St.Leon-Rot: Gebäude am See wird größer - und teurer
St. Leon-Rot. (seb) Gemeindeverwaltung und Betriebsleitung des St. Leoner Sees mussten sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung einige Kritik gefallen lassen: Fast ums Fünffache sind die Kosten für ein Sanitärgebäude auf der im Entstehen befindlichen Campinganlage für Hundebesitzer gestiegen, auf 230 000 Euro – und das erfuhr der Rat erst in der Sitzung, vorab hatte man keine Pläne oder Gründe für die Kostensteigerung erhalten. Der Ratsmehrheit leuchteten aber schließlich die genannten Argumente ein, die Entscheidung fiel bei 19 Ja-Stimmen, ein Mal Nein und zwei Enthaltungen.
Bürgermeister Dr. Alexander Eger erklärte die fehlenden Informationen mit der laufenden, recht komplexen Umstellung aufs elektronische Ratsinfosystem für die möglichst „papierlose“ Arbeit im Gremium. Er betonte auch, dass der Eigenbetrieb die Investition aus eigener Kraft stemmen könne.
Wie Eigenbetriebsleiter Sebastian Thome und Ortsbaumeister Peter Dietz erklärten, wird das Gebäude mehr als 100 Quadratmeter groß und neben WCs und Duschen für Damen und Herren auch eine Dusche sowie einen Auslauf für die Hunde bieten. Hinzu kommt ein Technikraum, der unter anderem auch als Zwischenstation für die ertüchtigte Stromversorgung des Sees dient. Von der Gestaltung her wird der Neubau an die Bestandsgebäude angepasst.
Sebastian Thome erläuterte, dass die Nachfrage nach „Camping mit Hund“ groß sei. Ein derart ausgestattetes Sanitärgebäude werde heutzutage einfach erwartet. Diese Investition werde sich in etwas über acht Jahren amortisieren, rechnete Thome vor, selbst wenn die insgesamt 19 Stellplätze hier immer nur zu 50 Prozent ausgelastet seien. Dank der erfolgreichen Jahre 2016 und 2017 mit Einnahmen jeweils über dem Kostenplan habe der Betrieb genug Eigenmittel.
In der Sitzung wurden auch jeweils einstimmig mehrere Aufträge vergeben. 370 000 Euro fallen für die Modernisierung der Beleuchtung und die Erneuerung der Decke in der Roter Sporthalle an. Die Gemeinde erhält für die Installierung sparsamer LED-Leuchten einen Bundeszuschuss von knapp 41 000 Euro, die Kosten liegen insgesamt aber 30 000 Euro über Plan. Die Arbeiten starten laut Peter Dietz am ersten Sommerferientag.
Nachdem umfangreiche Wasserleitungsarbeiten in der Blumenstraße nahezu abgeschlossen sind, wurde der Auftrag für die Fahrbahnsanierung für fast 500 000 Euro vergeben. In diesem Rahmen werden laut Bauamtsleiter Werner Kleiber auch Leerrohre fürs schnelle Internet verlegt. Bürgermeister Eger erläuterte die Dauer der Wasserleitungsarbeiten mit Korrosion und anderen unerwarteten Problemen, außerdem müsse alles hygienisch einwandfrei sein, „da geht Sorgfalt vor Schnelligkeit“.
Das über 55-jährige Regenüberlaufbecken im Alten Klärwerk wird im Bestand saniert, teils aufwendige Reinigungen und Betonarbeiten sind notwendig, so Werner Kleiber. Mit 466 000 Euro liegt das günstigste Gebot ihm zufolge im geplanten Kostenrahmen.