Ladenburg: Stadtkämmerer verabschiedet
Ladenburg. (stu) Zum Einstieg ein kleines Konzert der "LA-Blues-Connection", danach die Verabschiedungsrede von Bürgermeister Stefan Schmutz, zwei Grußworte und eine launige Dankesrede, den geselligen Teil nicht zu vergessen - so hatte sich der Stadtkämmerer Claus Hessenthaler seine Verabschiedung vorgestellt.
Zunächst würdigte Bürgermeister Schmutz eine "besondere berufliche Lebensleistung". Hessenzahler hat über 40 Jahre für Ladenburgs Verwaltung gearbeitet, 36 davon als Kämmerer. Er hat dabei oft die Rolle des kritischen Geistes eingenommen.
Hessenthaler wurde in den 1980er-Jahren als "Schulz-Jünger" eingeordnet. Reinhold Schulz war der erste Bürgermeister, mit dem er zusammengearbeitet hatte - und der sein Talent erkannte. Nach der bestandenen Prüfung an der Fachhochschule Kehl wurde Hessenthaler in der Kämmerei eingesetzt.
Im Alter von 27 Jahren wurde er zum Stadtkämmerer ernannt. Damals hatte der Haushalt noch ein Volumen von 24 Millionen Mark - jetzt sind es 43 Millionen Euro.
"Der Name Hessenthaler ist ein Begriff für eine seriöse und verantwortungsvolle Haushaltspolitik", sagte Schmutz auch im Namen seiner Amtsvorgänger, Rainer Ziegler und Rolf Reble, die beide anwesend waren. Die Position des Kämmerers erfordere Konfliktfähigkeit, Sachverstand und Weitsicht. "Einerseits sitzt man auf dem Geld - andererseits zwischen allen Stühlen."
Dem Kämmerer sei es gelungen, in 36 Jahren 36 ordnungsgemäße Haushalte vorzulegen. Er war am Aufbau der städtischen Musikschule beteiligt und an der Neugründung des "Hauses des Kindes". Er rechnete das Grünprojekt 2005 korrekt ab. Auch Sanierungsmaßnahmen beim Jugendzentrum und die Umsiedlung des Bauhofs, aber auch die Freibadsanierung waren buchungstechnische Herausforderungen.
Daneben betreute er Stiftungen und war Kassenprüfer beim Garangoverein. Für Hardrockfan Hessenthaler hatte die Stadt die originalverpackte Schallplatte "Before You Go" der Band "Iron Butterfly" besorgt. Für die ehemaligen und aktuellen Ratsmitglieder sprach der dienstälteste Stadtrat, Steffen Salinger, Dankesworte.
Kollegial, kompetent, loyal und hilfsbereit sei Hessenthaler gewesen. Von ihm habe er als junger Stadtrat gelernt, wie ein Haushalt zu deuten sei. Er überreichte dem künftigen Pensionär einen Mönchspfefferbaum. Dieser stehe für ein gesundes, vitales Leben.
In seiner Abschiedsrede versprach der Kämmerer: "Heute keine Zahlen." Er dankte den drei anwesenden Bürgermeistern und erinnerte an seinen "Ziehvater" Schulz. Die Diskussionen mit den Kollegen werde er vermissen - ebenso wie den FC-Bayern-Rathaus-Fanclub. Der neue Herr der Zahlen heißt Daniel Müller.