy Cash, der beim ESC auf Platz drei landete. Das Lied kam allerdings bereits 2024 raus. Mit ordentlich Abstand der meistgestreamte ESC-Song bei Spotify ist "Bara Bada Bastu". Mit dem Saunalied sang sich die schwedische Band KAJ auf Platz vier. Es wurde 46,8 Millionen Mal aufgerufen. Auch nicht schlecht steht Lucio Corsi (Italien, Platz fünf) da: "Volevo essere un duro" wurde rund 41 Millionen Mal angehört. Über mehr Aufrufe als Abor & Tynna kann sich noch Niederländer Claude freuen, der mit "C'est la Vie" auf Platz zwölf landete (18,7 Millionen). Auch der Letztplatzierte, Gabry Ponte aus San Marino, hat mit "Tutta l'Italia" mehr Abrufe: 16,7 Millionen. Alle anderen liegen weit hinter Abor & Tynna. Fazit: Gemessen an den Spotify-Streams schaffen es die beiden auf Platz sechs. Abor & Tynna lassen sich die Laune nicht verderben Unterkriegen lassen sich Abor & Tynna nach dem ESC nicht. Die beiden schnitten zwar schlechter ab als Isaak, der 2024 mit "Always on the Run" für Deutschland auf Platz zwölf gelandet war, konnten sich aber immerhin – nach Jahren des letzten oder vorletzten Platzes – im Mittelfeld platzieren. Auf Instagram zeigen sich die Geschwister zuversichtlich, dankbar – und bewerben ihr Album "Bittersüß" sowie ihre anstehende Tour. Außerdem teilen sie Videos von Fans, die zu "Baller" feiern. Das Lied gehört zweifellos zu jenen ESC-Songs, die im Kopf bleiben. Auf Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok sind Abor & Tynna ohnehin sehr gefragt. Das sagen die Instagram-Zahlen Aktuell folgen ihnen 122.000 Menschen auf Instagram. Doch von den vor ihnen platzierten ESC-Acts 2025 haben insgesamt fünf eine geringere Followerzahl als Abor & Tynna. Und: Die Acts, die zuletzt für Deutschland antraten, haben allesamt weniger Fans. Vorjahresteilnehmer Isaak kommt auf 47.200 Follower. Lord of the Lost, die 2023 mit "Blood & Glitter" auf dem letzten Platz landeten, haben 117.000 Follower. Malik Harris, Letztplatzierter 2022, kommt auf 46.800 Insta-Fans und Jendrik, Vorletzter im Jahr 2021, hat 34.800 Fans auf Instagram. Michael Schulte , der Deutschland 2018 mit "You Let Me Walk Alone" auf einen guten vierten Platz sang, schon seit Jahren öffentlich bekannt ist und bereits an diversen TV-Shows wie etwa "The Masked Singer" teilnahm, hat nur 5.000 Instagram-Follower mehr als Abor & Tynna. Nämlich 128.000. Zum Vergleich: Allein während dieser Text entstanden ist, haben Abor & Tynna gut 2.000 Fans dazugewonnen. So sieht es bei YouTube aus Letztlich lohnt sich noch ein Blick auf die YouTube-Abrufzahlen. Auf dem offiziellen Kanal von Eurovision wurden nach der Show alle Liveauftritte einzeln hochgeladen. Hier hat JJ zweifellos die Nase vorn. Sein Auftritt und die Gewinnerperformance kommen aktuell – nach einem Tag – auf insgesamt 8,9 Millionen Aufrufe. Tommy Cash wurde 2,7 Millionen Mal angeschaut, die spanische Teilnehmerin Melody mit ihrem Lied "Esa Diva" zwei Millionen Mal, gefolgt von Yuval Raphael mit 1,8 Millionen Aufrufen. Dann folgen Abor & Tynna und die Schweden KAJ: beide wurden 1,2 Millionen Mal angeklickt. Nur ein weiterer ESC-Teilnehmer hat die Millionengrenze geknackt, die anderen halten sich derzeit im eher unteren sechsstelligen Bereich auf. Ergo: Platz fünf im YouTube-Ranking für das Geschwisterduo. "Als einziger Song das Zeug zum Post-Eurovisions-Dauerbrenner" Der Hype um Abor & Tynna hält also offenbar an. Diesbezüglich ist sich auch Stefan Raab sicher: "Auch wenn sie nicht in die Top Ten gekommen sind, glaube ich, dass ihre Karriere jetzt richtig losgeht – die Abrufe ihres Songs sprechen eine klare Sprache." Ein solches Bild vermittelt auch folgender Beitrag auf der Plattform X: "Leute, das ist mir so peinlich, ich war heute im Unterricht und habe aus Versehen diesen Song laut gespielt, dann sagte mein Lehrer zu mir: 'Ist das der absolute Knaller 'Baller' von Abor & Tynna?' und dann hat die ganze Klasse angefangen mitzusingen. Oh mein Gott." Dieser Post findet sich dort ebenfalls: "'Baller' fühlt sich wirklich wie der einzige Beitrag des diesjährigen Wettbewerbs mit dem Zeug zum echten Post-Eurovisions-Dauerbrenner an. Kommerzieller Erfolg über den Wettbewerb hinaus zeichnet sich für die international gefeierten Abor & Tynna ab." Es bleibt spannend, ob sich diese Prognose tatsächlich erfüllen wird.